Deutsche Basketballerinnen: Ausfall von Nyara Sabally verstärkt Sorgen vor der Heim-WM

Nyara Sabally (l.) im Zweikampf mit Georgia Amoore (l.)

Nächste Verletzung bei deutschen Basketballerinnen Ausfall von Nyara Sabally verstärkt Sorgen vor der Heim-WM

Stand: 19.08.2026 • 13:40 Uhr

Bei den deutschen Basketballerinnen gibt es vor der Heim-WM weiter Sorgen um mehrere Schlüsselspielerinnen. Nyara Sabally hat nach kanadischen Medienberichten eine Wadenverletzung erlitten und wird bei ihrem WNBA-Team aus Toronto vorerst nicht spielen. Ihre Schwester Satou Sabally fällt wegen einer Kopfverletzung für unbestimmte Zeit aus. Auch bei Spielmacherin Leonie Fiebich gibt es weiter Fragezeichen.

Marcus Bark Christian Mixa

Wie der Radiosender TSN, der das WNBA-Team aus Toronto begleitet, berichtete, hat sich Nyara Sabally beim Spiel gegen Dallas eine Wadenverletzung zugezogen. Sie werde vorerst ausfallen, ihre Situation soll "in einigen Wochen" neu bewertet werden, hieß es aus Toronto.

Dies ist eine weitere beunruhigende Nachricht für das deutsche Nationalteam, das sich aktuell in Ludwigsburg auf die Heim-WM vorbereitet, die vom 4. bis 13. September in Berlin gespielt wird. Mit Nyara Sabally droht eine weitere Schlüsselspielerin auszufallen. In den Planungen von Bundestrainer Olaf Lange, der in Toronto auch Saballys Assistenzcoach ist, spielt sie eine wichtige Rolle im Frontcourt, mit ihrer starken Präsenz unterm Korb.

Die jüngere Schwester von Starspielerin Satou Sabally hat ihren Punkteschnitt in der laufenden Saison mehr als verdoppelt, auf 12,3 Punkte pro Spiel. Dazu kamen 5,4 Rebounds - bis zu ihrer Verletzung.

Der Bundestrainer muss nun um den Einsatz der beiden Sabally-Schwestern bangen. Bei Satou Sabally ist die Sorge in der vergangenen Woche eher größer geworden, ob es für einen Einsatz bei der Heim-WM reicht: Die 26-Jährige von New York Liberty steht schon seit Ende Juni auf der offizielllen Liste der Women's National Basketball Association mit den verletzten Spielerinnen. Bei der Art der Verletzung oder Krankheit stand viele Wochen lang "Concussion Protocol". Die Gehirnerschütterung hatte sich die Flügelspielerin zuvor in einem Spiel mit ihrer Franchise New York Liberty zugezogen. Inzwischen änderte die WNBA die Art der Verletzung auf "Head", also Kopf.

Sorge um WM-Einsatz: Nationalspielerin Satou Sabally

Satou Sabally - zweite Gehirnerschütterung innerhalb von neun Monaten

Ob Sabally bei der WM teilnehmen kann, ist damit weiter völlig ungewiss. New Yorks Trainer Chris DeMarco sagte am Donnerstag vor dem Spiel gegen die Los Angeles Sparks: "Sie wird für eine Weile nicht beim Team sein. Es ist ihre zweite bedeutende Kopfverletzung innerhalb von zwölf Monaten."

Schon im Oktober 2025, noch im Trikot von Phoenix Mercury, hatte Sabally in der Finalserie eine Gehirnerschütterung erlitten. "Im Moment nimmt sie sich einfach etwas Zeit und stellt sicher, dass sie gesund ist", fügte DeMarco an.

Fragezeichen auch bei Spielmacherin Leonie Fiebich

Auch hinter dem Einsatz von Leonie Fiebich steht weiter ein Fragezeichen. Mit der Spielmacherin, ebenfalls bei New York Liberty, steht eine weitere Leistungsträgerin auf der Ausfallliste. Fiebich, als Taktgeberin im Nationalteam eigentlich kaum zu ersetzen, hat eine Verletzung am linken Fuß, ihr bislang letztes Spiel in der WNBA hat sie am 4. Juli gemacht. "Es gibt keinen Zeitplan. Sie macht Fortschritte. Unsere Hoffnung wäre, sie vorher zurückzubekommen", sagte Chris DeMarco und meinte den Beginn der Spiel-Pause, die die US-Profiliga Ende August für die WM einlegt.

Start am 4. September gegen Spanien

Für die deutschen Basketballerinnen geht die WM in Berlin am 4. September mit dem Auftaktspiel gegen Spanien los. Spätestens bis dahin sollen alle Hoffnungsträgerinnen aus der WNBA beim Team sein, auch Jungstar Frieda Bühner, die bislang eine starke Debüt-Saison bei Portland Fire spielt.

Geiselsöder als einzige WNBA-Spielerin beim DBB-Team

Als einizige der WNBA-Spielerinnen ist Luisa Geiselsöder schon seit Beginn der Vorbereitung beim DBB-Team, das im ersten Testspiel gegen Spanien gute Ansätze zeigte. Geiselsöder verdient wie Bühner bei den Portland Fire ihr Geld. Allerdings könnte sich das ändern, denn die Franchise aus Oregon setzte den Vertrag mit Geiselsöder vorübergehend aus.

Nach diversen Medienberichten ist es fraglich, ob die 26 Jahre alte Centerspielerin eine Zukunft bei den Fire hat. Geiselsöder spielte zuletzt nur noch ganz selten, nachdem sie zu Beginn ihrer Zeit in Portland ab April noch regelmäßig zum Einsatz gekommen war.

Ihrer Begeisterung über die WNBA schadet das nicht. "Es ist unbeschreiblich", sagte sie der Sportschau im Trainingslager in Ludwigsburg, "du schaust in die Ränge und denkst: Krass, Frauensport lebt!"

Geiselsöder ist froh, vorzeitig von den Fire zur Nationalmannschaft gelassen worden zu sein: "Ich freue mich, dass ich mich mit dem Team vorbereiten kann, und ich denke, dass wir in der bestmöglichen Verfassung sein werden."

Fraglich ist, ob auch die Anführerinnen Satou Sabally und Leonie Fiebich ihren Beitrag leisten können.