Einen Komplettschutz gegen Anschläge gibt es nicht, sagt die Präsidentin des Verbands für Erneuerbare Energien. Doch Bioenergie und Wasserkraft könnten Lücken schließen.
Quelle: DIE ZEIT, dpa,
dar
- September 2026, 2:19 Uhr
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Der Bundesverband der Erneuerbaren Energien (BEE) hat nach mehreren Angriffen auf das Stromnetz in Deutschland ein »Backup-System für Notfälle« gefordert. Zuvor waren in Brandenburg und in Nordrhein-Westfalen Stromversorgungsanlagen gestört worden, bei denen die Polizei von Straftaten ausgeht.
Zwar gebe es keinen vollständigen Schutz vor derartigen Angriffen, sagte BEE-Präsidentin Ursula Heinen-Esser der Rheinischen Post. »Aber wir können in der aktuellen Phase der Energiewende bewusster darauf achten, die Risiken zu minimieren und unsere Energieversorgung so aufstellen, dass mögliche Angriffe früher entdeckt werden und geringere Auswirkungen haben.« Viele kleinere, dezentrale Erzeuger könnten hierfür ein wichtiger Baustein sein.
Bioenergie und Wasserkraft seien beispielsweise schwarzstartfähig, sagte Heinen-Esser der Zeitung. Das heißt, sie könnten etwa nach einem Stromausfall ohne externe Stromversorgung schnell wieder hochgefahren werden. »Auch Batteriespeicher können im Ernstfall kurzfristig einspringen und günstigen Strom bereitstellen.«
Zwei Angriffe auf die Stromversorgung
Innerhalb kürzester Zeit hatte es in dieser Woche sowohl einen Angriff auf die Stromversorgung des Umspannwerks Turnow-Preilack in Südbrandenburg als auch eine Störung an einem Umspannwerk in Bergheim bei Köln gegeben. In der Nähe beider Orte wurden nach Angaben der Behörden Abschussvorrichtungen und Pyrotechnik gefunden, die womöglich bereits vor längerer Zeit dort installiert worden waren. Die Ermittler gehen davon aus, dass beide Vorfälle auf verfassungsfeindliche Sabotage zurückzuführen sind.
Auch die Vorsitzende der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft, Kerstin Andreae, fordert nach den Angriffen Maßnahmen. Detaillierte Informationen und Pläne zu kritischen Infrastrukturen dürften potenziellen Angreifern nicht frei zugänglich sein, sagte sie der Zeitung. Datenschutzbestimmungen müssten so angepasst werden, »dass auch angrenzende öffentliche Bereiche rechtssicher per Kamera überwacht werden können«.