Hitze auf dem Friedhof: Warum Oliven und Feigen jetzt Bonner Gräber schmücken

Endlich kann Meike Hanfeld wieder das machen, was sie am liebsten macht: pflanzen. In der langen Trocken- und Hitzeperiode diesen Sommer ging das nicht. Denn die Setzlinge hätten das nicht überlebt. Die Friedhofsgärtnerin arbeitet für das Bonner Gartenbauunternehmen Held. Auf dem Zentralfriedhof pflanzt sie heute einen Olivenbaum.

"Wir merken, dass die Sommer immer trockener und heißer werden, deshalb müssen wir Gärtner uns anpassen. Wir brauchen hitzeresistente Arten, die Anpassungsmöglichkeiten haben, um mit der Hitze klar zu kommen." Meike Hanfeld, Friedhofsgärtnerin

Friedhöfe der Zukunft werden anders aussehen

Rund um das Olivenstämmchen setzt sie gleich noch sechs Lavendelpflanzen. Meike Hanfeld ist überzeugt, dass die Friedhöfe der Zukunft ganz anders aussehen werden als heute noch. Nicht mehr klassische Grabbepflanzung, sondern Pflanzen aus dem Mittelmeerraum werden das Bild dominieren. Als es diesen Sommer so heiß war, war das Gießen der Gräber ihre Hauptaufgabe.

Viele alte Pflanzen haben die Hitze nicht überlebt

Angehörige können nicht täglich gießen

Gerade auf Friedhöfen sei es wichtig, dass die Pflanzen resistenter sind, sagt sie. Denn schließlich könnten die Angehörigen nicht so regelmäßig gießen wie auf dem eigenen Balkon. Außerdem sei es wichtig, dass die Gräber würdevoll und gepflegt aussehen. Auch der Bund deutscher Friedhofsgärtner hat sich mit dem Thema beschäftigt.   

"Mediterrane Arten wie Oliven, Feigen oder Rosmarin können eine sinnvolle Ergänzung sein, wenn Standort, Pflege aber auch Kundenwunsch und Überwinterung der Pflanzen stimmen. Gleichzeitig sehen wir großes Potenzial in trockenheitstoleranten heimischen und europäischen Pflanzenarten." Bund deutscher Friedhofsgärtner

Meike Hanfeld führt jetzt zwischen verschiedenen Gräbern zu einem Grab mit weißem Stein. Dahinter steht ein zwei Meter hoher Feigenbaum und gibt Schatten. „Ich finde, der macht total was her mit seinen großen Blättern“, sagt sie begeistert. Und dieses Jahr trägt er sogar zum ersten Mal ein paar Früchte.

Unsere Quellen:

  • Beobachtungen der Reporterin vor Ort
  • Bund deutscher Friedhofsgärtner

Sendung: WDR.de, Friedhofsgärtner setzen auf mediterrane Pflanzen, 14.09.2026, 5:02