Nur 1999 war sie dunkler: Wie Sie die Sonnenfinsternis am Mittwoch am besten verfolgen können
Stand: 11.08.2026, 06:36 Uhr

Am 12. August gibt es über Hessen eine Sonnenfinsternis, die den Himmelskörper zu fast 90 Prozent verdeckt. Wer sie sehen will, sollte den Blick nach Westen richten.
Fulda/Rhön – Der August ist dieses Jahr ein besonderer Monat für alle, die Spaß und Freude an Himmelsphänomenen haben. Nicht nur sind besonders viele Sternschnuppen zu sehen – die Perseiden –, außerdem gibt es eine partielle Mondfinsternis. Das Highlight dürfte aber die Sonnenfinsternis am Mittwoch (12. August) sein.
Das Spektakel ist zwar keine totale Sonnenfinsternis, aber viel fehlt nicht: Von Deutschland aus können die Menschen bewundern, wie die Sonne um bis zu 89 Prozent verdeckt wird. So dunkel war die Sonne seit der totalen Finsternis 1999 nicht mehr über Deutschland, an die sich viele noch erinnern dürften.
Sonnenfinsternis über Hessen: Wo Sie das Spektakel am besten sehen
„Die Sichtbarkeit ist abhängig von der Bewölkung. Bei klarer Sicht oder nur leichter Bewölkung lässt sich die Sonnenfinsternis gut von Osthessen beobachten“, sagt Sabine Frank, Sternenpark-Beauftragte des Landkreises Fulda. Den Sternenpark in der Rhön gibt es seit mittlerweile zwölf Jahren. Wichtig sei vor allem, so Frank: Man braucht eine freie Sicht in Richtung Westen, weil die Sonnenfinsternis am Abend stattfindet.
Als besten Zeitpunkt für die Beobachtung nennt sie: „Ab 19.15 Uhr. Der erste ,Kontakt‘ findet in Osthessen um 19.19 Uhr statt – das heißt, wenn der Rand der Mondscheibe die Sonnenscheibe berührt.“ Die maximale Bedeckung der Sonne wird laut Sabine Frank um 20.12 Uhr erreicht. „Die Sonne steht dann schon tief am Westhorizont. Verdunkelt geht die Sonne dann bei uns um 20.46 Uhr unter – das ist echt cool!“
Wer die Sonnenfinsternis verfolgen möchte, muss dafür aber unbedingt eine spezielle Schutzbrille tragen. „Das Sonnenlicht zerstört trotz der Bedeckung die empfindliche Netzhaut der Augen“, weist Frank hin. Eine normale Sonnenbrille reicht in dem Fall nicht. Auch das Bundesamt für Strahlenschutz warnt: „Bei einem ungeschützten Blick in die Sonne treffen UV-Strahlung, sichtbares Licht und Infrarotstrahlung mit sehr hoher Intensität auf die empfindlichen Strukturen des Auges.“
Experten geben Tipps zum sicheren Blick auf die Sonnenfinsternis
Zwar werde die UV-Strahlung – mit Ausnahme eines geringen Anteils der UV-A-Strahlung – von den vorderen Augenmedien wie Hornhaut und Linse absorbiert. Aber: „Sichtbares Licht und nahes Infrarot (IR-A-Strahlung) hingegen erreichen die Netzhaut. Hier sitzen die für den Sehvorgang nötigen Rezeptoren.“
Stattdessen solle man auf spezielle Filter und Folien zurückgreifen, zum Beispiel in Form der häufig angebotenen Folienbrillen. Diese weisen eine optische Dichte von ≥ 5 auf. Das bedeutet, dass maximal etwa 0,001 Prozent des Sonnenlichts durchgelassen wird. Diese Anforderung geht über die Filtereigenschaften normaler Sonnenbrillen weit hinaus. Wer noch eine solche Brille braucht, findet diese bei regionalen Optikern – und muss sich gegebenenfalls sputen.

In Fulda etwa haben sowohl das Augenoptikergeschäft „Die Brille“ in der Bahnhofsstraße 4 als auch „Eye Eye“ in der Bahnhofsstraße 23 haben noch einige Restbestände. Fündig werden Interessenten aber auch bei Brillen Trabert, Buttermarkt 1-3 in Fulda, die vergangene Woche eine neue Lieferung erhalten haben.
Natürlich ist ein Ausflug zur Wasserkuppe immer lohnenswert, wer aber die Sonnenfinsternis beobachten möchte, muss nicht zwangsläufig dafür in die Rhön fahren. „Sie lässt sich in unserer Region eigentlich von überall gut beobachten. Wichtig sind nur ein klarer Himmel und ein freier Blick nach Westen“, sagt Frank.