Dieser weitverbreitete Fehler macht Ihre Jalousie im Sommer völlig nutzlos

Stand: 30.07.2026, 19:50 Uhr

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Jalousie runter – und schon ist es kühl? Ein Experte erklärt, warum das oft nicht stimmt und welche Seite der Lamellen im Sommer unbedingt nach außen zeigen muss.

München – Wenn die Temperaturen wie derzeit klettern, greifen viele zum bewährtesten Hitzeschutz am Fenster: Sie lassen die Jalousie einfach runter. Was viele dabei nicht ahnen – allein das Herunterlassen reicht nicht. Es ist ein kleines Detail, das den entscheidenden Unterschied macht und das die meisten komplett übersehen.

Aluminium-Jalousien in einer Wohnung (Symbolbild)

Viele drehen die Lamellen ihrer Jalousie im Sommer in die falsche Richtung – und wundern sich über tropische Raumtemperaturen. So vermeiden Sie den Fehler (Symbolbild). © Rafael Ben-Ari/Newscom World/Imago

Denn Jalousien können die Hitze effektiv draußen halten – aber nur, wenn die Lamellen richtig ausgerichtet sind. Wer diesen einen Handgriff falsch macht, heizt seinen Raum im schlimmsten Fall noch zusätzlich auf, anstatt ihn zu kühlen. Ein Experte erklärt, was beim Schließen der Jalousie wirklich zählt und worauf es beim richtigen Lüften wirklich ankommt.

Jalousien im Sommer: Die gewölbte Seite muss nach außen zeigen

Der entscheidende Kniff: Bei den meisten handelsüblichen Aluminium-Jalousien sind die Lamellen leicht gewölbt. Im Sommer gilt die Regel – die gewölbte Seite der Lamellen muss nach außen zeigen. So reflektieren die Lamellen einen Großteil der auftreffenden Sonnenstrahlen zurück nach draußen, bevor die Wärme in den Raum eindringen kann. Das erklärt Aleksi Heikkilä, Teamleiter der Energieberatung der Stadt Helsinki, gegenüber T-online.

Zeigt die Wölbung hingegen nach innen – was viele intuitiv tun oder einfach nicht kontrollieren –, nimmt die Lamelle die Sonnenwärme auf und gibt sie direkt in den Raum ab. Im Winter ist das durchaus sinnvoll, weil die Wärme dann im Inneren bleibt. Im Sommer ist es jedoch kontraproduktiv: Die Jalousie wirkt dann wie ein Heizkörper direkt am Fenster.

Außen montiert schlägt innen montiert

Neben der Lamellenausrichtung spielt auch der Montageort eine wesentliche Rolle. Laut Heikkilä sind außenliegende Jalousien deutlich wirksamer als Modelle, die sich hinter der Fensterscheibe befinden. Der physikalische Grund: Außenliegende Systeme fangen die Sonnenstrahlung ab, bevor sie überhaupt durch das Glas dringt. Innenliegende Jalousien hingegen stoppen die Sonnenstrahlen erst, wenn diese bereits die Scheibe passiert haben und ihre Wärme damit schon zum Teil an den Raum abgegeben haben.

Auch die Verbraucherzentrale betont auf ihrer Website zum Thema Wohnung kühlen: „Grundsätzlich gilt: Wenn es möglich ist, dann sollten Sie einen Sonnenschutz immer außen anbringen.“ Als besonders wirksam bezeichnet die Verbraucherzentrale außenliegende Jalousien und sogenannte Raffstores – also außen geführte Lamellenrollos.

Wer ein Doppelfenster besitzt, kann auch von einer Zwischenmontage der Jalousie profitieren: Zwischen den beiden Fensterflügeln angebrachte Modelle sind ebenfalls deutlich effektiver als rein innenliegende Lösungen, da die Wärme bereits zwischen den Scheiben abgefangen wird.

Farbe der Lamellen spielt ebenfalls eine Rolle

Ein weiterer Faktor, den viele unterschätzen: die Farbe der Jalousienlamellen. Helle, silberfarbene oder weiße Oberflächen reflektieren die Sonnenstrahlung deutlich besser als dunkle Töne. Dunkle Lamellen absorbieren die Wärme stärker und heizen sich selbst auf – was wiederum Wärme in den Raum abstrahlt. Wer also beim Kauf einer neuen Jalousie auf Hitzeschutz setzt, sollte helle Farben bevorzugen.

Alternativen zur Jalousie: Was sonst noch hilft

Wer keine Jalousie hat oder ergänzende Maßnahmen sucht, hat mehrere Alternativen. Plissees, die direkt an der Fensterscheibe anliegen, können Sonnenstrahlung ebenfalls wirkungsvoll abschirmen – allerdings nur, wenn das Material dick genug und die Waben ausreichend groß sind. Der eingeschlossene Luftspalt wirkt dabei als Dämmschicht. Auch Thermorollos oder Thermovorhänge können eine Option sein.

Die Verbraucherzentrale weist zudem darauf hin, dass auch Sonnenschutzfolien auf der Fensterscheibe helfen können – außen angebracht wirken sie effektiver als innen. Zudem sollte auch darauf geachtet werden, ob das Fenster bei Hitze geöffnet oder geschlossen gehört.

Selbst Neubauten sind nicht automatisch geschützt

Heikkilä räumt noch mit einem verbreiteten Irrtum auf: Nicht nur alte, schlecht gedämmte Häuser heizen sich im Sommer auf. Auch moderne Gebäude mit großen Fensterflächen – besonders auf der Südseite – können ohne ausreichende Verschattung schnell unangenehm warm werden. Wer beim Bau oder bei der Sanierung keinen außenliegenden Sonnenschutz einplant, riskiert auch im Neubau ein Hitze-Problem im Sommer.

Sicher durch den Sommer

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Erst einfach – dann teuer

Bevor in teure Technik oder Klimaanlagen investiert wird, lohnt es sich laut dem Energieberater, zunächst die kostenlosen Maßnahmen auszuschöpfen. Dazu gehört in erster Linie das richtige Einstellen der Jalousienlamellen – ein Handgriff, der keine Minute dauert und die Raumtemperatur spürbar senken kann. Klimageräte, so erinnert auch die Verbraucherzentrale, bekämpfen nur die Symptome der Hitze, nicht deren Ursache. (Verbraucherzentrale, T-online.de, eigene Recherche)