DFB-Sorgen unter Klopp: Rummenigge rechnet mit Talfahrt ab
Stand: 10.10.2026, 12:39 Uhr
Nur ein Sieg aus vier Spielen: Der Start von Jürgen Klopp als Bundestrainer verlief enttäuschend. Karl-Heinz Rummenigge sieht ein grundsätzliches Problem beim DFB.
München – Der erhoffte Aufschwung der deutschen Nationalmannschaft lässt weiter auf sich warten. Auch unter Jürgen Klopp scheint der Weg zurück in die Weltspitze länger als gedacht. Nach vier Nations-League-Spielen steht für den neuen Bundestrainer nur ein Sieg zu Buche. Karl-Heinz Rummenigge betrachtet die Entwicklung mit Sorge. Die Bayern-Legende kritisiert vor allem, was der DFB-Auswahl seit Jahren fehlt.

Im Gespräch mit ran zog der frühere Nationalmannschaftskapitän eine ernüchternde erste Bilanz. „Es war ein Neustart und den möchte ich auch noch gar nicht bewerten“, erklärte Rummenigge. Ein Sieg aus vier Spielen entspreche aber nicht den Erwartungen. Doch der 71-Jährige nahm Klopp ausdrücklich in Schutz und warb für Geduld. Er hoffe, dass sich die Ergebnisse in den kommenden Spielen verbessern.
Rummenigge vermisst Führungspersönlichkeiten im DFB-Team
Deutlicher wurde Rummenigge bei einer Gesprächsrunde im Münchner Residenztheater. Dort blickte der Europameister von 1980 auf die Entwicklung der Nationalmannschaft seit den Turnieren 2014 und 2016 zurück. Früher habe Deutschland regelmäßig um die entscheidenden Plätze bei Welt- und Europameisterschaften gespielt. Von dieser Selbstverständlichkeit sei inzwischen wenig geblieben.
Besonders eine Eigenschaft vermisst der langjährige Bayern-Vorstandsboss in der aktuellen Spielergeneration: „Wir brauchen wieder mehr Typen.“ Spieler also, die Verantwortung übernehmen und ihre Mannschaft in schwierigen Situationen mitreißen. Mit dieser Einschätzung stand Rummenigge nicht allein. Auch die früheren Nationalspieler Toni Schumacher und Pierre Littbarski sahen in der fehlenden Zahl an Führungspersönlichkeiten ein Problem.
Die Kritik richtet sich damit weniger gegen Klopps erste Entscheidungen als gegen eine Entwicklung, die schon lange vor dessen Amtsantritt begonnen hat. Seit dem WM-Titel 2014 und dem Halbfinaleinzug bei der EM 2016 blieb die deutsche Mannschaft bei großen Turnieren immer wieder hinter den Erwartungen zurück.
Klopps ungewöhnliche Herangehensweise im Hinblick auf die Nominierung von 44 Spielern sorgt trotzdem für Diskussionen. Verurteilen wollte Rummenigge das Experiment aber nicht. Möglicherweise habe der Bundestrainer damit einen Weg gefunden, die Nationalmannschaft wieder erfolgreicher zu machen. (luh)