Nur Wunderläufer ist schneller: Deutscher Nobody Bremm jubelt über Sensations-Coup

Deutscher Nobody feiert Silber-Sensation bei Leichtathletik-EM

Stand: 11.08.2026, 06:52 Uhr

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Die Europameisterschaft hat bereits an Tag eins ihr Märchen geschrieben. Der zuvor nur absoluten Experten bekannte Florian Bremm läuft das Rennen seines Lebens.

Birmingham – Florian Bremm strahlte. Der Vize-Europameister wollte den Moment nach seinem Wahnsinns-Lauf in vollen Zügen genießen, schließlich hat er für seine Silbermedaille so viel geackert. Bremm ist immer dran geblieben, hat Rückschläge weggesteckt, und weiter hart an sich gearbeitet. Und in Birmingham schließlich seine große Chance genutzt. 

Florian Bremm sorgte bei der Leichtathletik-EM für eine große Sensation.

Florian Bremm sorgte bei der Leichtathletik-EM für eine große Sensation. © dpa / Sven Hoppe

„Das alles ist ein Ergebnis der vergangenen Jahre und kein Zufall“, sagte Bremm nach seinem Lauf zu Silber. Nach 13:15,60 Minuten und einem packenden Finish musste sich der Landespolizist nur knapp dem norwegischen Olympiasieger und Titelverteidiger Jakob Ingebrigtsen (Norwegen/13:15,29) geschlagen geben. 

Florian Bremm holt sensationell Silber bei der Leichtathletik-EM über 5000 Meter

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll. Das ist Wahnsinn, dass ich jetzt hier stehe. Ich habe davon immer geträumt“, sagte Bremm nach dem Sensations-Coup in der ARD: „Ich habe intuitiv die richtigen Entscheidungen getroffen. Ich bin einfach geflasht, dass ich jetzt hier stehe mit dem Ding um den Hals.“

Bremm weiter: „Die Zielgerade war verrückt. Außer in der Läuferszene kannte mich wohl vor dieser Saison niemand. Dann war ich Zweiter in der Startliste und auf den letzten 100 Metern hier plötzlich vorne.“ So wirklich fassen konnte er den Sensations-Coup aber selbst da noch nicht: „Das war surreal für mich. Meine Beine wollten nicht mehr und ich habe trotzdem weitergemacht. Nur Jakob Ingebrigtsen ist vorbeigegangen. Das ist alles total emotional für mich.“ 

Bremm belohnte sich für all die Entbehrungen, die sein Sportlerleben mit sich bringen. „Ich verlange da auch sehr viel von meiner Familie, von meiner Freundin, von meinen Freunden. Ich bin viel weg und irgendwie nimmt man immer bloß, man gibt wenig.“ Jetzt hat er allerdings mächtig (Gas) gegeben – und alle mit EM-Silber belohnt.

Auch Yemisi Mabry durfte feiern. Die Kugelstoß-Olympiasiegerin holte bereits zuvor Bronze und bescherte dem deutschen Team damit die erste Medaille. Die 27-Jährige stieß die Kugel in ihrem besten Versuch auf 19,50 Meter und musste sich nur der niederländischen Topfavoritin Jessica Schilder und deren Teamgefährtin Jorinde van Klinken geschlagen geben. Sprint-Star Gina Lückenkemper hatte nach ihrem Rennen hingegen Tränen in den Augen. (rele)