Folgen von El Niño für Deutschland: Wetter-Experten nennen Wahrscheinlichkeit für Extremwinter

El-Niño-Winter in Deutschland: Wetter-Experten räumen mit Mythos auf

Stand: 29.08.2026, 07:12 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Beschert El Niño Deutschland einen kalten Winter? Wetter-Experten ordnen die Auswirkungen des Wetterphänomens für den deutschen Winter ein.

Frankfurt – Der Sommer ist noch nicht vorbei, da treffen Meteorologen bereits eine Prognose für den Winter. Dieses Jahr fällt die Vorhersage bei manchen besonders drastisch aus – das Wetterphänomen El Niño soll zu einem Jahrhundertwinter führen. Doch einige Meteorologen widersprechen schon jetzt. Auf Nachfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media ordnen Experten die Wahrscheinlichkeit für einen extremen Winter ein.

Schneefall in Deutschland

Das Wetterphänomen El Niño beeinflusst weltweit vielerorts das Wetter, Experten schätzen seine Auswirkungen auf den Winter in Deutschland ein. (Symbolbild) © Sven Hoppe/dpa

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) erklärt, dass der Einfluss von El Niño in Europa vor allem in Großbritannien und auf der Iberischen Halbinsel zu spüren ist: „Für Deutschland sind die Zusammenhänge schwächer.“ Hierzulande wirken sich die Temperatur des Atlantiks und der Luftdruck über dem Atlantik sowie der Polarwirbel entscheidender auf das Wetter aus. Auch der voranschreitende Klimawandel beeinflusst das Wetter.

Winter-Wetter 2026/2027: So schätzen Experten die Wahrscheinlichkeit für einen Extremwinter ein

Die Experten von Wetter Online erklären ebenfalls, dass die hohen Temperaturen im Nordatlantik sowie im Mittelmeer sich stärker auf das Wetter in Deutschland auswirken als El Niño. „Wärmeres Wasser bedeutet höhere Verdunstung und damit feuchtere Luft. Stellt sich im Winter also eine Westwindwetterlage mit wiederholten Tiefdruckgebieten ein, dürften diese aufgrund der höheren Luftfeuchtigkeit mehr Regen als normal bringen“, erklären die Experten. Für einen kalten Winter hingegen müsste sich ein stabiles Hoch über Skandinavien aufbauen und der Wind müsste von Osten kommen.

Aktuelle Langfristmodelle deuten bisher auf einen milden und nassen Winter hin. Nach den heißen Sommermonaten und der Dürre in Deutschland wäre der Regen für die Natur eine gute Nachricht.

Auch der DWD teilt diese Einschätzung: Vor allem für den kommenden Frühwinter (November bis Januar) deuten die Wettermodelle auf milde Temperaturen hin. Man sollte jedoch beachten, dass frühe Wettervorhersagen sich noch ändern können. Trotzdem: „Ein kalter Winter ist aufgrund der hohen Meerestemperaturen jedenfalls sehr unwahrscheinlich“, schreiben die Experten von Wetter Online. (Quellen: Recherche, DWD, Wetter Online) (kiba)