Stand: 09.08.2026, 17:58 Uhr
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Niklas Reinhardt und Maximilian Stück aus Breitau wirken im Gleichklang. Damit bereichern sie die Freiwillige Feuerwehr und den Fußball.
Breitau – Wenn es in Breitau brennt, dann kommen Niklas Reinhardt und Maximilian Stück im Gleichschritt zum Löschen. Das ist allerdings – obwohl die zwei starken Persönlichkeiten in der Feuerwehr aktiv sind – symbolisch gemeint, denn sie packen an, wo es nötig ist, freilich auch als Brandschützer.
Sie haben unterschiedliche Namen, auch zwischen ihren Geburtstagen liegen zwei Monate und zwei Tage, aber dennoch sind weite Teile ihres Lebens parallel verlaufen, sodass sie gewissermaßen als Zwillinge der Feuerwehr Breitau bezeichnet werden dürfen. Mit acht Jahren gehörten sie 2005 zu den Mitbegründern der Kinderfeuerwehr unter Janine und Stefan Göbel, um schon zwei Jahre später zur Jugendfeuerwehr aufzurücken.
„Mit 17 haben wir uns 2014, wenn auch noch inoffiziell, bereits den Posten des stellvertretenden Jugendwartes geteilt, aber mit dem Wechsel in die Einsatzabteilung 2015 wurde er nun offiziell für die nächsten drei Jahre an uns übertragen“, erklärt Niklas Reinhardt, dass die enge Zusammenarbeit somit gezielte Fortsetzung fand.
Die Jugendwarte
2018 hat Niklas Reinhardt für fünf Jahre die Aufgabe als Jugendwart übernommen, während Maximilian Stück sein Stellvertreter war. Aber das Rad drehte sich weiter: Als der Kaufmann für Büromanagement neben der Arbeit im elterlichen Familienbetrieb für Land-, Forst- und Gartentechnik sein Studium zum Betriebswirt absolvierte, tauschte das Duo von 2023 bis 2025 die Posten, Maximilian wurde Jugendwart, Niklas sein Stellvertreter.
Das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr sollte damit aber längst kein Ende für den jetzt 29-jährigen „Maxi“ und den noch 28 Jahre jungen Niklas nehmen, denn bei der Mitgliederversammlung 2025 wurde Maximilian Stück zum stellvertretenden Wehrführer berufen. „Zu unserem Wehrführer Stefan Göbel, der seit meinem Eintritt in die Kinderfeuerwehr immer mein Vorbild war, pflege ich ein sehr gutes Verhältnis. Und dass ich ihn eines Tages beerbe, möchte ich hier an dieser Stelle nicht ausschließen“, sagt Maximilian Stück mit einem Schmunzeln.
Der Vorsitzende
In ganz große Fußstapfen ist auch Niklas Reinhardt getreten: Er hat in diesem Jahr das Amt des ersten Vorsitzenden für die 215 Mitglieder vom Feuerwehrverein Breitau für Dirk Rüppel, dem Legendenstatus bescheinigt werden darf, übernommen. Was die nötigen Lehrgänge für die Einsatzabteilung betrifft, da hat der Zugführer Maximilian knapp die Nase vorn vor dem Truppführer Niklas. Gemeinsam absolvierten sie die Grund-, Atemschutzgeräteträger-, Maschinisten- und Lkw-Führerschein-Lehrgänge, und Maximilian steigerte sich noch zur Ausbildung im Bereich Funk sowie in Sachen technische Hilfeleistungen bei Verkehrsunfällen.
„Wir sind natürlich schon bei vielen Alarmierungen gemeinsam ausgerückt, mussten aber zum Glück noch nie zu ganz schlimmen Ereignissen“, sagt das Duo unisono. Beide wollen in ihren Ehrenämtern den Stillstand vermeiden, streben allerdings den so wichtigen Fortschritt an. Maximilian Stück: „Ich möchte weiter die gute Jugendarbeit unterstützen, damit die hohe Quote von Nachrückern in den Kreis der Aktiven bestehen bleibt, und werde daran arbeiten, mehr Frauen zu gewinnen.“ Niklas Reinhardt: „Ich möchte mich vor alle Abteilungen stellen, und verspreche, viel Kraft in die Kinder- und Jugendfeuerwehr wie auch für die Aktiven zu investieren. Speziell die neue Ausrüstung, darunter die Kleidung, verdient meine Energie.“
Aktuell bringt sich die Feuerwehr mit Eigenleistungen beim Umbau der oberhalb von Breitau gelegenen Grillhütte mit ein: „Wir bekommen vom Land Hessen dafür Fördermittel aus dem Pool ,Starkes Dorf Plus‘, den entsprechenden Bescheid bringt uns der zuständige Staatssekretär Michael Ruhl höchstpersönlich vorbei“, weiß Niklas Reinhardt zu berichten. Und wiederum beide richten dankbare Worte an den Quereinsteiger Fabian Gleitsmann, der Maximilian Stück nicht nur als Kassierer des Feuerwehrvereins ablöste, sondern das Duo auch vorbildlich in vielen anderen Bereichen tatkräftig im Verein und der Einsatzgruppe unterstützt.
Die Fußballer
Die Gemeinsamkeit und der Gleichschritt münden bei Niklas und „Maxi“ auch noch in andere Betätigungsfelder: Seit 2012, also schon mit 15 Jahren, gehörten sie bis 2025 den jeweiligen Kirmesteams an, wobei sie ihre organisatorischen Substanzen voller Tatendrang unter Beweis stellten, genauso wie bei Jubiläen der Brandschützer, wie im Vorjahr bei 20 Jahre Kinder- und 50 Jahre Jugendfeuerwehr. Ihre fußballerischen Qualitäten führten sie in der gesamten Jugendzeit und später auch bei den Senioren als Libero (Niklas) und Vorstopper („Maxi“) in der Innenverteidigung zusammen. Und ist Not am Manne, helfen sie noch immer in den Teams der SG Herleshausen/Nesselröden/Ulfen aus.
Bei so viel Verbundenheit darf natürlich auch die Liebe nicht zu kurz kommen. Wie sollte es anders sein, beide haben sie ihr Glück in Renda gefunden. Natürlich gehören Annika Eichholz (Niklas) und Jana Stüber (Maxi) dem Vorstand der örtlichen Feuerwehr an, sodass auch hier schon wieder Töne im Gleichklang zu hören sind.
Der Trauzeuge
Da gibt es aber doch einen feinen, gar nicht so kleinen Unterschied. Auch wenn den beiden Paaren aufgrund der ehrenamtlichen Einsatzbereitschaft nur wenig Zeit für Urlaub bleibt, so sind die Leidenschaften allerdings völlig anders gelagert. Während Annika und Niklas die Fernreisen in die weite Welt bevorzugen, zieht es Jana und Maximilian eher in die Berge. Die Gemeinsamkeit kommt aber in drei Wochen auf ganz privater Ebene wieder zum Tragen. Niklas Reinhardt: „Ich feiere mit meiner Annika Hochzeit, mein Trauzeuge ist natürlich Maximilian.“
Einen weiteren Artikel über einen engagierten Menschen lesen Sie hier. Das aktuelle Porträt finden Sie immer in unserer Dienstagsausgabe oder bereits am Montagabend im E-Paper.