Diakonie zieht sich zurück: Neuer Verein soll Integrationsprojekt retten

Stand: 06.10.2026, 21:00 Uhr

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Die Vorstandschaft des neuen Vereins: (untere Reihe v.l.) Nicola Beaucamp (Schriftführerin), Ingeborg Bias-Putzier, Heiner Putzier (Schatzmeister) und Adel Youkhanna sowie (obere Reihe v.l.) Stefanie Peters, Nour Hanna-Krahl, Zahraa Akbari und Masoumeh Tajik (alle Beisitzerinnen).

Die Vorstandschaft des neuen Vereins: (untere Reihe v.l.) Nicola Beaucamp (Schriftführerin), Ingeborg Bias-Putzier, Heiner Putzier (Schatzmeister) und Adel Youkhanna sowie (obere Reihe v.l.) Stefanie Peters, Nour Hanna-Krahl, Zahraa Akbari und Masoumeh Tajik (alle Beisitzerinnen). © Wolfgang Köhler

Migranten, die sich in Deutschland gut integriert haben, helfen solchen, die neu angekommen sind. Das ist Ziel des Projekts T.O.P. – doch eine wegbrechende Finanzierung bedrohte das Angebot. Jetzt soll ein neuer Verein seinen Fortbestand sichern.

Landkreis – Ins Leben gerufen wurde das Projekt „Teilhabe.Orientierung.Perspektiven“ (T.O.P.) vor etwa drei Jahren. Zum Standort in Weilheim (Räume von „Asyl im Oberland“) kam 2024 der in Schongau hinzu (Begegnungszentrum an der Karmeliterstraße). Die Migranten, die sich bei dem Projekt ehrenamtlich engagieren, brachten Vorkenntnisse mit und wurden für T.O.P. weiter qualifiziert. „Aufgrund ihrer eigenen Erfahrungen können sie Neu-Ankommende kultursensibel und in der jeweiligen Muttersprache unterstützen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Diakonie für München und Oberbayern.

Die Diakonie ist noch Träger des Projekts T.O.P., doch sie zieht sich zum Jahresende aus dieser Rolle zurück. Als Grund für diesen Schritt nennt sie das Ende der Projektfinanzierung. „Die Förderung für das Projekt war von Anfang an befristet. Nachdem die Finanzierung durch die evangelische Landeskirche Bayern Ende 2025 ausgelaufen ist, haben wir das Projekt noch ein weiteres Jahr aus eigenen Mitteln getragen“, wird Andrea Betz, Vorstandssprecherin der Diakonie München und Oberbayern, in der Mitteilung zitiert. „Wir wissen, wie viel Zeit und Herzblut die Ehrenamtlichen und Mitarbeitenden in den vergangenen Jahren eingebracht haben. Nur durch ihr Engagement konnte das Projekt so viel bewirken. Ihnen gilt unser herzlicher Dank dafür.“

Doch auslaufen soll T.O.P. nicht. „Es freut uns, dass sich Menschen gefunden haben, die das Projekt nun weiterführen werden“, so Betz. Maßgeblich an den Zukunftsplänen für das Projekt beteiligt ist Ingeborg Bias-Putzier, die das Angebot bereits mitinitiiert hat und es bis heute leitet. Sie sagt über T.O.P.: „Der Bedarf ist weiter da.“ Auch wenn der Zustrom der Migranten geringer sei als früher – für jene, die bereits in Deutschland sind, seien Strukturen zur Integration wichtig. „Mit T.O.P. haben wir gezeigt, wie gesellschaftlicher Zusammenhalt erfolgreich gestaltet werden kann. Migration und Integration werden hier gelebt“, stellt Bias-Putzier fest, für die der Rückzug der Diakonie nicht überraschend kam. Sie weist auch darauf hin, dass das Hilfsangebot, das von Ukrainern genauso genutzt werde wie von Afghanen und Syrern, andere Berater entlaste.

Sprechstunden

Die Ehrenamtlichen des Projekts T.O.P. haben folgende Sprechstunden:

in Weilheim, Obere Stadt 3, dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr,
in Schongau, Karmeliterstraße 6/Dr.-Leonhard-Zill-Platz, montags und mittwochs von 15 bis 17 Uhr.

Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Neubeginn „nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance“

Der im August neu gegründete Verein „Förderverein T.O.P.“ soll das Integrationsprojekt ab 1. Januar 2027 weiterführen. Sein erster Vorsitzender ist Adel Youkhanna (Caritasverband Augsburg), der mit dem Hilfsangebot schon von Anfang an vertraut ist. Bias-Putzier fungiert als zweite Vorsitzende. Sie war bis zu ihrem Eintritt in den Ruhestand im Jahr 2025 Integrationslotsin bei der Diakonie und fungiert bei dieser noch bis 31. Dezember als Projektleiterin.

„Wir bekommen jetzt schon Spenden“, berichtet Bias-Putzier über den neuen, gemeinnützigen Verein. Sie sei zuversichtlich, dass es mit der weiteren Finanzierung von T.O.P. klappt. Geld benötigt der Verein für Aufwandsentschädigungen genauso wie für die Anmietung der Räume in Schongau.

Bias-Putzier sagt zwar: „Ohne die Diakonie hätten wir das Projekt nicht drei Jahre fortführen können.“ Doch sie erklärt auch, dass der Neubeginn nicht nur eine Herausforderung, sondern auch eine Chance sei, „etwas Neues entstehen zu lassen“.