Hamburg
„Die Zeit“ wird übernommen: Holtzbrinck steigt aus – damit Holtzbrinck kommen kann
Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck soll künftig allein hinter der „Zeit” stehen. Das Bundeskartellamt hat nun grünes Licht gegeben.
Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck kann die alleinige Kontrolle über die Hamburger Verlagsgruppe „Zeit” übernehmen. Das Bundeskartellamt gab die Übernahme der bislang von der Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH gehaltenen 50-prozentigen Beteiligung am Zeitverlag frei. Wettbewerbliche Bedenken gebe es nicht, teilte die Behörde in Bonn mit.
Zum 1. Januar 2027 soll Dieter von Holtzbrinck bei der Wochenzeitung aussteigen. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck übernimmt dann die alleinige Kontrolle. Bislang halten beide Unternehmen jeweils 50 Prozent am Zeitverlag.
Kartellamt: Keine weiteren überregionalen Zeitungen
Kartellamtspräsident Andreas Mundt erklärte: „Das Vorhaben ist aus wettbewerblicher Sicht unbedenklich.” Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck sei bereits seit vielen Jahren am Zeitverlag beteiligt und übernehme nun wieder die alleinige Kontrolle. Sie verfüge über keine weiteren Aktivitäten im Bereich der überregionalen Tages- oder Wochenzeitungen.
Der Zeitverlag gibt neben der Wochenzeitung „Die Zeit” unter anderem die Magazine „Zeit Campus”, „Zeit Wissen” und „Zeit Leo” heraus. Er gehört seit 1996 zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck. 2009 übernahm die Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH 50 Prozent der Anteile.
Holtzbrinck bündelt Verantwortung bei der „Zeit”
Die Unternehmen hatten den geplanten Eigentümerwechsel im Juni angekündigt. Damals hieß es, die unternehmerische Verantwortung bei der „Zeit” solle künftig wieder in einer Hand gebündelt werden. Auswirkungen auf den strategischen Kurs oder die organisatorischen Strukturen der Verlagsgruppe seien nicht vorgesehen. Über finanzielle Details wurde Stillschweigen vereinbart.
Zur Dieter von Holtzbrinck Medien GmbH gehören unter anderem das „Handelsblatt“ und die Berliner „Tagesspiegel”-Gruppe. Die Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck ist darüber hinaus unter anderem in den Bereichen Publikumsverlage, Wissenschaft, digitale Medien sowie Lern- und Lehrmaterialien tätig.
Die beiden Verlage gehen auf dieselbe Unternehmerfamilie zurück: Dieter von Holtzbrinck ist der Sohn des Verlagsgründers Georg von Holtzbrinck, sein Halbbruder Stefan führt heute die gleichnamige Verlagsgruppe. Dieter von Holtzbrinck hatte 2009 einen Teil der Mediengeschäfte aus dem Familienkonzern herausgelöst und seine eigene Verlagsgruppe gegründet. (dpa/mp)