Stand: 12.08.2026, 19:00 Uhr
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Vier Männer entdeckten bei der Räumung einer Wohnung in Unterföhring eine halbe Million Euro in bar. Aufgeflogen ist die Unterschlagung, weil eine Ehefrau ihrer Freundin vom Geldsegen erzählte.
Unterföhring/Moosburg – Es war ein Fund, der das Leben gehörig verändern sollte: Bei der Räumung einer Wohnung in Unterföhring entdeckten die Mitarbeiter eines Entsorgungsunternehmens aus dem Landkreis Erding eine Plastiktüte mit 500.000 Euro und 108.000 US-Dollar. Statt das Geld abzugeben, beschlossen sie laut Anklage, den Fund für sich zu behalten. Aufgeflogen ist die Geschichte letztlich, weil eine Ehefrau von dem unerwarteten Geldsegen erzählte.
Wie eine Erdinger Polizistin vor dem Amtsgericht Landshut berichtete, erhärtete sich der Verdacht gegen einen 27-jährigen Angeklagten aus Moosburg zunächst durch auffällige Kontobewegungen und einen neuen BMW. Nach anfänglichem Leugnen räumte der Moosburger ein, Anfang Mai 2024 bei einer Wohnungsräumung das Geld gefunden zu haben. Die Summe sei zwischen ihm und vier Kollegen aufgeteilt worden.
Die Männer im Alter zwischen 23 und 67 Jahren saßen nun wegen Unterschlagung auf der Anklagebank. Gemeinsam hatten sie die Wohnung eines verstorbenen Mannes geräumt. Der Zustand der Wohnung sei „katastrophal“ gewesen, berichtete der Nachlasspfleger. Im Schlafzimmer stießen die Männer auf das Bargeld. Laut Anklage besprachen sie den Fund und beschlossen, ihn zu verheimlichen. Dem Geschäftsführer des Entsorgungsunternehmens händigte man lediglich 7000 Euro aus, später folgten die 108.000 US-Dollar.
Der Geschäftsführer gab vor Gericht an, sich dabei zunächst nichts gedacht zu haben. Bei der Auflösung solcher Haushalte sei es nicht ungewöhnlich, dass Gegenstände zunächst auf das Firmengelände gebracht und dort später genauer begutachtet würden. Von der Unterschlagung habe er erst erfahren, als seine Mitarbeiter anriefen und ihm mitteilten, dass sie verhaftet worden seien. „Ich bin da echt aus allen Wolken gefallen“, sagte der 50-Jährige.
Zum entscheidenden Hinweis führte die Ehefrau des Moosburgers: Sie hatte ihrer Freundin „so nebenbei am Telefon“ von dem Geldsegen erzählt. Genauere Angaben habe sie nicht gemacht, sagte die 38-Jährige vor Gericht. Sie habe lediglich berichtet, dass ihr Mann bei einer Räumung „viel Geld“ gefunden habe und sie gleich shoppen gehe. Die Freundin erzählte die Geschichte kurze Zeit später einer Bekannten. Dass die gleich zur Polizei gehen würde, habe sie nicht gedacht.
Das unterschlagene Geld sollen die Männer für Autos und Urlaubsreisen ausgegeben haben. Auch Schulden wurden beglichen, die Ehefrauen erhielten Geld für Einkäufe und Geburtstagsgeschenke. Für einen der Angeklagten wurde der Geldsegen allerdings schnell zum Problem: Der Moosburger erhielt Drohbriefe mit der Forderung, 20.000 Euro zu zahlen. Andernfalls würde sein neues Auto angezündet, Polizei und Presse würden von der Unterschlagung erfahren. Zu einer Geldübergabe kam es jedoch nicht.
Der 27-Jährige versteckte das verbliebene Geld bei einer Bekannten. Auch dort verschwand später ein Teil der Summe. Zudem gab er bei seiner Vernehmung an, von seinen Mitangeklagten bedroht worden zu sein. Sie hätten ihm gedroht, ihn zusammenzuschlagen, falls er über die Sache spreche.
Nach Rechtsgesprächen stellte das Schöffengericht für den Fall eines Geständnisses Bewährungsstrafen in Aussicht. Zwei Angeklagte räumten die Vorwürfe daraufhin vollumfänglich ein. Die Verteidigerinnen der beiden anderen Angeklagten forderten Freispruch. Es gebe keine ausreichenden Beweise für einen Tatnachweis, argumentierte etwa Verteidigerin Magdalena Weindl-Zweck. Der Geschäftsführer hatte allerdings bestätigt, dass alle Angeklagten und der anderweitig verfolgte Kollege bei der Räumung vor Ort gearbeitet hatten. Die geständigen Männer wurden je zu einem Jahr und neun Monaten auf Bewährung verurteilt. Die beiden anderen erhielten zwei Jahre und drei Monate ohne Bewährung. kö