Stand: 26.08.2026, 08:27 Uhr
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Selina Grotian erlebte eine komplizierte letzte Saison. Vor allem der Druck vor Olympia machte der deutschen Biathlon-Hoffnung zu schaffen.
München – Selina Grotian hat einen Winter zum Vergessen hinter sich. Im Podcast „Extrarunde“ blickt die deutsche Biathlon-Hoffnung auf eine Saison zurück, in der sportliche Leistung und gesundheitliche Rückschläge eng zusammenlagen. Nach ihrem starken Vorwinter startete Grotian verhalten in den Olympia-Winter. Eine Corona-Infektion zwang sie zudem zu einer dreiwöchigen Pause – und brachte ihre Teilnahme an den Spielen in Antholz früh in Gefahr.

So musste Grotian die Weltcups in Hochfilzen und Le Grand-Bornand absagen: „Ich weine selten, aber da sind mir wirklich die Tränen gekommen. Diese Krankheit hat mich so belastet, ich war dann wirklich ausgeknockt drei Wochen lang. Das war sehr schwer für mich.“ Gleichzeitig lief die Zeit für die Olympia-Norm davon.Vor ihrer Weltcup-Rückkehr in Oberhof im Januar sei der Druck so groß geworden, dass sie sogar einen „Nervenzusammenbruch“ bekommen habe
Deutsches Biathlon-Ass enthüllt härtesten zwei Wochen ihrer Karriere
Die DSV-Athletin: „Die Nächte vor den Rennen waren für mich Katastrophe. Ich konnte gar nicht mehr richtig schlafen, weil ich so nervös war.“ Die Weltcups in Oberhof und Ruhpolding waren für Grotian schließlich die letzte Möglichkeit, die Olympia-Norm noch zu erfüllen. „Diese zwei Wochen waren für mich die härtesten zwei Wochen in meiner bisherigen Biathlon-Karriere, weil das mental für mich der Horror war“, sagte sie im Podcast.
In Ruhpolding konnte Grotian dem Druck aber standhalten. Mit den Plätzen 13 und 15 erfüllte sie die geforderte Top-15-Norm und qualifizierte sich auf den letzten Drücker für ihre ersten Olympischen Winterspiele. Die Erleichterung war entsprechend groß. Nach der erfolgreichen Qualifikation war sie einfach nur erleichtert und ist auch erstmal in Tränen ausgebrochen, sagte die aus Mittenwald stammende Biathletin.
Der Olympia-Auftritt selbst verlief anschließend enttäuschend. In Antholz blieb Grotian in ihren drei Rennen jeweils außerhalb der besten 40. Im Rückblick wollte sie das nicht allein auf die überstandene Corona-Infektion zurückführen. Auch die Vorbereitung könne zu viel gewesen sein, erklärte sie. Vor allem das mentale Auf und Ab habe Kraft gekostet – am Ende sei einfach vieles zusammengekommen.
Sportlich war die vergangene Saison damit ein Rückschritt, zugleich lieferte sie Grotian wichtige Erfahrungen. Im kommenden Winter will die Biathletin aber wieder voll durchstarten. „Mein Hauptziel ist es, erstmal wieder in den Weltcup zu kommen“, erklärte sie. „Ich hoffe, dass das Glück wieder auf meiner Seite ist, ich nicht krank werde und endlich mal wieder eine komplette Saison laufen und meine Leistungen wieder wie in den Jahren davor abrufen kann.“ (kk)