Deutsche Trainerlegende der Leichtathletik ist tot
Stand: 23.07.2026, 17:35 Uhr
Große Trauer um eine echte Trainerlegende der deutschen Leichtathletik. Gerd Osenberg ist im Alter von 89 Jahren verstorben.
München – Die deutsche Leichtathletik trauert um einen ihrer erfolgreichsten Trainer: Gerd Osenberg ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Das bestätigte seine ehemalige Athletin Heide Ecker-Rosendahl der Deutschen Presse-Agentur, nachdem zuvor bereits sein langjähriger Verein TSV Bayer 04 Leverkusen über den Todesfall berichtet hatte. Ecker-Rosendahl war am Montag selbst bei ihrem früheren Trainer, um sich gemeinsam mit dessen Familie am Sterbebett von ihm zu verabschieden.

Osenberg kam 1965 nach Leverkusen und prägte dort über Jahrzehnte eine ganze Ära des Leistungssports, zunächst beim TuS 04 Leverkusen, später beim TSV Bayer 04 Leverkusen. Seine Athletinnen und Athleten gewannen insgesamt elf olympische Medaillen, darunter vier goldene. Allein bei den Sommerspielen 1972 in München war er für je zwei Gold- und Silbermedaillen sowie einmal Bronze mitverantwortlich.
Große Trauer um Trainerlegende
Zu den größten Namen, die er zu Weltklasse-Sportlerinnen formte, zählen Heide Ecker-Rosendahl, Ulrike Nasse-Meyfarth, Heike Henkel, Liesel Westermann und Ellen Wessinghage. Bemerkenswert an Osenberg war, dass er kein hochspezialisierter Experte für eine einzelne Disziplin war, wie es in der modernen Leichtathletik üblich ist. Der studierte Physiker und Mathematiker war Autodidakt und zeichnete sich durch einen besonders pädagogischen Ansatz aus.
Laut Ecker-Rosendahl gebe es einen solchen Trainertypus heute nicht mehr: „Er hat vom Speerwerfen bis zum 800-Meter-Lauf oder 1500-Meter-Lauf alles gemacht. Da war ihm jede Disziplin wichtig, diese Vielseitigkeit findet man heute bei Trainern so gut wie gar nicht mehr.“ Auch sein Verein würdigte den Verstorbenen in einer Mitteilung: „Sein Name wird für immer untrennbar mit den größten Erfolgen der Leverkusener Leichtathletik verbunden bleiben.“ Osenberg habe „Generationen geprägt“ und sein „Vermächtnis geht weit über Medaillen hinaus“.
Für seine Verdienste wurde Osenberg mit dem Bundesverdienstkreuz sowie dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Auch nach seinem Rücktritt vom aktiven Training gab Osenberg bis ins hohe Alter seine Erfahrung weiter. Ehemalige Schützlinge wie Heike Henkel würdigten ihn als besonderen Menschen mit einer besonderen Art, auf Athleten einzugehen, während die frühere Stabhochspringerin Silke Spiegelburg sich bei Instagram mit den Worten „Danke für alles“ verabschiedete. (smr)