Newsblog zum Krieg in der Ukraine
Ukraine attackiert Russland – Region ruft Ausnahmezustand aus
Aktualisiert am 24.09.2026 - 15:36 UhrLesedauer: 21 Min.
Die Regierung will im Umgang mit Russland nicht zur Tagesordnung übergehen. Ukrainische Drohnen lösen einen Ausnahmezustand aus. Alle Entwicklungen im Newsblog.
Donnerstag, 24. September
Ukraine attackiert Russland – Region ruft Ausnahmezustand aus
Wegen ukrainischer Drohnenangriffe auf die Infrastruktur für den Getreideexport hat der Gouverneur der südrussischen Agrarregion Krasnodar den Ausnahmezustand ausgerufen. Die massiven Attacken auf die Anlagen hätten den Hafenbetrieb lahmgelegt und die Schifffahrt im Schwarzen Meer gestört, teilte Gouverneur Weniamin Kondratjew laut der Nachrichtenagentur Interfax am Donnerstag mit. Durch den Ausnahmezustand können betroffene Betriebe finanzielle Entschädigungen erhalten.
Den Angaben zufolge können die Landwirte einen Großteil ihrer Ernte nicht verkaufen, was zu einem Überangebot auf dem russischen Getreidemarkt führt. Krasnodar hat in diesem Jahr 11,4 Millionen Tonnen Getreide und Hülsenfrüchte geerntet, fast zwei Millionen Tonnen mehr als im Jahr 2025. Besonders die Hafenstadt Noworossijsk, ein wichtiger Umschlagplatz für russisches Öl und Getreide, ist immer wieder Ziel ukrainischer Drohnenangriffe. Sowohl Russland als auch die Ukraine haben in den vergangenen Monaten ihre Angriffe auf Getreideschiffe im Schwarzen Meer verstärkt, was die Weltmarktpreise in die Höhe trieb.
Der Kreml erklärte in dieser Woche, es gebe weitere diplomatische Gespräche über einen Vorschlag der Türkei zur sicheren Durchfahrt von Getreideschiffen im Schwarzen Meer. Bis zu einer Einigung suche Russland nach alternativen Routen für seine Exporte. Im Juli 2022 hatten die Türkei und die UN das sogenannte Schwarzmeer-Getreideabkommen vermittelt, um trotz des Krieges sichere ukrainische Exporte zu ermöglichen. Russland war jedoch im folgenden Jahr aus der Vereinbarung ausgestiegen. Zur Begründung hieß es, dass die eigenen Nahrungsmittel- und Düngemittelexporte behindert würden.
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Bundesregierung: "Keine Normalität im Umgang mit Russland"
Die Bundesregierung nimmt die Einladung der USA an den russischen Präsidenten Wladimir Putin zum G20-Gipfel im Dezember in Miami "zur Kenntnis". "Wir nehmen auch zur Kenntnis, dass Präsident Putin bisher nicht über die Einladung entschieden hat", sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage.
"Für die Bundesregierung gibt es angesichts des Kriegs in der Ukraine keine Normalität im Umgang mit Russland", erklärt er. Die Vorbereitungen zum Gipfel seien im Gange, "auch zu dieser Frage". Die Bundesregierung stimme sich dazu eng mit den Partnern ab.
US-Außenminister Marco Rubio hatte gesagt, die USA hofften, dass Putin die Einladung annehmen werde. Man denke, dass dies eine gute Gelegenheit sei, damit Putin nicht nur mit US-Präsident Donald Trump, sondern auch mit anderen Staats- und Regierungschefs ins Gespräch kommen könnte.
In der G20-Runde der großen Industrie- und Schwellenländer ist Russland zwar offiziell noch Mitglied. Putin nahm allerdings zuletzt 2019 physisch an einem Gipfeltreffen teil – also vor Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022. Der G20-Gruppe gehören 19 Staaten, die Europäische Union und die Afrikanische Union an.
Minister: Feuer in Starlink-Station in Polen war "Sabotage"
Der Brand in einer Anlage des Satelliten-Kommunikationssystems Starlink in Polen ist nach Angaben der polnischen Regierung durch "Sabotage" ausgelöst worden. Durch das Feuer sei "der Internet-Zugang für verschiedene Institutionen gestört worden, einschließlich der ukrainischen Armee", sagt der polnische Digitalminister Krzysztof Gawkowski dem Sender TVP Info. Der Brand war am Mittwochabend in der Anlage in Zentralpolen ausgebrochen, die Station war demnach weiter einsatzfähig.
"Diese Sabotage war absichtlich so konzipiert, um die Station außer Betrieb zu setzen", sagt Gawkowski und fügte hinzu: "Es gibt viele Hinweise darauf, dass wir es mit einem Teil der nächsten Phase der hybriden Kriegsführung zu tun haben." Das Nato- und EU-Mitglied Polen hat Russland seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 schon mehrfach Sabotage vorgeworfen.
Die Station im Besitz des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Exatel wird laut dem Minister unter anderem dazu genutzt, Internetdatenverkehr durch Polen und auch in die Ukraine zu leiten. Außerdem wird sie von den SpaceX-Systemen genutzt, die über Starlink-Terminals eine Internetverbindung bereitstellen. Starlink wird vom Raumfahrtunternehmen SpaceX des US-Tech-Multimilliardärs Elon Musk betrieben und spielt für die Kommunikation der ukrainischen Streitkräfte eine wichtige Rolle.
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Sechs Tote bei russischem Angriff auf Bauernhof
Bei einem russischen Angriff auf einen Bauernhof in der nordostukrainischen Region Charkiw sind nach Angaben der Behörden sechs Menschen getötet worden. Acht weitere Beschäftigte des Betriebs wurden verletzt, teilt der Gouverneur der Region, Oleh Synjehubow mit. Der Angriff traf demnach einen landwirtschaftlichen Betrieb im Dorf Stara Hnylyzja.
Russland hatte in der Region in den vergangenen Stunden mehrere Orte mit Drohnen angegriffen. Nach Angaben der Regionalverwaltung kamen dabei insgesamt weitere Menschen zu Schaden. Die Angaben aus dem Kriegsgebiet lassen sich nicht unabhängig überprüfen.