DFB-Pokal gegen Darmstadt „Spiel auf Augenhöhe“ – Wagner kündigt Rotation bei der SV Elversberg an
Elversberg · Fußball-Bundesligist SV Elversberg empfängt in der zweiten Runde des DFB-Pokals den Zweitligisten SV Darmstadt 98. SVE-Trainer Wagner kündigt für das Spiel Rotation an.
26.10.2026 , 20:08 Uhr
SVE-Mittelfeldspieler Amara Condé (links) und Außenverteidiger Phil Mickelson (rechts) könnten an diesem Dienstag im DFB-Pokalspiel gegen Darmstadt 98 in die Startelf rutschen, weil Trainer Vincent Wagner wegen der Belastungssteuerung rotieren könnte.
Foto: Heiko Lehmann
Sieben Mal stand die SV Elversberg bislang in der zweiten Runde des DFB-Pokals. Sieben Mal war dort Endstation. An diesem Dienstag (20.45 Uhr) bietet sich dem Bundesligisten eine historische Gelegenheit. Als Tabellenachter empfängt die SVE mit dem SV Darmstadt 98 das Schlusslicht der 2. Bundesliga. Dazu kommt der Heimvorteil an der Kaiserlinde. „Es geht mal wieder darum, Geschichte zu schreiben“, sagte SVE-Trainer Vincent Wagner am Montag. Bereits 8800 Eintrittskarten sind verkauft, der Heimbereich ist ausgelastet.
Noch vor knapp einem Jahr sah die Fußballwelt für beide Vereine anders aus. Ende November 2025 trafen sie sich an der Kaiserlinde zum Spitzenspiel der 2. Bundesliga. Der Tabellendritte empfing den Vierten, die Begegnung endete 0:0. Elversberg stieg später in die Bundesliga auf, Darmstadt blieb zweitklassig. Während die SVE nun auch dort für Aufsehen sorgt, kämpfen die Hessen gegen den Absturz in die 3. Fußball-Liga.
Wagner erwartet ein Duell auf Augenhöhe
Wagner erinnerte daran, wie unterschiedlich die Entwicklung hätte verlaufen können. Ohne den Aufstieg hätte auch Elversberg einen großen Umbruch bewältigen müssen. „Das hätte uns genauso passieren können“, sagte der 40-Jährige mit Blick auf Darmstadts Probleme. Er sei froh, dass seine Mannschaft mit guter Arbeit und dem nötigen Glück aufgestiegen sei. Von einem Selbstläufer will Wagner nichts wissen: „Es wird ein Spiel auf Augenhöhe werden.“
Darmstadts Trainer Florian Kohfeldt steht nach dem schwachen Saisonstart unter Druck. Nach dem 0:4 beim Karlsruher SC hatte er den Auftritt seiner Mannschaft als katastrophal bezeichnet. Beim anschließenden 0:0 gegen den FC St. Pauli präsentierten sich die Lilien defensiv stabiler. Nun soll im Pokal ein Erfolgserlebnis her. „Wir wollen eine Runde weiterkommen, denn alles andere macht keinen Sinn“, sagte Kohfeldt. Er lobte die Entwicklung und die offensive Spielweise der SVE. Seine Mannschaft werde sich nicht ausschließlich in der eigenen Hälfte verschanzen.
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Die SZ-Noten zum Spiel der SV Elversberg gegen RB Leipzig
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Foto: Hendrik Schmidt/dpa/Hendrik Schmidt
Sickinger verpasst das Wiedersehen
Eine besondere Geschichte verbindet beide Vereine. Elversberg und Darmstadt standen sich bereits in der Regionalliga Süd, in der 3. Liga und in der 2. Bundesliga gegenüber. Über Jahre gab es zudem Freundschaftsspiele. Zu Regionalliga-Zeiten trafen sich sogar Anhänger beider Vereine vor einer Begegnung in Darmstadt auf einem Nebenplatz, um selbst Fußball zu spielen. Nun kommt der DFB-Pokal hinzu.
Besonders emotional hätte die Partie für Carlo Sickinger werden können. Der 29-Jährige wechselte im Januar 2022 zunächst auf Leihbasis vom SV Sandhausen nach Elversberg. Damals spielte die SVE noch in der Regionalliga. Sickinger erlebte die drei Aufstiege bis in die Bundesliga. Vor der ersten Erstliga-Saison wechselte er jedoch nach Darmstadt. Im Lilienblog erklärte er später, dass ihn seine sportliche Perspektive zum Nachdenken gebracht habe. Eng verbunden ist er weiterhin mit SVE-Stürmer Luca Schnellbacher, mit dem er viereinhalb Jahre und drei Aufstiege erlebt hat. Auf das Wiedersehen muss Sickinger wegen einer Wadenverletzung verzichten. Auch Luca Marseiler, Fabian Nürnberger, Merveille Papela und Yosuke Furukawa fehlen den Hessen.
Wagner kündigt Rotation im SVE-Kader an
Bei der SVE gibt es im Kader eine Veränderung zum Wochenende. Jan Gyamerah muss wegen einer Oberschenkelverletzung passen. Dafür kommt Luca Schnellbacher zurück. Wagner kündigte angesichts der Belastung an, auf einigen Positionen zu rotieren. Zwischen dem 0:4 bei RB Leipzig am Samstag und dem Pokalspiel liegen nur zwei spielfreie Tage. Die Gesundheit der Spieler habe Priorität. Gleichzeitig verfüge die Mannschaft über einen kleinen, aber feinen Kader. Mögliche Wechsel wären Florian Le Joncour für Maximilian Rohr in der Innenverteidigung, Francis Onyeka für Frederik Schmahl auf der Zehner-Position, Nicolas Mickelson für Lasse Günther als linker Verteidiger oder Amara Condé im defensiven Mittelfeld für Lukasz Poreba oder Felix Keidel.
Die Niederlage in Leipzig hat Wagner abgehakt. Trotz des Ergebnisses war er mit dem Auftritt zufrieden. „75 Minuten war es das beste Auswärtsspiel, das wir jemals gemacht haben, seitdem ich hier Trainer bin“, sagte er. Seine Mannschaft habe mutig nach vorne gespielt und sei durch das zusätzliche Risiko deutlich unter die Räder gekommen. Für Darmstadt fordert er eine bessere Absicherung gegen Konter. Auch die Spieler richteten den Blick nach vorne. „Jetzt geht es weiter. Wir wollen unser Pokalspiel zuhause gewinnen“, sagte Poreba.
Im Pokal muss eine Entscheidung fallen
Die SVE ist seit vier Pflichtspielen gegen Darmstadt ungeschlagen. Zweimal gewann sie, zweimal gab es ein Unentschieden. Doch diesmal gibt es keine Punkteteilung. Notfalls entscheiden Verlängerung und Elfmeterschießen. „Das trainieren wir eh regelmäßig“, sagte Wagner.
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