„Der Bergdoktor“-Star Hans Sigl wird zum echten Seelenretter – neuartiger Podcast startet bald
Stand: 11.09.2026, 18:23 Uhr
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Von der Serie ins reale Leben: Schauspieler Hans Sigl („Der Bergdoktor“) macht jetzt einen eigenen Podcast mit seinen Fans. Wir haben mit ihm gesprochen.
Ammersee – Was bewegt die Menschen wirklich? Hans Sigl will’s wissen. Der Schauspieler, den Millionen als „Bergdoktor“ lieben, wird jetzt zum realen Seelenretter. Seine Idee: ein interaktiver Service-Podcast mit dem Titel: „Betreff: Leben – die Sprechstunde mit Hans Sigl“. Dabei fordert Sigl seine Fans auf, ganz persönliche Fragen zu stellen, die er dann wiederum mit einem Experten diskutiert. Ab 23. September, immer mittwochs, erscheint eine neue, gut einstündige Folge überall, wo es Podcasts gibt, sowie auf Sigls diversen Kanälen in den sozialen Netzwerken. Produziert wird der Podcast unter anderem im Groundlift, Sigls Studio am Ammersee. Dort ist das Publikum entweder live vor Ort oder seine Fans schicken ihre Fragen via Instagram. Der Münchner Merkur traf den 57-Jährigen zum Gespräch. Weil man sich schon länger kennt, bleibt man beim vertrauten „Du“.

Was ist die Idee hinter deinem Podcast?
Es geht mir darum, dass ich die Fragen und Themen der Zuhörer als Anlass nehme, mich mit Kollegen, Experten und Promis zu unterhalten. Ein Beispiel: Wenn mir zum Beispiel Anna K. aus Altötting schreibt, „Ich bin 65 und ertrage meine Familienweihnacht nicht mehr – ist das okay?“, dann ist das genau die Frage, die ich brauche. Dahinter steckt das Leben. Und deswegen heißt es „Betreff: Leben“.
Hans Sigl über seinen Podcast „Betreff: Leben“ und überraschend tiefe Fragen seiner Gäste
Beantwortest du diese Fragen selbst oder arbeitest du sie im Gespräch mit jemandem auf?
Ich habe verschiedene Gäste – Experten und Prominente. Diese Woche zum Beispiel die Ärztin Dr. Hanna Heikenwälder, die viel über Krebs weiß, und morgen Paula Lambert. Es gibt auch Ildikó von Kürthy, Judith Williams, Paul Panzer, Laura Karasek, Daniel Boschmann. Bei Ildikó kam eine Frage rein: „Warum kommt immer nur ein Socken aus der Waschmaschine?“ Und von diesem Socken sind wir auf die großen Fragen des Lebens gekommen – wohin geht man, woher kommt man, warum kann man eine Beziehung auflösen? Das ist „Betreff: Leben“: vom Hundertsten ins Tausendste.
Wie sehr öffnen sich dir die Menschen?
Sehr eigentlich. Die Bandbreite reicht von „Wo sind die Socken hin?“ bis zu „Ich habe eine Entscheidung getroffen, ich war unglücklich in der Beziehung – kann ich die rückgängig machen?“ Die Fragen, die bisher gestellt worden sind, sind sehr offen und sehr tief. Ich hatte fast das Gefühl, ich muss die Leute bitten, banalere Fragen zu stellen.
Das heißt, ihr habt bereits aufgezeichnet?
Genau. Wir haben im Studio am Ammersee schon fünf Folgen aufgezeichnet. Im November kommen noch einmal fünf oder sechs dazu.
Was ist deine Motivation?
Ich habe das Gefühl, wir müssen Dinge tun, damit die Menschen wieder ins Gespräch kommen, wieder hinhören, die Kleinigkeiten sehen.
Hans Sigl über die Kunst des echten Zuhörens: Empathie und Handwerk aus 30 Jahren Schauspielerei
Aber das muss alles aus dem Stegreif kommen. Man muss zuhören, auf Halbsätze reagieren, sich wirklich auf die Leute einlassen.
Es kostet Zeit, aber es ist ein Geschenk. Das Zuhören ist aus der Schauspielerei ein elementares Handwerk – das habe ich in 30 Jahren Beruf verinnerlicht. Beim Paul Panzer zum Beispiel, der das erste Mal ohne buntes Hemd aufgetreten ist. Da habe ich nachgehakt, und dann kam die nächste Geschichte. Wenn man wirklich zuhört, spüren das die Leute und reden mit einem. Wenn man nur Moderationskarten runterliest, kommt nichts.
Wie schaffst du es, dass sich die Menschen dir gleich öffnen?
Ich glaube, es ist Empathie. Kein Zynismus, keine Ironie. Die Grundanlage ist: dem anderen zugewandt sein, ein Miteinander. Das habe ich schon beim Zivildienst gelernt – jeden Morgen in die Krankenzimmer rein und gefragt: „Was darf es sein, meine Damen?“ Und wenn man jemandem wirklich zuhört, dann spüren das die Leute und reden mit einem.
Wie sieht das beim Videopodcast aus? Mit Hans Sigl auf der Couch?
Nein, ich sitze hinterm Schreibtisch, ein bisschen wie in einer Late-Night-Show, was ja mein großes Ziel ist.
Im Ernst?
Ja! Late Night ist die Königsdisziplin, die ich irgendwann umsetzen werde – meine Altersvorsorge sozusagen. Beim Podcast haben wir jetzt schon ein bisschen Late Night. Ich am Schreibtisch, der Gast prominent auf dem Stuhl. Das ist der entscheidende Fokus.
Das Gespräch führte
Maria Zsolnay