Mehr Robotaxis und Drohnen: Uber will sich für die Zukunft rüsten und entlässt zehn Prozent seiner globalen Belegschaft
Die weltgrösste Ridesharing-Plattform Uber verschlankt sich, um sich auf die autonome Zukunft vorzubereiten: Künftig setzt sie mehr auf Robotaxis und Drohnen.
03.09.2026, 01.45 Uhr
3 Leseminuten

Mit 200 Millionen Kunden ist Uber die grösste Plattform für Ridesharing-Dienste.
Bild: Reuters
Der weltweit führende Ridesharing-Dienst Uber krempelt sein Geschäftsmodell um – und dezimiert im Zuge dessen nun die Belegschaft. Wie der CEO Dara Khosrowshahi am Mittwoch in einer E-Mail an die 34 000 Beschäftigten weltweit mitteilte, werde man zehn Prozent der Mitarbeiter entlassen. Betroffen sind vor allem Positionen im mittleren Management, wie auch schon bei den Massenentlassungen bei Meta vor wenigen Monaten. Es ist die grösste Kündigungswelle bei Uber seit der Corona-Pandemie.
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Konkret wird jede fünfte Manager-Rolle gestrichen, sowie viele Stellen, die «mehr als sieben Schichten vom CEO entfernt sitzen». Auch das Arbeiten im Homeoffice schafft Uber weitgehend ab: Nur etwa ein Prozent der Belegschaft soll künftig nicht mehr im Büro sitzen müssen. Für den Rest wird die Auflage, höchstens noch zwei Tage pro Woche von daheim aus arbeiten zu dürfen, nun schärfer umgesetzt.
Die so frei gesetzten Finanzmittel – gemäss Medienberichten rund 825 Millionen Dollar – sollen vor allem in Automatisierungen in den Firmenbereichen Ridesharing und Lieferdienste fliessen. «Wir haben die Chance, in allen unseren Kerngeschäftsbereichen innovativ zu sein und die autonome Zukunft zu gestalten», schrieb der CEO Khosrowshahi in der E-Mail.
10 Milliarden Dollar für Robotaxi-Angebote

Dara Khosrowshahi, CEO von Uber, will mehr auf autonome Zustellungen setzen.
Insbesondere der Bereich Robotaxis ist für Uber wichtig, mehr als 10 Milliarden Dollar investiert Khosrowshahi hier. Ursprünglich hatte Uber eine eigene Robotaxi-Einheit unterhalten. Doch 2018 war es zum bis dato einzigen tödlichen Unfall mit einem Robotaxi gekommen. Damals erfasste ein Fahrzeug von Uber eine obdachlose Fussgängerin in einem Vorort von Phoenix im Gliedstaat Arizona bei voller Geschwindigkeit und tötete sie. Zwar hatte in dem konkreten Fall die menschliche Backup-Fahrerin versagt – sie schaute statt auf die Strasse auf das Handy. Dennoch war der Vorfall derart schädigend für Ubers Reputation, dass man 2020 die gesamte Robotaxi-Sparte verkaufte.
Inzwischen setzt Uber ganz darauf, die global führende Plattform für Robotaxi-Dienste aller Art zu werden. Mit 200 Millionen Nutzern weltweit habe man einen einzigartigen Zugang zu Kunden, behauptet die Firma. So kann man etwa die Robotaxis von Waymo in einzelnen amerikanischen Städten über die Uber-App buchen.
Gleichzeitig will Uber aber auch einen eigenen Robotaxi-Dienst lancieren. Dafür kauft es die Fahrzeuge der Firma Lucid und das komplette Level-4-Fahrsystem von Nuro ein. Losgehen soll es Ende des Jahres in der San Francisco Bay Area. Hinzu kommt eine Partnerschaft mit dem Automobilhersteller Rivian über 50 000 autonom fahrende Fahrzeuge, die 2028 lancieren soll.
Insgesamt arbeitet Uber mit mehr als 30 Firmen zusammen, um seine Robotaxi-Angebote voranzubringen. Auf diese Weise will die Firma bis Ende des Jahres in 15 amerikanischen Städten Robotaxi-Dienste in unterschiedlichen Formen anbieten und damit zum Konkurrent der Google-Tochter Waymo und der Amazon-Tochter Zoox werden.
Langfristig ist das Ziel der Firma klar: nämlich weniger menschliche Fahrer zu beschäftigen und stattdessen mehr autonome Fahrzeuge zu unterhalten, damit es die Gelder nicht mehr mit den Fahrern teilen muss.
Drohnendienste für Uber Eats
Auch im Geschäftsbereich Delivery, also der Auslieferung von Essen und Einkäufen durch Uber Eats, setzt Khosrowshahi zunehmend auf Automatisierung. Im August kündigte er eine Zusammenarbeit mit der Firma Zipline an, deren Drohnen künftig im Auftrag von Uber fliegen sollen. Los gehen soll es in wenigen Monaten ebenfalls in der San Francisco Bay Area. Uber erhofft sich davon nicht nur Kosteneinsparungen, sondern auch, die Kunden über die Luft schneller zu erreichen – und neue Kundengruppen hinzuzugewinnen, etwa in ländlichen Regionen.
Besonders im Heimatmarkt Amerika steht Uber Eats unter Druck: Dort verliert man zunehmend Marktanteile an den Konkurrenten DoorDash. Doch auch dieser setzt zunehmend auf Automatisierung und testet bereits ebenfalls Drohnenzustellungen in San Francisco. Uber muss aufpassen, dass es nicht weiter Marktanteile verliert.

Mit Uber Eats stellt die Firma seit 2019 auch Essen zu.
Neben den Automatisierungen verfolgt Uber zudem Pläne, eine Art «Super App» nach chinesischem Vorbild zu werden – also die zentrale Anlaufstelle für alle möglichen Bedürfnisse von Kunden. Kurz nachdem Khosrowshahi 2017 CEO geworden war, führte er den Restaurant-Lieferdienst Uber Eats ein. Wenig später erweiterte er diesen um Lebensmittellieferungen aus Supermärkten. Seit April können Uber-Kunden nun auch Hotelaufenthalte in der Uber-App buchen, dank einer Kooperation mit Expedia.
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