Ukraine: Viele Tote nach russischem Angriff auf Einkaufszentrum

Mindestens 15 Menschen sind bei russischen Drohnenangriffen auf ein belebtes Einkaufszentrum in der südostukrainischen Großstadt Krywyj Rih getötet worden. Das berichtete der Militärgouverneur des Gebiets Dnipropetrowsk auf der Nachrichtenplattform Telegram. Die Zahl der Verletzten habe sich bis zum Abend auf 130 erhöht, 29 Personen hätten schwerste Verletzungen erlitten, hieß es. Unter den Verletzten befänden sich 23 Kinder, fünf von ihnen hätten schwere Verletzungen erlitten.

Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach in einem Beitrag auf Facebook von einem »absolut zynischen und hinterhältigen Angriff auf ein gewöhnliches Einkaufszentrum«. Seinen Angaben zufolge griffen die Drohnen in zwei Wellen an. »Eine halbe Stunde nach dem ersten Treffer und dem Ausbruch eines Brandes folgte ein erneuter Angriff auf die Rettungskräfte«, berichtete er.

»Solche Angriffe sind schlichtweg Terrorakte«, betonte er. Die Welt müsse entsprechend darauf reagieren – mit echtem Druck auf den Aggressor. »Damit Frieden herrschen kann, muss Russland tatsächlich zur Verantwortung gezogen werden«, so Selenskyj.

Krywyj Rih liegt rund 350 Kilometer südöstlich der Hauptstadt Kiew. Erst vor wenigen Tagen war die Stadt vom russischen Militär mit Kampfdrohnen und ballistischen Raketen angegriffen worden. Dabei starben nach offiziellen Angaben zwei Zivilisten, knapp ein Dutzend Menschen wurde verletzt.

Weitere Angriffe in Mykolajiw und Cherson

Bei einem weiteren russischen Angriff wurde am Abend die Region Mykolajiw getroffen. Dabei starben nach Angaben des ukrainischen Innenministeriums mindestens vier Menschen, unter ihnen drei Kinder. Der russische Angriff habe ein Geschäft, eine Apotheke und ein Postamt getroffen.

In der Region Cherson im Süden des Landes starben zwei Menschen bei einem russischen Artillerieangriff. Die Opfer waren ein 80-jähriger Mann und eine 92 Jahre alte Frau, teilte der regionale Militärverwalter auf Telegram mit.