Stand: 10.10.2026, 13:30 Uhr
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Volle Schränke – wenig Überblick: Die 90/90-Regel macht das Ausmisten einfacher. Was dahintersteckt und warum der Herbst der perfekte Zeitpunkt ist.
Der Herbst ist die ideale Jahreszeit, um Ordnung ins Zuhause zu bringen. Kühlere Temperaturen und längere Abende laden dazu ein, Schränke, Keller und Abstellkammern endlich zu entrümpeln. Doch vor dem ersten Griff in die vollgestopfte Schublade stellt sich oft eine entscheidende Frage: Was bleibt – und was muss weg? Genau hier setzt die 90/90-Regel an, eine einfache Methode aus der Minimalismus-Bewegung, die das Entscheiden deutlich erleichtert.
Die Regel wurde vor allem durch den US-amerikanischen Podcast und die Bücher der sogenannten „Minimalists", Joshua Fields Millburn und Ryan Nicodemus, bekannt. Ihr Grundprinzip ist denkbar simpel – und lässt sich auf nahezu jeden Gegenstand im Haushalt anwenden. Wer im Herbst ausmisten möchte, findet in der 90/90-Regel einen klaren Leitfaden statt endloser Grübeleien.
So funktioniert die 90/90-Regel beim Ausmisten
Das Prinzip besteht aus zwei einfachen Fragen: Wurde dieser Gegenstand in den letzten 90 Tagen benutzt? Und falls nicht – wird er in den nächsten 90 Tagen gebraucht werden? Lautet die Antwort auf beide Fragen „Nein", ist es Zeit, sich von dem Objekt zu trennen. Diese klare Zweistufigkeit nimmt den emotionalen Druck aus dem Ausmisteprozess. Statt auf vages Bauchgefühl zu setzen, gibt es ein konkretes Zeitfenster als Maßstab.
Besonders wirksam ist die Methode bei Gegenständen, die sich im Laufe der Zeit unauffällig angesammelt haben: Küchengeräte, die seit Jahren ungenutzt in der Schublade liegen, Kleidungsstücke mit Preisschild oder Bücher, die „irgendwann" gelesen werden sollen. Die 90/90-Regel zwingt zur Ehrlichkeit – denn 90 Tage sind ein realistischer, aber auch großzügiger Zeitraum, der Ausreden kaum Raum lässt.
Ausmisten im Herbst: Warum jetzt der beste Zeitpunkt ist
Der Herbst eignet sich aus mehreren Gründen besonders gut für das Ausmisten. Zum einen steht mit dem Jahresende ein natürlicher Einschnitt bevor, der zur Reflexion einlädt. Zum anderen wird der Kleiderschrank ohnehin für die Wintersaison umgeräumt – eine perfekte Gelegenheit, Stück für Stück die 90/90-Fragen anzuwenden. Wer jetzt entrümpelt, startet entspannt und übersichtlich in die dunkle Jahreszeit.
Ein praktischer Einstieg: Einen einzigen Bereich auswählen – etwa einen Schrank oder eine Schublade – und konsequent jeden Gegenstand nach der 90/90-Regel bewerten. Aussortiertes lässt sich spenden, verkaufen oder recyceln. Der Effekt ist schnell spürbar: Mehr Übersicht, weniger Stress – und das Gefühl, das eigene Zuhause wirklich im Griff zu haben.