Erneut schlechte Nachrichten für RE1-Pendler. Ab Freitag entfallen alle Züge der Linie RE1 zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder). Das teilte die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH (Odeg) mit. Die Sperrung soll bis zum Morgen des 15. August andauern. Grund hierfür seien Bauarbeiten der Deutschen Bahn.
Zwischen den Bahnhöfen besteht ein Ersatzverkehr mit Bussen. Einige der Busse fahren alle Stationen via Landstraße ab. Andere Expressbusse lassen kleinere Ortschaften aus und fahren teilweise über die Autobahn. Dennoch müssen sich Pendler auf deutlich längere Fahrzeiten einstellen.
Die RE1-Zuglinie zwischen Magdeburg und Frankfurt (Oder) gilt als das große Sorgenkind der Odeg. In diesem Jahr seien bis April bereits 13 Prozent der Verbindungen durch Baustellen ausgefallen, sagte Odeg-Geschäftsführer, Lars Gehrke, in Berlin. Die Odeg verweist häufig auf Probleme bei der Baustellenplanung durch die Deutsche Bahn.
Generalsanierung der Strecke ab 2029
Die aktuellen Sperrungen sind nur ein Vorgeschmack auf weitreichendere Sanierungen: 2029 steht eine Generalsanierung der Bahnstrecke Berlin-Frankfurt (Oder) an, auf der die stark genutzte Regionalbahnlinie RE1 fährt. Mehrere Städte und Institutionen aus Ostbrandenburg dringen bei der Deutschen Bahn darauf, die Folgen für Pendler einzudämmen.
„Eine sich über Monate hinziehende Vollsperrung hätte täglich unzumutbare Belastungen für zehntausende Berufspendler, Studierende, Schülerinnen und Schüler zur Folge“, so der gemeinsame Aufruf. Insbesondere würde dies die wirtschaftliche Entwicklung einer ganzen Region akut gefährden. Mehrere Kommunen, darunter Frankfurt (Oder), Eisenhüttenstadt und der Landkreis Oder-Spree, aber auch die Europa-Universität Viadrina, das Klinikum in Frankfurt (Oder) sowie die IHK Ostbrandenburg schlossen sich an.
Sie appellieren an die Deutsche-Bahn-Tochter DB InfraGo, die Generalsanierung der wichtigen Pendlerstrecke zwischen Berlin-Ostbahnhof und Frankfurt (Oder) „unbedingt wirtschaftsnah sowie fahrgastfreundlicher“ zu gestalten. Die Arbeiten sollten nur eingleisig ausgeführt werden. Zudem müsse es vorab verbindliche Verträge mit Busunternehmen geben, um die Qualität und Kontinuität des Schienenersatzverkehrs zu sichern.
Von einer kompletten Sperrung spricht die Deutschen Bahn nicht mehr. Ein Sprecher teilte auf Anfrage mit: „Der genaue Umfang der Arbeiten wird zurzeit noch geprüft. Untersucht werden dabei auch entsprechende Sperrpausen.“ 2029 sei vorgesehen, beispielsweise Weichen und Gleise zu erneuern sowie Stellwerke neu zu bauen. Von einer neunmonatigen Sperrung war zunächst die Rede. Rund 60.000 Menschen nutzen nach Angaben der Ostdeutschen Eisenbahn GmbH den RE1 täglich. (dpa)