Doppelhaushalt verabschiedet: Hornbach sammelt Körbe fürs Stadttor

Doppelhaushalt verabschiedet Hornbach sammelt Körbe fürs Stadttor

Hornbach · Weil auf dem üblichen Weg vom Land kein Geld zu bekommen war, will man jetzt etwas Neues ausprobieren.

10.09.2026 , 18:36 Uhr

Beim Oberen Stadttor (Bild) fehlt weiterhin die Förderung des Landes. Darüber sind die Stadtvertreter mit Stadtbürgermeister Thomas Hohn an der Spitze alles andere als erfreut.

Foto: Norbert Schwarz

Neue Kindertagesstätte für die Klosterstadt Hornbach. Das Millionen-Projekt haben Stadtbürgermeister Thomas Hohn (FDP) und die Mitglieder des Stadtrates mit einer einstimmigen Annahme des städtischen Doppelhaushaltes für die Jahre 2026/2027 auf den Weg gebracht. Oberhalb des Wasgau-Einkaufsmarktes am Stadtrand soll der Neubau verwirklicht werden. Der neue Standort ist auch strategisch gewählt, denn in direkter Nachbarschaft soll es ein neues Wohnbaugebiet geben.

Neben der Verpflichtung des für Eva Lauer in die SPD-Stadtratsfraktion nachrückenden Patrick Hanke oder der Frage, ob Hornbach mit seiner kleinen Waldfläche dem neu zu gründenden Forstzweckverband unter der Oberherrschaft des waldbewirtschaftenden Betriebs der Udo & Michael Schmitz-Waldwirtschaft GmbH & Co KG aus Ormont in der Eifel beitritt oder nicht, lag der Sitzungsschwerpunkt eindeutig beim Doppelhaushalt. Bei dessen Investitionen lag das Hauptaugenmerk auf der Kita. Sie wird, zusammen mit der Fortführung der Straßensanierungsarbeiten und den weiterhin dringend notwendigen Arbeiten zur Sanierung des Umfeldes beim Oberen Stadttor, auch finanzieller Schwerpunkt im Investitionsplan des Doppelhaushaltes sein.

Zur Kita soll der Landkreis Südwestpfalz 40 Prozent der förderfähigen Kosten beisteuern. Mit welchem finanziellen Beitrag sich das Land an der Millionen-Investitionslast beteiligen wird, ließ der Stadtbürgermeister Hohn offen und lieferte dafür die Begründung. Gefördert werden nämlich nur noch die mit dem jetzigen Projekt geschaffenen zusätzlichen Plätze in der neuen Kita. Thomas Hohn: „Wir hatten bisher eine Betriebserlaubnis für rund 80 Plätze und wenn wir jetzt einen Neubau schaffen, der Belegplätze für 90, 91, 92 oder vielleicht 93 Kinder ausweist, dann kann sich jeder ausrechnen, wie gering die Förderung des Landes für unsere neue Kindertagesstätte ausfallen wird!“ Bei der Erbpacht für das Klosterhotel wird es zu einer Korrektur nach oben in diesem Jahr kommen. Rund 100.000 Euro fließen bei dieser Haushaltsstelle in die Stadtkasse.

Mit viel Unverständnis resümierte Thomas Hohn den Stillstand beim Gestalten des Umfeldes des Oberen Stadttores. Die Sanierungsarbeiten beim Stadttor selbst seien abgeschlossen, dagegen trete man seit Jahren mit den Arbeiten beim direkten baulichen Umfeld auf der Stelle. Der Stadtbürgermeister dazu enttäuscht: „Eine Förderung für das Projekt aus dem Investitionsstock hat das Land zum dritten oder gar vierten Mal abgelehnt!“

Zum Verständnis erläuterte Hohn die noch offenen Restarbeiten. Seine ursprüngliche, historische Form habe das Stadttor bekommen. Was fehle, sei der Rückbau des Weges durch die kleine Toröffnung, zudem solle der Platz gestaltet werden. Unterm Strich wird alles wohl etwas mehr als 200.000 Euro kosten. Etwa 80.000 Euro wurden bei der Finanzierung aus den Mitteln des Investitionsstocks vorgesehen. Zusätzlich sollten etwa 60.000 Euro als Beitrag aus dem wiederkehrenden Straßenausbaubeitrag einfließen. Für die Mittel des Landes habe es jedoch die erneute Absage gegeben. Hoffnung, das Vorhaben insgesamt dennoch möglichst schnell abschließen zu können, sollen sich jetzt mit dem Aufspüren eines neuen Förderweges ergeben. Der Stadtbürgermeister selbst: „Ich bin gespannt, ob das im kommenden Jahr vielleicht doch noch klappt.“

Baustellen hat die Klosterstadt genügend. Dazu zählt vor allem die Pirminiushalle. Im Hinblick auf den Brandschutz sind dort weitere Maßnahmen notwendig. Insgesamt wird mit Kosten von rund 340.000 Euro gerechnet. Auch bei diesem Vorhaben rechnet die Stadt mit einer Förderung durch das Land zu einem Drittel. An Eigenmitteln wird Hornbach rund 210.000 Euro für die Hallensanierung mit Schwerpunkt „Brandschutz“ zur Verfügung stellen. Stellungnahmen gab es zum im Detail erläuterten Doppelhaushalt nicht, was den Stadtbürgermeister dann doch positiv verwunderte. Der Etat wurde wie schon angeklungen einstimmig und ohne weitere Aussprache angenommen.

An notwendig gewordene Eilentscheidungen erinnerte Thomas Hohn nochmals nachrichtlich und die Vorhaben, welche über das bekannte RZN-Programm (Regionales Zukunftsprogramm des Landes) auf den Weg gebracht werden sollen, stünden weiterhin. 50 neue Biertischgarnituren (10.000 Euro) soll es geben. Das historische Rathaus bekommen einen neuen Außenanstrich (15.000 Euro) und die EDV-Anlage im Historama ist erneuerungsbedürftig. In die sollen 14.000 Euro fließen.