Russischer Mordplan: Rüstungschef Thumann lebt versteckt und unter Bewachung

Publiziert3. September 2026, 01:48

Bedrohung aus RusslandDeutscher Rüstungschef: «Mein Tod ist einkalkuliert»

Der «Donaustahl»-Chef Stefan Thumann lebt an geheimen Orten und wird rund um die Uhr bewacht. Grund sei ein mutmasslicher Mordplan des russischen Geheimdienstes.

Julia Docker

Darum gehts

  • Stefan Thumann, Chef des Rüstungsunternehmens Donaustahl, lebt versteckt und steht unter Rund-um-die-Uhr-Bewachung.
  • Der russische Geheimdienst soll einen Mordanschlag mit dem Nervengift Nowitschok geplant haben.
  • Thumann hat sein Testament gemacht und sagt: «Mein Tod ist in dieser Geschichte zumindest einkalkuliert.»

Wie die «Bild» berichtet, wurde Thumann kurz vor Weihnachten 2025 von deutschen Behörden gewarnt, dass er möglicherweise in Lebensgefahr sei. Wenige Tage später sei ein erster Verdächtiger festgenommen worden. Wo er sich heute aufhält, will der Unternehmer nicht sagen. Während einer Podcast-Aufnahme mit «Bild»-Vize Paul Ronzheimer verrät er lediglich, dass er sich in einer deutschen Grossstadt befindet.

Seine offiziellen Anschriften seien zu sogenannten «Honeypots» (deutsch: Honigfallen) umgebaut worden. Dabei handelt es sich um gezielt überwachte Orte, die mögliche Agenten in eine Falle locken sollen. Thumann sagt, seine Familie habe er seit Monaten nicht gesehen. Er lebe isoliert mit seinen Personenschützern.

Geplanter Giftanschlag

Die bereits festgenommenen Agenten hätten nach seiner Darstellung herausfinden sollen, wo er sich aufhält. Danach sei ein Mordanschlag mit Gift geplant gewesen. Später habe er aus dem Bundestag erfahren, dass möglicherweise das Nervengift Nowitschok zum Einsatz kommen sollte.

Thumann nimmt die Gefahr nach eigenen Angaben sehr ernst. Einer seiner Personenschützer sei ausgebildeter Rettungssanitäter und habe sich zusätzlich auf Vergiftungen schulen lassen. Thumann sagt, er habe sein Testament gemacht, eine Organspende-Erklärung abgegeben und eine Patientenverfügung erstellt. «Mein Tod ist in dieser Geschichte zumindest einkalkuliert.»

Kampfdrohnen für die Ukraine

Thumanns Firma Donaustahl liefert unter anderem Kampfdrohnen an die Ukraine. Als einen Abnehmer nennt er die ukrainische Einheit «Kraken».

Von einem «hybriden Krieg» zwischen Russland und Deutschland will Thumann nicht mehr sprechen. Er sagt: «Deutschland und Russland befinden sich im Krieg.» Bei Sabotageakten, die Russland gegen Deutschland ausführe, handle es sich aus seiner Sicht um «ganz normale Kriegsakte».

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