Stand: 23.08.2026, 14:27 Uhr
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Kickers Offenbach führt nach dem 3:1 gegen Mainz 05 II die Tabelle an.
Offenbach – Am Montagabend werden sich einige Spieler des Fußball-Regionalligisten bei einem Sponsorenevent im benachbarten Kletterpark in luftiger Höhe bewegen. Das passt. Denn auch in der Tabelle mischt der OFC weit oben mit, ist nach dem dritten Spieltag sogar alleiniger Tabellenführer – mit dem Maximum von neun Punkten. Drei gewonnene Punktspiele am Stück gab es zuletzt im September 2024. Und ein so erfolgreicher Rundenbeginn liegt sogar noch viel länger zurück. Genauer gesagt: 16 Jahre. Damals gelangen in der 3. Liga sogar fünf Siege in Folge.
Mark Zimmermann ist spürbar darum bemüht, das alles sachlich einzuordnen. Sein Team sei nur deshalb „super gestartet“ in diese Spielzeit, „weil sich die Jungs den Arsch aufreißen“. Von einer Serie will der 52-Jährige jedenfalls noch nicht reden. Ohnehin: „Für mich gehören zu einem Start noch eins, zwei weitere Spiele.“ Frühestens danach will er ein erstes Zwischenfazit ziehen. Das ist verständlich, weil in Walldorf und Ulm zwei der bisherigen drei Gegner weiterhin sieglos sind und Zimmermann auf der Pressekonferenz nach dem jüngsten 3:1 (2:0)-Heimsieg gegen den FSV Mainz 05 II erst mal hörbar durchschnaufen musste. Es sei ein „brutal anstrengendes“ Spiel gewesen, befand er. „Zwischendurch hätte es auch 4:4 stehen können.“ Dass das nicht der Fall war, lag auch an OFC-Torwart Johannes Brinkies, der drei Mainzer Großchancen (9., 76., 84.) vereitelte. „Das war elementar wichtig“, lobte Zimmermann.
Dass auch Gästetrainer Benjamin Hoffmann den Sieg der Kickers als verdient bezeichnete, lag an der starken ersten Hälfte. Vor allem in der Anfangsviertelstunde setzte der mit drei Mann hoch anlaufende OFC die Bundesliga-Reserve gewaltig unter Druck und führte durch Benedikt von Hagen (3., Kopfball nach Freistoßflanke von Jan Hendrik Marx) und Maximilian Schmid (16., nach Querpass von Maximilian Wolfram) 2:0. Für beide war es jeweils das zweite Saisontor. In Co-Produktion gelang den Stürmern ein weiterer Treffer (11.), der aber aufgrund einer vermeintlichen Abseitsstellung nicht anerkannt wurde. Zu Unrecht, wie die TV-Bilder klar belegen.
„Dass wir sehr gut reingekommen sind, war wichtig“, resümierte Zimmermann. „Wir wollten Mainz beeindrucken.“ Das gelang. Die Gäste brauchten eine Weile, um sich darauf einzustellen. Gegen Ende der ersten Hälfte wurde die Partie ausgeglichener. Nach der Pause war es teilweise ein wildes Hin und Her mit schlecht ausgespielten Kontern auf beiden Seiten. Der Einsatz stimmte aber zu jeder Zeit beim OFC. „Ich fand es super, wie die Jungs Gas gegeben und sich reingeworfen haben. Das zeichnet uns aus“, sagte der Kickers-Coach.
Die beste Offenbacher Chance hatte Jan Becker, der kurz nach seiner Einwechslung nur den Pfosten traf (66.). Zehn Minuten vor Ende der regulären Spielzeit sorgte dann Kristjan Arh Cesen per Distanzschuss für das 3:0 und damit für die Vorentscheidung. „Das war psychologisch wichtig“, gab Zimmermann zu. „Ich bin sehr zufrieden, dass wir dieses enge Spiel auf unsere Seite gezogen haben.“
Mit der Besucherzahl haderten die OFC-Verantwortlichen aber. Trotz des zwischenzeitlichen 2:0-Erfolges in Ulm kamen erneut nur etwas mehr als 5.838 Zuschauer. Wenngleich die Stimmung „mega“ war, hätte sich nicht nur der Trainer eine größere Kulisse gewünscht. Er hofft, am Freitag (19 Uhr) beim Heimspiel gegen Kaiserslautern II „ein paar Leute mehr ins Stadion zu kriegen. Dafür haben wir auch einiges getan.“ Wohl wahr.