Stand: 03.10.2026, 13:00 Uhr

Deftige Hausmannskost, wärmende Suppen oder der perfekte Begleiter an der Kaffeetafel: Drei alte Rezepte aus Omas Küche passen jetzt besonders in den Herbst.
Manchmal braucht es nicht viel, um Erinnerungen an die Kindheit zu wecken. Das Klackern eines Topfes, der herzhafte Duft eines Bratens oder die leichte Süße eines Kuchens. Generationen vor uns hüteten und pflegten Familienrezepte und beliebte Klassiker über Jahrzehnte hinweg. Wer sich diese Rezepte aufschreiben oder bewahren konnte, hat einen wahren Schatz zu Hause. Besonders der Herbst weckt den Wunsch nach Rezepten aus der Kindheit und der wohligen Wärme von Omas Stube.
Für alle, die gerne in Erinnerungen schwelgen, oder einfach gerne lecker essen, teilen wir hier ein Herbst-Menü mit drei Rezepten, die bereits vier Generationen überdauern – direkt aus Omas Rezeptbuch.
Kein Herbst ohne Omas Grießsuppe
Manche Gerichte sind so simpel und doch so gehaltvoll. Diese Grießsuppe ist eines davon und deshalb perfekt für den Herbst. Die Suppe wird mit einfachen Zutaten wie Hartweizengrieß und Wurzelgemüse zubereitet und doch ist sie füllend und voller Geschmack.
Zutaten:
- Hartweizengrieß: ca. 1 Esslöffel pro Person
- 1 weiße Zwiebel (ganz fein hacken)
- 1/2 Porree
- Stück Wurzelsellerie
- 1 Karotte
- Schnittlauch und Petersilie
- Gemüsebrühe (ca. 1 Liter)
- ggf. etwas Suppengewürz
Zunächst werden Zwiebel, Porree, Wurzelsellerie und Karotten sehr fein gehackt, so fein wie nur möglich, dann in einem großen Topf in Fett oder Öl angedünstet. Hinzu kommt der Hartweizengrieß – pro Person etwa ein Esslöffel. Der Grieß wird unter ständigem Rühren mit dem Gemüse angebraten, bis er Farbe bekommt. Sobald der Grieß goldbraun ist, kann mit Gemüse- oder Fleischbrühe aufgegossen werden. Nach dem Köcheln wird mit frischen Kräutern und Suppengewürzen abgeschmeckt.
Omas Tipp: „Den Grieß darf man nicht aus den Augen lassen, sonst brennt er an und die Suppe schmeckt zu rauchig.“ Oma verfeinert außerdem gerne mit etwas Chili.
Ein üppiges Festtagsrezept aus dem Ofen: Krustenbraten
Zugegeben, Krustenbraten ist nichts, was man jeden Tag essen kann. Dafür ist er auch zu zeitaufwendig in der Zubereitung. Für besondere Sonntage oder ein Herbstessen mit der ganzen Familie ist er aber genau das Richtige. Oma nimmt dafür am liebsten ein Stück Schweineschulter mit einer möglichst gleichmäßigen Fettschicht. Knochen und Wurzelgemüse kommen mit aufs Blech – daraus wird später eine kräftige Soße.
Zutaten (für 4 bis 6 Personen):
- ca. 1,5 kg Schweineschulter mit Schwarte
- 2 Karotten
- etwa 300 g Knollensellerie
- 2 Zwiebeln
- 2 bis 3 Zehen Knoblauch
- Schweineknochen, nach Belieben
- 500 ml Fleisch- oder Gemüsebrühe
- 2 EL Fett oder Öl
- Salz, Pfeffer und Kümmel
- ca. 30 g Butter und 30 g Mehl für die Mehlschwitze
Den Backofen auf 170 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Karotten, Sellerie und Zwiebeln grob schneiden. Den Knoblauch schälen und leicht andrücken. Gemüse, Knoblauch und Knochen auf ein tiefes Backblech geben. Den Braten mit der Schwarte nach unten daraufsetzen und zunächst etwa 250 Milliliter Brühe angießen.
Einige Minuten köcheln lassen, dann die Schwarte nach oben drehen und in Quadrate einschneiden. Dabei möglichst nicht ins Fleisch schneiden, damit es nicht austrocknet. Den Braten mit viel Salz, Pfeffer und etwas Kümmel würzen. Das Fett mit den Gewürzen auf dem Fleisch verteilen; die Schwarte für eine knusprige Kruste möglichst trocken lassen.
Für ungefähr zwei bis zweieinhalb Stunden im Ofen garen. Oma bestreicht den Braten währenddessen regelmäßig mit Fett, Bratensaft und Gewürzen. Etwas Knoblauch reibt sie manchmal ebenfalls darüber. Wird der Bratensatz zu trocken, kommt noch etwas Brühe dazu.
Omas Tipp: „Meine Mutter hat den Braten damals noch mit Schweineschmalz eingestrichen, aber das ist heutzutage viel zu fettig. Damals brauchten wir jedes Gramm Fett für kalte Winter.“
Für eine knusprige Kruste Bratensatz, Gemüse und Knochen aus dem Ofen nehmen, den Braten darin lassen. Die Temperatur zum Schluss für etwa 15 bis 20 Minuten auf 230 Grad erhöhen oder die Grillfunktion verwenden. Dabei gut aufpassen, damit die Schwarte nicht verbrennt. Den Braten vor dem Anschneiden kurz ruhen lassen.
Für die Soße Bratensatz, Gemüse und Knochen durch ein Sieb in einen Topf passieren. Butter in einem zweiten Topf schmelzen, das Mehl einrühren und kurz anschwitzen. Die passierte Flüssigkeit nach und nach dazugeben und dabei rühren, damit keine Klümpchen entstehen. Ist die Soße zu kräftig oder zu knapp, lässt sie sich mit Brühe verlängern.
Und wenn sie einmal nicht so gelingt, wie sie soll, greift Oma auch schon mal zum Soßenfix, hat sie verraten.
Die Autorin
Redakteurin Cornelia Huber stellte erschrocken fest, dass man Omas zwar nach Mengenangaben fragen kann, man aber nicht immer eine eindeutige Antwort bekommt. Sie probierte sich deshalb für Recherchezwecke durch die ein oder andere Mahlzeit.
Omas Rezeptbuch ist von 1964, doch die Rezepte sind schon viel älter. In geschwungener Schreibschrift haben hier bereits drei Generationen ihr Wissen niedergeschrieben. Die vierte Generation schreibt nun stattdessen Artikel im Internet.

Ein Kuchen-Klassiker für die Kaffeetafel: Rotweinkuchen

Faule Sonntage haben ihren Höhepunkt oft beim gemeinsamen Kaffee und Kuchen am Nachmittag. Ein Kuchenrezept, das sofort Nostalgie auslöst, ist der Rotweinkuchen. Omas Variante des Kuchens setzt auf die Schokotropfen im Teig, die ihn besonders schokoladig machen sollen. Die Prise Zimt verleiht dem Kuchen seine unvergleichliche Würze.
Zutaten:
Den Backofen auf 180 Grad Ober- und Unterhitze vorheizen. Eine Gugelhupfform einfetten und leicht mit Mehl ausstäuben. Butter und Zucker cremig rühren. Die Eier nacheinander unterrühren. Mehl, Backpulver, Kakao, Zimt und Salz vermischen und abwechselnd mit dem Rotwein zum Teig geben. Zum Schluss die Schokotröpfchen unterheben und im Teig verteilen.
Den Teig in die Form füllen und etwa 50 bis 60 Minuten backen. Mit einem Holzstäbchen prüfen, ob der Kuchen durch ist: Bleibt kein Teig daran hängen, ist er fertig. Den Kuchen etwas abkühlen lassen, aus der Form stürzen und vollständig auskühlen lassen. Für die Rotweinglasur den Puderzucker mit so viel Rotwein verrühren, dass eine dickflüssige Glasur entsteht. Über den Kuchen geben und fest werden lassen.
Omas Tipp: „Die besten Rezepte sollte man sich immer aufschreiben. Ich hatte den Rotweinkuchen schon lange nicht mehr gebacken und vergessen, wie es geht. Zum Glück konnte ich in meinem Rezeptbuch nachschauen.“
Weitere leckere Rezepte für den Herbst finden Sie außerdem in der Mediathek kostenlos – von Zwiebelkuchen, über Kartoffelgratin bis Karottenkuchen.