DFB-Pokal: Ausschreitungen in Mannheim überschatten Pokalabend

Der VfB Stuttgart hat mit einem 4:0-Sieg beim Drittligisten Hansa Rostock die erste Hürde im DFB-Pokal genommen. Auch Eintracht Frankfurt zog mit dem höchsten Sieg der Vereinsgeschichte im DFB-Pokal in die zweite Runde ein. Überschattet wurde der erste Pokalabend am Freitag jedoch von chaotischen Szenen beim Südwest-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern. Die hochemotionale und von Ausschreitungen geprägte Partie stand kurz vor dem Spielabbruch.

Der Zweitligist 1. FC Kaiserslautern gewann die Begegnung beim Drittligisten Waldhof Mannheim letztlich dank eines späten Treffers in der Verlängerung mit 1:0 (0:0). Nach der regulären Spielzeit mussten Einsatzkräfte der Polizei und berittene Polizisten eingreifen, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bringen. Erst waren die Spieler beider Mannschaften aneinandergeraten, dann schossen Zuschauer Raketen auf das Spielfeld und die Haupttribüne. Einige Mannheim-Anhänger stürmten auf den Platz. Die Polizei beruhigte das Geschehen. Nach etwa 30-minütiger Unterbrechung pfiff Schiedsrichter Robert Schröder zur Verlängerung an.

Borussia Dortmund

:Das schwarz-gelbe Herz hüpft

Zwei griechische Großtalente und ein niederländischer Verbindungsmann: Die jüngsten Transfers zeigen bei Borussia Dortmund die Richtung an und lassen den Klub große Ziele ins Auge fassen. Nicht nur für den Supercup.

Mannheims Sportdirektor Mathias Schober äußert sich am Mikrofon des Senders Sky zu den Tumulten: Ein Platzsturm „gehört auf keinen Fall ins Stadion“, sagte er. FCK-Sportgeschäftsführer Thomas Hengen betonte: „Das war ein Derby, das muss auf dem Platz bleiben. Was dann auf den Rängen abgegangen ist, war drüber.“ Hengen fügte an: „Das schadet uns, das schadet allen, das schadet dem Fußball.“

In der Verlängerung traf Ibrahim Kanate (120.) vor 23 513 Zuschauern zum Sieg für den FCK, der zum vierten Mal in Folge die erste Runde überstand. Die Mannheimer kassierten nach einem guten Saisonstart mit vier Zählern in der 3. Liga die erste Pflichtspielniederlage der Spielzeit.

Drei Tore von Dzenan Pejcinovic für Stuttgart

Der VfB Stuttgart profitierte in Rostock von seinem 25-Millionen-Euro-Transfer Dzenan Pejcinovic, der den Klub fast im Alleingang eine Runde weiter brachte. Der Neueinkauf vom VfL Wolfsburg erzielte bei seinem Pflichtspieldebüt für den VfB gleich drei Tore zum 4:0 (2:0)-Erfolg beim Drittligisten FC Hansa Rostock. Vor 27 453 Zuschauern im Ostseestadion traf der 21 Jahre alte Pejcinovic in der 18., 37. sowie 82. Minute und belohnte damit einen sehr dominanten und spielfreudigen Auftritt des Fußball-Bundesligisten. Tiago Tomas (74.) schoss in der zweiten Halbzeit das 3:0.

Der DFB-Pokal ist mittlerweile so etwas wie ein Lieblingswettbewerb der Stuttgarter: 2025 gewann das Team von Sebastian Hoeneß den Cup, 2026 stand es im Finale. Von den vergangenen 22 Pokalspielen hat der VfB nur drei verloren.

Frankfurt lässt dem Fünftligisten SC St. Tönis beim 11:0 keine Chance

Eintracht Frankfurt feierte zum Saisonauftakt gleich ein Schützenfest. Der favorisierte Bundesligist ließ dem Fünftligisten und Pokal-Debütanten SC St. Tönis beim 11:0 (10:0) nicht den Hauch einer Chance und stellte beim höchsten Pokalsieg der Vereinsgeschichte eine Bestmarke auf: Vor 10 893 Zuschauern in der ausverkauften Krefelder Grotenburg trafen im ersten Pflichtspiel unter Trainer Adi Hütter, der zur Eintracht zurückgekehrt ist, Jonathan Burkardt (4./29./41. Minute) mit einem Hattrick, Robin Koch (10.), Ayoube Amaimouni (17.), Can Uzun (34./36.), Elias Baum (44.), Younes Ebnoutalib (45.+1) und Mario Götze (45.+5) und Fares Chaibi (87.).

Für Stimmung sorgten schon vor Anpfiff die etwa 6000 mitgereisten Eintracht-Fans. Die Heimfans des Vereins aus der 30 000 Einwohner Stadt Tönisvorst zündeten auf der Gegenseite eine bunte Konfettikanone. Trotz eines durchaus mutigen Beginns der Amateure nahmen die Hessen dem Oberligisten mit zwei frühen Kopfball-Toren nach Ecken durch Burkardt und Kapitän Koch schnell die Hoffnung auf eine Überraschung.

Der Karlsruher SC zog beim SC Preußen Münster nach einem Rückstand noch in die zweite Runde ein. Die Zweitliga-Mannschaft von Trainer Maximilian Senft besiegte den Drittligisten mit 2:1 (0:1). Im ausverkauften Preußenstadion drehten Marvin Wanitzek (69. Minute) und Sebastian Jung (81.) die Partie mit ihren Toren für den KSC. Montell Ndikom (35.) hatte Münster zunächst in Führung geschossen.