Ein Schweizer schreibt schräge Island-Krimis mit verrückten Wendungen und tollen Dialogen
Der Schweizer Autor Joachim B. Schmidt ist nach Island ausgewandert. Die Liebe zu seinem neuen Land lässt er in seine Romane einfliessen. Nun folgt der dritte Band mit dem eigenwilligen Helden Kalmann.
27.09.2026, 05.30 Uhr
2 Leseminuten

Joachim B. Schmidt hat mit Kalmann einen unvergesslich eigenwilligen Krimihelden geschaffen.
Eva Schram / © Diogenes Verlag
Normalerweise findet man den Schatz erst am Schluss der Geschichte, also am Ende der Schatzsuche. Doch in Joachim B. Schmidts erfrischend skurrilen Krimis ist alles ein bisschen anders. Über den Schatz stolpert man hier gleich am Anfang, zusammen mit dem Romanhelden Kalmann, der die Kiste mitsamt dem Geld und dem Revolver nach Hause trägt. «Nicht alle Schätze möchten gefunden werden», hätte sein Grossvater allerdings warnend gesagt, aber Kalmann hört nicht hin. Der Schatz wird ihn um ein Haar das Leben kosten, aber das zeigt sich erst im Showdown.
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Bis dahin wird eine Hüpfburg zerstochen, ein norwegischer CEO tot in einem Hotpot gefunden und über Lachszucht gestritten. Stets mittendrin ist Kalmann mit seinem Cowboyhut und seinem Sheriffstern. Er mag es, wenn die Leute ihn für den Sheriff halten, dabei er ist weit davon entfernt, die Übersicht zu haben (die Übersicht hat nur sein schlauer Online-Freund, der Hacker Nói). Wegen einer leichten geistigen Behinderung hat Kalmann vieles nicht im Griff, doch treffsicher landet er immer mitten im Geschehen. Ist er gar schuld am Tod des CEO?
Der nach Island ausgewanderte Schweizer Autor Joachim B. Schmidt hat mit Kalmann einen unvergesslichen Helden geschaffen, der seinen Mitmenschen auf liebenswert-sture Art den Spiegel vorhält, indem er Weisheiten auf seine eigene Art interpretiert und Offensichtliches ohne Scheu ausspricht: «Betrunkene meinen nämlich immer, sie wüssten über alles Bescheid, dabei sind sie nur betrunken.»
Joachim B. Schmidt: Kalmann schweigt. Diogenes 2026. 312 Seiten.
Ein Artikel aus der «NZZ am Sonntag»
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