Deutschlands öffentliche Ladeinfrastruktur für Elektroautos wächst weiter. Zum Stichtag 1. Juli 2026 verzeichnet das Ladesäulenregister der Bundesnetzagentur insgesamt 209.605 öffentlich zugängliche Ladepunkte, davon 155.264 Normalladepunkte und 54.341 Schnellladepunkte. Die bereitstellbare Ladeleistung liegt bei 9,04 Gigawatt.
Wie die Bundesnetzagentur auf ihrer E-Mobilitäts-Seite ausweist, enthalten die Zahlen auch Meldungen aus noch nicht abgeschlossenen Anzeigeverfahren. Die tatsächliche Zahl der öffentlich zugänglichen Ladeeinrichtungen dürfte sogar noch höher liegen, da die Ladesäulenverordnung keine vollständige Erfassung der gesamten deutschen Ladeinfrastruktur ermöglicht.
Die Dynamik beim Ausbau bleibt hoch: Zum 1. Juli 2025 standen laut Bundesnetzagentur 179.994 Ladepunkte mit einer Leistung von 7,17 Gigawatt zur Verfügung. Innerhalb von acht Monaten kamen also fast 30.000 Ladepunkte und knapp 1,9 Gigawatt Leistung hinzu. Besonders deutlich fällt der Zuwachs bei den Schnellladepunkten aus: Ihr Anteil am Gesamtbestand ist von circa 13 Prozent im Jahr 2020 auf inzwischen rund 26 Prozent gestiegen.
Ende 2020 registrierte die Bundesnetzagentur noch 38.140 Normal- und 4054 Schnellladepunkte. Ende 2023 waren es bereits 130.934, entsprechend rund einer Verdreifachung in drei Jahren. Der jährliche Nettozubau lag in diesem Zeitraum im Schnitt bei gut 24.000 Ladepunkten; zuletzt beschleunigte er sich auf über 40.000 pro Jahr.
Die Schnellladepunkte holen auf: Zuwachs der Ladepunkte 2017 bis Juli 2026.
(Bild: Bundesnetzagentur)
Weiter Weg zum 1-Million-Ziel
Trotz des Wachstums klafft zwischen dem aktuellen Bestand und den politischen Zielen eine erhebliche Lücke, zumindest gemessen an dem im Masterplan Ladeinfrastruktur II genannten Ziel von einer Million öffentlich zugänglichen Ladepunkten bis 2030. Die Bundesregierung hat in einer Bundestagsdrucksache den Bedarf an öffentlicher Ladeinfrastruktur je nach Szenario auf 440.000 bis 843.000 Ladepunkte beziffert, und zwar abhängig von der Verfügbarkeit privater Ladestationen, der Auslastung und dem Anteil von Schnellladehubs. Das 1-Million-Ziel geht also bewusst über die eigenen Bedarfsschätzungen hinaus.
Leistung wächst schneller als die Zahl der Ladepunkte
Für die Praxistauglichkeit der Ladeinfrastruktur ist die installierte Leistung mindestens ebenso relevant wie die reine Anzahl der Ladepunkte. Hier zeigt sich anhand der Zahlen ein Zuwachs von über 50 Prozent in weniger als zwei Jahren. Der steigende Anteil leistungsstarker Schnelllader treibt diesen Wert überproportional nach oben.
Die Bundesnetzagentur stellt die Daten ihres Ladesäulenregisters unter einer Creative-Commons-Lizenz (CC BY 4.0) zum freien Download bereit – als Excel- und CSV-Datei sowie über eine Webserviceschnittstelle, die tagesaktuelle Daten für automatisierte Abrufe liefert. Alle Informationen zu einzelnen Ladepunkten lassen sich zudem über eine interaktive Ladesäulenkarte recherchieren.
(fpi)