Ein Ausrufezeichen: Sieg mit 20 Punkten Vorsprung: Gladiators lassen dem Meister keine Chance

Ein Ausrufezeichen Sieg mit 20 Punkten Vorsprung: Gladiators lassen dem Meister keine Chance

Trier · Diesen Abend werden die Fans in der Arena so schnell nicht vergessen: Die Gladiators sind Alba vor allem im zweiten Durchgang klar überlegen. Dabei gab es immer wieder Statement-Plays.

10.10.2026 , 22:12 Uhr

Artistisch: Den Gladiators (hier mit Jordan Roland) gelang gegen Alba Berlin fast alles.

Artistisch: Den Gladiators (hier mit Jordan Roland) gelang gegen Alba Berlin fast alles.

Foto: Willy Speicher

Es schien, als würde Austin Crowley die Gesetze der Schwerkraft aushebeln. Dem Flügelspieler der Vet-Concept Gladiators Trier gelang am Samstagabend gegen Alba Berlin etwas, das noch mal besondere Erwähnung verdient. Es war im dritten Viertel, als er mit dem Ball von rechts zum Korb zog. Ein Berliner bedrängt ihn, schlägt ihm in der Bewegung den Ball aus der Hand. Doch Crowley fängt ihn im Flug wieder, gleitet weiter und verwandelt den Korbleger. Den Trierern, ihnen glückte an diesem Abend fast alles.

Dass allerdings etwas anders ist, das merkte jeder Fan in der ausverkauften SWT Arena, noch bevor die Partie überhaupt losging. Denn die Trierer spielten zum ersten Mal in ihrem neuen Sondertrikot, das gewohnte weiße Heimdress wich einem komplett schwarzen Jersey. Es schien die Gastgeber am Anfang der Partie zu beflügeln.

Gladiators gegen Alba Berlin: Trierer kommen gut ins Spiel

Es dauerte keine Minute, da war in der Arena kein Wort mehr zu verstehen, so lautstark unterstützte ein Großteil der 5.400 Zuschauer das Team von Coach Jacques Schneider. Ein Dunk von EJ Onu, auf der anderen Seite klaut Eli Brooks den Ball von den Berlinern, die sich zu Beginn sehr schwertun. Schnell führen die Gladiators mit 10:0. Der Erlöser der Hauptstädter heißt nach knapp vier Minuten Jordan Ford, der mit einem Dreier aus der Ecke die ersten Punkte für Alba sicherte.

Im zweiten Viertel ließen sich die Berliner von der nach wie vor tobenden Arena nicht beirren, das war die Meister-Mentalität. Aber da waren auch immer wieder Statements der Trierer. Ein Dreier von Behnam Yakhchali, Jordan Roland tat es ihm kurz darauf gleich. Dennoch: Der Gladiators-Vorsprung schmolz, Alba glich zwischenzeitlich zum 47:47 aus. Ein, vorsichtig ausgedrückt, umstrittenes Offensivfoul von Eli Brooks hätte ein Wendepunkt kurz vor der Pause sein können.

Aber die Trierer waren gefestigt. Justin Simon gelang im Fastbreak ein Korbleger mit Foul, auch der anschließende Freiwurf passte. Mit einer 50:47-Führung für die Gladiators ging es in die Halbzeit.

Zweite Halbzeit: Wenig Druck vom Deutschen Meister

Auch gegen Ludwigsburg hatten die Trierer eine starke erste Halbzeit gespielt, dort taten sie sich nach der Pause aber schwer. Das war diesmal anders. Ausschlaggebend für Jacques Schneider: die Fans. „Sie haben uns superviel Energie gegeben. Die Mannschaft war sehr fokussiert nach der Halbzeit, hat genau die Dinge umgesetzt, die wir wollten.“

Wie sehr die Trierer das Spiel gewinnen wollten, zeigte eine Aktion von Center EJ Onu. Beim Versuch eines Monster-Dunks wurde er gefoult, den Ball konnte er nicht im Korb unterbringen, worüber er sich so laut ärgerte, dass er sogar den Lärm in der Halle übertönte. Onu, mit 18 Punkten am Ende Topscorer, rückte nun immer mehr in den Fokus. Ein Dunk, ein Offensiv-Rebound und zwei Korbleger, damit zwang er Gäste-Coach Pedro Calles zur Auszeit. Zwischenstand: 60:54.

Danach lieferte Marco Hollersbacher ein Highlight: Gegen seinen Dunk konnte Berlins Brandon Angel nichts mehr ausrichten. Die erneute zweistellige Führung nach einem weiteren Dunk von Justin Simon war auch der kompakten Defense im dritten Viertel zu verdanken. Lange ließen die Trierer überhaupt nichts zu, sorgten immer wieder mit Hustle-Plays und Steals für einfache Punkte auf der anderen Seite. Nach der 71:56-Führung nahm Calles seine nächste Auszeit. Sie half nur bedingt; mit 76:62 ging es ins Schlussviertel.

Dort machte EJ Onu da weiter, wo er im dritten Abschnitt aufgehört hatte. Auf einen Block folgte ein Statement-Alley-Oop. Bei den Berlinern schien nichts mehr zu funktionieren. Offene Würfe fielen nicht, der Ball flutschte auch mal aus den Händen der Albatrosse ins Seitenaus.

Doch der Meister wäre nicht der Meister, wenn er solche Rückschläge nicht wegstecken würde. Zwei Dreier passten wieder, durch zwei Punkte an der Freiwurflinie blieben sie mit 83:70 zumindest in Schlagdistanz. Allerdings rannte ihnen die Zeit davon. Knapp sechs Minuten waren noch zu spielen, als Berlins Justin Bean den Vorsprung mit einem Freiwurf auf zwölf Punkte verkürzte.

Trier gewinnt mit 20 Punkten Vorsprung: Am Ende wird’s deutlich

Kamen die Berliner, die auf dem Weg zur Meisterschaft für so viele Comebacks gesorgt hatten, noch mal ran? Nein. Die Gladiators spielten die Partie komplett erwachsen zu Ende. Sie waren an diesem Abend über 40 Minuten die klar bessere Mannschaft. Als Jacques Schneider 16,9 Sekunden vor Schluss eine Auszeit nahm, war das Spiel entschieden. Marco Hollersbacher setzte mit einem Dreier aus der Ecke den 95:75-Schlusspunkt.

Nach der Partie gab’s vom Coach noch mal ein Extralob für sein Team: „Es war auf jeden Fall eines unserer besten Spiele bisher, hier in der SWT Arena gegen den Deutschen Meister. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft und sie hat heute auch verdient gewonnen.“

Punkteverteilung bei den Gladiators: Austin Crowley 11, Justin Simon 9, Behnam Yakhchali 12, Marco Hollersbacher 5, Marten Linßen 7, Jordan Roland 11, Evans Rapieque 0, Moritz Krimmer 6, EJ Onu 18, Eli Brooks 16.