Ermittlungen wegen Lastwagens mit NS-Slogan in der Steiermark

Wiederbetätigung

Ermittlungen wegen Lastwagens mit NS-Slogan in der Steiermark

Ein Passant hatte das Fahrzeug auf einem Parkplatz in Graz entdeckt – unter anderem war das Fahrzeug laut "Krone" mit der Nazi-Parole "Arbeit macht frei" beschriftet

Teilnehmerin einer Demonstration hält ein Schild mit der Aufschrift „Hass ist keine Meinung“. Im Hintergrund sind weitere Personen mit Schildern und Bannern zu sehen. Die Demo findet am 10. Januar 2026 in München am Geschwister-Scholl-Platz statt und richtet sich gegen rechtsextreme Parteien.
Foto einer Demonstration gegen Rechtsextremismus in München.

Aufgrund von rechtsextremen Parolen auf dem Lastwagen einer steirischen Transportfirma wurde nun das Steirer Landesamt für Staatsschutz und Extremismusbekämpfung eingeschaltet. Wie die Kronen Zeitung berichtet, war das Fahrzeug mit rechtsextremen Aufschriften unterwegs, die teils unmittelbar aus der NS-Zeit stammen.

Am Montagmorgen war ein Passant am Grazer Lendplatz an einer Baustelle vor einem Hotel auf den Lkw der Spedition aufmerksam geworden. Das Fahrzeug habe dort inklusive des NS-Slogans "Arbeit macht Frei" auf dem linken Fenster geparkt. Über dem Fahrerhaus prangte demnach – zweideutig in Frakturschrift – "Führerhaus". Auf dem rechten Seitenfenster war zudem der Spruch "Klagt nicht, kämpft" zu lesen.

Mögliche Wiederbetätigung

Der Vorfall wurde am gleichen Tag bei der Polizei angezeigt, woraufhin die Ermittlungen am Abend anliefen. Es steht der Vorwurf der Straftat der Wiederbetätigung im Raum: Der Slogan "Arbeit macht Frei" diente als Toraufschrift etlicher NS-Konzentrationslager und gilt als Verhöhnung der Opfer durch die Nazis. Daniela Grabovac, Leiterin der steirischen Extremismus-Präventionsstelle "next", erklärte gegenüber der Kronen Zeitung, dass neben dem Delikt der Wiederbetätigung auch Verwaltungsstrafen im Raum stünden. Das Unternehmen müsse die Slogans entfernen, da es sich sonst mitschuldig mache.

Ob der Lkw-Fahrer die Aufkleber selbst angebracht hat und inwieweit die Spedition darüber informiert war, ist derzeit unklar. Die Staatsanwaltschaft Graz ist in den Fall involviert. Laut dem Bericht der Zeitung findet sich bereits seit März 2020 ein Foto des Lkw mit der Aufschrift "Führerhaus" auf der Instagram-Seite der Transportfirma. (muz, 22.7.2026)

Forum: 113 Postings

Ihre Meinung zählt.

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.