Wenn es in den 1980ern und 1990ern um handgemachte, dreckig-brutale Kriegs-Action ging, war „American Fighter“- und „Platoon Leader“-Star Michael Dudikoff als Hauptdarsteller eine Bank. So auch in dem Film, den ihr heute im Free-TV genießen könnt:

Noch vor ein paar Jahren stand der 1995 veröffentlichte Kriegs-Actioner „Soldier Boyz“ mit Genre-Ikone Michael Dudikoff in Deutschland wegen seiner Gewaltdarstellung auf dem Index. Erst 2021 wurde die Indizierung aufgehoben. Bei einer 2022er-Neuprüfung erhielt der Film in der ungeschnittenen Fassung dann eine FSK-16-Freigabe.
„Soldier Boyz“ läuft am heutigen 20. August 2026 um 22.25 Uhr auf Tele 5. Eine Wiederholung folgt in der Nacht vom 21. auf den 22. August um 2.40 Uhr. Bei beiden Terminen dürfte die Uncut-Fassung laufen. Ob Tele 5 diese dann auch wirklich zeigt oder doch lieber die meistens vom Sender gebrachte, um acht Minuten Knast- und Kriegsgewalt sowie derbe Sprache entschärfte Version, ist noch nicht klar. Wer sichergehen will, dass er/sie wirklich alles sieht, greift am besten gleich zur DVD. Denn eine Streaming-Option gibt es derzeit nicht.
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Handgemachte Action
Habt ihr euch am Anfang dieses Artikels den Trailer zu „Soldier Boyz“ angesehen? Es ist schon ganz schön frech vom Indie-Studio MPCA (Motion Picture Corporation of America), seine Produktion auf eine Stufe mit absoluten Klassikern beziehungsweise Meisterwerken wie „Das dreckige Dutzend“, „Boyz ’N The Hood“ und „Platoon“ zu stellen.
Denn nicht nur ist der Reißer von B-Film-Experte Louis Morneau („Joy Ride 2“, „Slipstream“) mit deutlich kleinerem Budget realisiert worden, was man auch sieht. Er hat zudem längst nicht die inszenatorische Qualität und/oder erzählerische Tiefe wie die genannten Arbeiten von Robert Aldrich, John Singleton und Oliver Stone zu bieten.
„Soldier Boyz“ ist also sicher kein Highlight der Leinwand-Historie. Dennoch kann man als Action-Fan noch immer einiges an Spaß mit ihm haben – nicht zuletzt deshalb, weil die Fights, Feuergefechte und Explosionen hier wirklich alle handgemacht sind. Es ist heutzutage schon erfrischend, einen Genrefilm zu sehen, in dem die Setpieces nicht fast komplett vor Greenscreens gedreht und mit CGI oder gar mittels Künstlicher Intelligenz „angereichert“ wurden. Wenn ihr hier eine Szene seht, bei der ihr euch denkt: „Autsch, das muss wehgetan haben“, dann hat es das am Set höchstwahrscheinlich wirklich.
„Soldier Boyz“ bietet keinerlei originelle oder gar innovative Ansätze. Stattdessen setzt Morneau ganz bewusst und konsequent auf einen immer wieder anschwellenden Strom aus Gewalt. Die Story folgt dem klassischen Muster einer Mission mit einer zusammengewürfelten Truppe aus unterschiedlichsten gehenden Charakteren, die für die Aussicht auf vorübergehende Freiheit zusammenarbeiten, obwohl sie sich in einem anderen Rahmen zweifellos gegenseitig an die Gurgel gehen würden.
Michael Dudikoff verkörpert ihren kantigen Anführer durchaus souverän. Das Gros der Action absolvieren indes seine jüngeren Kolleg*innen (mit Jacqueline Obradors aus „Bosch“ ist auch ein „Girl“ unter den „Boyz“), die reihenweise Bösewichte kaltmachen sowie sich gegen Schlangen und andere Tücken des Dschungels behaupten müssen.
Akteure wie „Menace II Society“-Star Tyrin Turner und der primär dank Fieslings-Gastauftritten in TV-Serien bekannte Channon Roe („Akte X“, „Buffy“, „24“) mögen keine Mimen aus dem obersten Hollywood-Regal sein. Die Konflikte zwischen ihren Figuren stellen sie aber jederzeit authentisch dar. Ebenso dann auch den zunächst noch widerwillig gezollten Respekt, den die Söldner einander entgegenbringen, als es den ungewöhnlichen Waffenbrüdern (und -schwestern) im Verlauf der Handlung gelingt, sich gegenseitig am Leben zu halten.
Das ist doch schon mal einiges wert. Action-Fans bekommen häufig wirklich deutlich schlechtere Streifen auf diesem Produktions-Niveau geboten.
Das ist die Story von "Soldier Boyz"
UN-Mitarbeiterin Gabrielle Prescott (Nicole Hansen aus „American Cyborg“), die Tochter des einflussreichen Geschäftsmannes James Prescott (Hank Brandt, „Flucht von Alcatraz“), wird während des Transports von Hilfsgütern von dem vietnamesischen Warlord Vinh Moc (Cary-Hiroyuki Tagawa, „Mortal Kombat“) entführt. Statt an die lokalen Behörden wendet sich ihr verzweifelter Vater an Major Toliver (Michael Dudikoff), um sie zurückzuholen.
Der Gefängniswärter und Ex-Marinesoldat Toliver willigt in die Rettungsmission ein und nimmt einen bunt zusammengewürfelten Haufen seiner Häftlinge als Verstärkung mit. Nach der Ankunft in Vietnam muss die Truppe zunächst lernen, miteinander auszukommen. Dann kann sie ihre Aufgabe angehen und den Kampf mit dem ebenso gerissenen wie gewissenlosen Vinh Mocs und seinen Streitkräften aufnehmen, um die junge Frau aus dessen Klauen zu befreien…
Zwei andere Action-Stars der 1990er hatten damals richtig Stress miteinander. Um wen es sich handelt und wie die Sache heute aussieht, lest ihr im folgenden Artikel.
"Wenn ich ihn heute sehen würde, hätte ich kein Problem": Jean-Claude Van Damme, 65, begräbt Kriegsbeil mit ehemaligem Action-Konkurrenten
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