Der US-Milliardär Robert Kraft wird von Sänger Ed Sheeran zu einer Spende von 2 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe im Gazastreifen aufgefordert. Zuvor war Rapper Macklemore nach „Free Palestine“-Rufen von Sheerans US-Tour ausgeschlossen worden.
17.09.2026, 20.02 Uhr
US-amerikanischer Unternehmer und Milliardär: Bekannt ist Robert Kraft vor allem als Eigentümer des NFL-Teams New England Patriots
Foto: Charles Krupa / AP / dpa
US-Milliardär Robert Kraft (85) ist von US-Popsänger Ed Sheeran (35) nach eigenen Angaben gebeten worden, eine Spende von 2 Millionen Dollar für humanitäre Hilfe im Nahen Osten zu verdoppeln. Hintergrund ist der Streit um den US-Rapper Macklemore (43), der nach pro-palästinensischen Äußerungen von Sheerans US-Tournee ausgeschlossen wurde.
Kraft, Eigentümer des Footballteams New England Patriots und des Gillette Stadiums in Massachusetts, bestätigte am Donnerstag in einem Beitrag auf den Social-Media-Kanälen des Stadions, dass Sheeran ihn kontaktiert habe. Der britische Sänger habe ihn gebeten, 2 Millionen Dollar für Hilfe in der Region „zur Bekämpfung dieser humanitären Krise“ zuzusagen. Ob und für welche Organisationen er die Summe tatsächlich bereitstellt, ließ Kraft offen.
Macklemore hatte am Mittwoch angekündigt, eine Million Dollar seiner Nettoerlöse aus der Tour an Organisationen zu spenden, die Palästinenser unterstützen. Zugleich forderte der Grammy-Preisträger Kraft auf, diesen Betrag zu verdoppeln.
Vorbands lösen sich von Sheerans Tour
Der Streit entzündete sich an Macklemores Auftritten bei zwei Sheeran-Konzerten in New Jersey. Dort rief der Rapper „Free Palestine“ und spielte einen Protestsong über den Krieg im Gazastreifen. Nach seinen Auftritten wurde er vom weiteren US-Teil der Welttournee gestrichen.
Fans protestierten gegen die Entscheidung. Auch die übrigen Vorbands, darunter der Bruder von Sängerin Billie Eilish (24), Finneas (29), sowie Sheerans Begleitband zogen sich anschließend von der US-Tour zurück.
Macklemore erklärte am Montag auf Instagram, Sheeran habe ihm mitgeteilt, Kraft habe ihm einen Auftritt im Gillette Stadium untersagt. Kraft habe außerdem andere Stadionbesitzer mobilisiert. Gemeinsam hätten diese Sheeran das Ultimatum gestellt: „Wenn Macklemore auf der Tour bleibt, dürft ihr nicht in unseren Spielstätten auftreten.“
Kraft bestätigte, Macklemore einen Auftritt im Gillette Stadium untersagt zu haben. Zu der Behauptung, er habe mit Betreibern weiterer Stadien gesprochen, äußerte er sich nicht.
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Messina Touring Group im Fokus
Sheeran wies die Verantwortung für die Entscheidung dem Veranstalter Messina Touring Group zu. Der Sänger erklärte am Dienstag, die Spielstätten kommender Tourtermine hätten nach Macklemores Auftritten in New Jersey mitgeteilt, die Konzerte abzusagen, sollte der Rapper weiter auf seinen Konzerten auftreten. Er habe die gesamte Woche intensive Gespräche mit den Veranstaltern geführt, „um eine Brücke zu bauen“. Robert Kraft sei einer seiner Gesprächspartner gewesen.
Messina Touring Group teilte dem „Rolling Stone“ mit, von den Spielstätten informiert worden zu sein, dass sie kein Konzert mit Macklemore im Programm zulassen würden. Nach Gesprächen mit den Beteiligten werde der Rapper bei den verbleibenden Terminen von Sheeran nicht auftreten.
Sheerans Touren spielen fast 900 Millionen US-Dollar ein
Sheeran, dessen zuletzt absolvierte Welttournee laut Billboard Boxscore innerhalb von vier Jahren 875 Millionen Dollar einspielte, kämpft damit um die Beruhigung des Konflikts, berichtet die „Financial Times“. Seine gegen politische Polarisierung weitgehend unempfindliche Popmusik machte ihn zu einem der weltweit erfolgreichsten Künstler. In seinem Song „What Do I Know?“ singen Tausende Fans auf seinen Konzerten die Zeile „My daddy told me, 'Son, don't you get involved in politics, religions or other people's quarrels'“ mit. (Deutsch: „Mein Vater sagte mir: ’Sohn, misch dich nicht in Politik, Religion oder die Streitigkeiten anderer Leute ein. ’“)
Nun reiht sich Sheeran in eine Reihe von Kulturschaffenden und Institutionen ein, die wegen ihrer Haltung zum Gazakrieg unter Druck geraten sind. Der Eurovision Song Contest wurde in diesem Jahr von mehreren bedeutenden Teilnehmerländern boykottiert, nachdem Israel die Teilnahme gestattet worden war.
Der Angriff der Hamas am 7. Oktober 2023 hatte den Krieg zwischen Israel und der Hamas ausgelöst. Die israelische Offensive im Gazastreifen tötete nach Angaben palästinensischer Gesundheitsbehörden mehr als 70.000 Menschen und führte zu einer humanitären Katastrophe.
Sheeran spielte auf Krafts Hochzeit
Kraft erklärte, er habe einen großen Teil seines Lebens dem Ziel gewidmet. „Brücken zwischen allen Menschen“ zu bauen. „Jedes Leben ist schützenswert“, sagte er. Sheeran wolle weitere Stadionbesitzer kontaktieren. Gemeinsam solle weiter daran gearbeitet werden, Brücken zu bauen.
Der Unternehmer gilt als wichtiger Spender für israelische Organisationen und als Verbündeter von US-Präsident Donald Trump (80). Sheeran wurde schon öfter mit ihm in Verbindung gebracht. So hatte er bereits bei Krafts Hochzeit gespielt, wie die „Financial Times“ berichtet.
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Sheeran will seine Tour am Samstag in Philadelphia fortsetzen. Ob bis dahin Ersatz für Macklemore, die anderen ausgestiegenen Support-Acts und Teile der Begleitband gefunden wird, blieb offen, berichtet die „FT“. Eine Absage des US-Tourabschnitts könnte für Sheeran finanzielle Vertragsstrafen nach sich ziehen.
mje