Millionen Tonnen Ernte durch Dürre vernichtet, Preise im Supermarkt steigen: „Familien bangen um die Zukunft ihrer Höfe“

Dürre vernichtet Millionen Tonnen Ernte – Verbraucher spüren es jetzt an der Supermarktkasse

Stand: 18.08.2026, 14:23 Uhr

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Die Dürre hinterlässt Spuren – nicht nur auf ausgedörrten Feldern, sondern auch in den Regalen der Supermärkte. Wer betroffen ist und was das kostet.

Im Spätsommer lässt sich die traurige Bilanz aus dem Extremwetter ziehen. Felder, die sonst satt grün leuchten, liegen staubig und rissig in der Sonne, mitten in der wichtigsten Erntezeit. Was die Landwirte seit Wochen mit Sorge beobachten, kommt nun auch beim Einkaufen an, auf dem Kassenbon. Denn was auf den Feldern vertrocknet, fehlt bald in den Regalen. Und das, was noch angeboten wird, kostet mehr.

Paprika in Gemüseabteilung Supermarkt

Die Dürre hat die Felder verwüstet – und das spürt man nun auch an der Supermarktkasse. © IMAGO / Westend61

Salat, Möhren, Gurken, Paprika: Wer beim Wocheneinkauf genau hinschaut, merkt es. Die Preise für einige Gemüsesorten sind gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Hitze und Trockenheit haben die Erntemengen in Deutschland teils deutlich gedrückt. „Das Freiland leidet extrem, Salate und Möhren sind jetzt schon im Preis gestiegen“, sagte Claudio Gläßer, Marktanalyst bei der Agrarmarkt Informations-Gesellschaft, dem Spiegel. Auch in Gewächshäusern führe die Hitze zu Stress für die Pflanzen und der Ertrag bei Gurken und Paprika falle geringer aus.

Dürre trifft ganz Europa – Importe als Hoffnungsträger

Noch gleicht Deutschland fehlende heimische Mengen durch Importe aus. Doch das ist keine Selbstverständlichkeit. Alfons Balmann, Agrarökonom am Leibniz-Institut für Agrarentwicklung in Halle, warnte gegenüber MDR Aktuell „Allerdings haben wir natürlich momentan die Situation, dass es innerhalb Europas viele Gegenden gibt, die gleichzeitig stark von der Dürre betroffen sind.“ Das könne in der Summe einen erheblichen Effekt haben. Bauernpräsident Joachim Rukwied sagte, dass bei Herbstkulturen wie Kartoffeln, Soja, Rüben oder Gemüse erhebliche Ertragsausfälle drohen – mancherorts könne es laut Spiegel „bis zum totalen Ertragsausfall gehen“.

„Hinter verdorrten Feldern und knappen Futtervorräten stehen Familien, die um ihre Ernte, die Versorgung ihrer Tiere und die Zukunft ihrer Höfe bangen.“

Nicht nur auf den Feldern, auch auf dem Rhein macht sich die Dürre bemerkbar. Sinkende Pegelstände verteuern den Transport von Massengütern erheblich. Die Frachtraten vom Oberrhein Richtung Rotterdam hätten sich schon vor Wochen in etwa vervierfacht, sagte Thomas Puls vom Institut der deutschen Wirtschaft gegenüber der Tagesschau. Rüdiger Ostrowski vom Verband Spedition und Logistik Nordrhein-Westfalen ergänzte: „Natürlich ist der Transport mit 100 Lkw teurer als mit einem Binnenschiff.“ Das könne Produkte um ein paar Cent verteuern. Auch bald teurer: Die Deutsche Post schafft beliebtes Format ersatzlos ab – günstige Alternative verschwindet.

Während Verbraucher die Folgen bislang überschaubar spüren, kämpfen viele Landwirte ums Überleben. Bauernpräsident Rukwied sagte gegenüber dem Spiegel: „Ich kenne Kollegen, die ihre Pflanzenschutz- und Düngemittelrechnungen nicht mehr bezahlen können und zur Bank gehen müssen.“ Ob der Sommer 2026 die Lebensmittelpreise auch dauerhaft nach oben treibt, hängt auch davon ab, ob sich das Wetter in den kommenden Wochen erholt. Jetzt fällt die Entscheidung – rollt die nächste Hitzewelle auf Deutschland zu, oder kommt die erlösende Kaltfront?