Wer um Geld bittet, riskiert ein Bußgeld: Das Bettelverbot in Dortmund hat jetzt Konsequenzen

Bei Mark geht es teils um mehrere hundert Euro. Bezahlen könne er die "logischerweise" nicht. Im Gefängnis sei er deswegen aber noch nicht gewesen. Da wolle er auch auf keinen Fall hinkommen. Grundsätzlich könnte das aber passieren, wenn eine sogenannte Erzwingungshaft angeordnet wird, weil Bußgeldbescheide offen bleiben.

Müssen Bußgelder wirklich sein?

Wir hören uns um, was die Marktbesucher vom neuen Bettelverbot und den möglichen Konsequenzen für Bettler halten. "Manchmal ist das schon etwas penetrant, wenn man irgendwo in Ruhe sitzen möchte. Aber trotz alledem berühren viele ihrer Geschichten, wenn sie denn der Wahrheit entsprechen", erklärt Volker Teilken. Er frühstückt gerade mit seiner Familie eine Waffel.

Ähnlich sieht das auch seine Ehefrau Melanie Teilken: "Wenn es Zonen gibt, von denen sie sich fernhalten müssen, dann ist das in Ordnung. Aber ich finde Bußgelder gehen einen Schritt zu weit". Dass sich durch das neue Verbot großartig etwas ändern wird, bezweifeln beide.

Ähnliche Antworten kommen noch oft an diesem Tag: Dass etwas passieren muss, sagen so gut wie alle Menschen, die wir fragen. Ob weitere Bußgelder sein müssen und wie positiv der Effekt der neuen Regeln tatsächlich sein wird, hinterfragen viele.

Stadt und Gastronomen melden erste positive Bilanz

Bei der Stadt Dortmund, zeigt man sich zufrieden. Es hätte in den ersten zwei Wochen keine besonderen Vorkommnisse gegeben. Die meisten Bettelnden hätten verständnisvoll auf ermahnende Worte des Ordnungsamtes reagiert. Auch die Gastronomen seien laut Stadt positiv gestimmt, dass sich die Situation rund um ihre Betriebe verbessert.

Fest steht: Ein Bettelverbot wie in Dortmund gibt es in anderen Städten bislang nicht. Ob das Verbot rechtlich in Ordnung ist, müssen jetzt Gerichte entscheiden. Und was es tatsächlich bringt, wird sich wohl innerhalb des nächsten Jahres zeigen. Denn so lange soll es das neue Bettelverbot in Dortmund erst einmal geben.