Ein Fall für echte Zweikämpfer

Stand: 23.08.2026, 14:23 Uhr

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22.08.2026, xokbx, Fussball Regionalliga Suedwest, FSV Frankfurt - FC-Astoria Walldorf v.l. Phil Kemper (FSV frankfurt), Dennis Egel (Astoria Walldorf), Zweikampf, Duell (DFL/DFB REGULATIONS PROHIBIT ANY USE OF PHOTOGRAPHS as IMAGE SEQUENCES and/or QUASI-VIDEO)

Endstation FSV-Abwehr: Phil Kemper (rechts) stellt den Walldorfer Dennis Egel. © Okan Barut/Jan Hübner

Der FSV Frankfurt gewinnt sein zweites Heimspiel gegen Astoria Walldorf deutlich. Abwehrspieler Phil Kemper setzt sich in intensiven Zweikämpfen gegen den erfahrenen Stürmer Marcel Carl durch.

Frankfurt – Wer ein Freund intensiver Zweikampfführung ist, kam im zweiten Heimspiel des FSV Frankfurt auf seine Kosten. Auf der einen Seite Phil Kemper (24), drahtig-athletischer Typ und seit Vertragsbeginn vor 14 Monaten Stammkraft bei den Bornheimern, auf der anderen Marcel Carl (33), wuchtiger Typ und einer der erfahrensten sowie torgefährlichsten Akteure der Fußball-Regionalliga Südwest und längst wieder in Diensten der Walldorfer Astoria. Da wurde sich beharkt, so gut es ging, und Kemper ging fast immer als Sieger hervor – und dies meist mit fairen Mitteln. Das passte ins Bild, denn der FSV behauptete sich gegen die Astoria mit 3:0 (2:0). „Das war ein sehr wichtiger Sieg, es tut auch sehr gut“, stellte Kemper, einst beim Nachwuchs von Leverkusen, Mönchengladbach und Schalke aktiv, zufrieden fest. Und es seien die Chancen genutzt worden.

So bereits die erste. Kemper war ein Teil davon. Über viele Stationen kombinierte sich der FSV durch, dann zog Giorgio Del Vecchio an, und die scharfe Hereingabe von Corvin Bock verwertete Cas Peters in Torjägermanier (9.). Auch beim zweiten Treffer spielte die Stadionregie „Tulpen aus Amsterdam“ ein, und wieder stimmte beim Niederländer Peters der Laufweg. Nach Flanke von Bock war er im Fünfmeterraum zur Stelle (26.). „Cas weiß, wo er hinzugehen hat“, sagte Trainer Victor Kleinhenz. In den Sekunden davor war George Iorga noch an Walldorfs Keeper Michel Witte gescheitert.

Zwischendurch hatten die Frankfurter allerdings einen Schreckmoment überstehen müssen. Nach Fehlpass von Kapitän Tim Weißmann zog Matej Mijic aus über 40 Metern ab – aber Torwart Lucas Becker lenkte im Zurücklaufen den Ball gerade noch so um den Pfosten und pustete, leicht verfangen im Netz, erst mal durch (23.).

Der Dreier-Tausch geht voll auf

Es wäre eine nahezu perfekte erste Halbzeit des FSV geworden, wenn auch die dritte Großchance zu einem Tor geführt hätte. Nach Eckenvariante foulte Emilian Lässig Kemper – doch den halbhoch geschossenen Strafstoß Filip Pandzas wehrte Witte ab (33.).

Überzeugend war der Auftritt der Bornheimer, da gab es auch Beifall vom Publikum. Das hohe Niveau konnten sie nach der Pause jedoch nicht halten. Im Gegenteil: Der FSV verlor an Selbstsicherheit und Spielkontrolle, und nun engagiert agierende Kurpfälzer erspielten sich Vorteile und waren zumindest dem Anschlusstreffer sehr nahe. Unter anderem retteten Torwart Becker (46.) und Weißmann (62.) in höchster Gefahr, der Abwehrspezialist ein zweites Mal nach dem Lattenkopfball von Roman Hauk (69.).

Kleinhenz reagierte und tauschte in den 70er-Minuten seine drei Offensivkräfte Peters, Iorga und Pandza aus. Eine Entscheidung, die voll aufging, denn die eingewechselten Ismail Harnafi, Uche Obiogumu und Emmanuel McDonald waren die Protagonisten beim 3:0 (83.). „Die drei haben einen gewissen Speed“, sagte Kleinhenz dazu.

Die Walldorfer steckten trotzdem nicht auf, aber auch die letzten Aktionen mündeten nicht zum Torerfolg, der wohlverdient gewesen wäre. Carl war da schon nicht mehr auf dem Feld, nach 86 Minuten nahm Trainer Andreas Schön den Stürmer, der immerhin schon 312 Regionalliga-Partien absolvierte und 90 Mal traf, vom Feld. „Ich habe gar nicht darauf geachtet“, sagte Kemper. Auf jeden Fall habe es Spaß gemacht, sich gegen ihn bewähren zu können. „Es waren schwere Zweikämpfe, er ist körperlich stark.“ Und Kemper hatte sie meist effektiv und clever gelöst.