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Nicht, dass sich Jens Gosebrink wirklich über einen vermutlich verpassten Sieg beim 30. NRZ-Klosterlauf in Kamp geärgert hätte. Und dennoch war es irgendwie kurios, dass sich ausgerechnet der prominenteste von mehr als 400 Startern am Samstagnachmittag für gut 300 Meter „verlaufen“ hatte. „Beim Stadion von Alemannia haben wir irgendwie einen Abzweig falsch eingeschätzt“, so der für die LG Alpen gemeldete Gosebrink gegenüber der Redaktion. Der frisch gebackene Weltmeisterschafts-Vierte im Kurztriathlon von Pontevedra/Spanien hatte Judith Gottwald „im Gepäck“. Die zog er auf eine Fünf-Kilometer-Zeit von knapp unter 19 Minuten. Womit Gottwalds sportliches Ziel auf der Uhr erreicht war. Die laufenthusiastische Richterin am Landgericht Kleve gewann damit auch die Frauenkonkurrenz, Gosebrink wurde Dritter.
Moerser TV: Sieg für Triathleten über fünf Kilometer nach drei Wochen Urlaub
Vorn lag ein weiterer Triathlet. Marc Macziejek vom Moerser TV siegte in 18:32 Minuten klar vor dem Moerser Elias Rohmann (19:18). Macziejeks Partnerin Sonja Koppers (22:19), ebenfalls schon Triathlon-WM erprobt, landete bei den Frauen auf Platz drei. „Wir waren grad drei Wochen im Urlaub, sind nicht wirklich in Form und nutzen nun kleinere Läufe, um ein wenig abzutrainieren“, erklärte Sieger Macziejek.

Im Triathlon bei Weltmeisterschaften schon reichlich erprobt: der Weseler Jens Gosebrink, der für die LG Alpen startet.
Ende Oktober wird das ernsthafte Training allerdings wieder aufgenommen. Für das Jahr 2027 hat sich das MTV-Triathlon-Paar nichts weniger als die Challenge in Roth auf die Fahne geschrieben, Deutschlands größte Triathlon-Herausforderung. In diesem Jahr waren beide beim Ironman in Klagenfurt/Österreich und beim 70.3-Triathlon in Duisburg auf der Strecke.
Alles was über zehn Grad Celsius liegt, bringt mich schon ins Schwitzen.
Jens Gosebrink, WM-Triathlet der LG Alpen nach dem 30. Klosterlauf in Kamp
Auch der WM-Vierte Jens Gosebrink, der in Spanien erstmals im Deutschland-Trikot startete und darauf auch mächtig stolz ist, setzt sich neue Ziele. Der fünfte Kurzdistanz-WM-Start soll es 2027 werden. Wobei natürlich zunächst die Qualifikation geschafft werden müsste. Dazu kommt der Ironman im hübschen Küstenort Tenby in Süd-Wales. Da dürfte es garantiert nicht so warm werden wie am Samstag am Klosterkamp in der strahlenden Mittagssonne. Wobei Gosebrink es ohnehin lieber klar kühler mag: „Alles was über zehn Grad Celsius liegt, bringt mich schon ins Schwitzen.“

Erschöpft, aber glücklich im Ziel beim 30. Klosterlauf: Halbmarathonsieger Kalli van Dongen von der LG Alpen.© Michael Ryberg | Michael Ryberg
Apropos: Halbmarathon-Sieger Kalli van Dongen, ebenfalls im rot-weißen Dress der LG Alpen unterwegs, triefte nach 1:25,53 Stunde selbstredend. Der 40-jährige Nordrhein-Vizemeister hätte dabei nach der zweiten von drei Runden fast aufgegeben. „Ich habe eine Hüftgelenksdysplasie auf beiden Seiten. Die hat mir schon ganz schön zugesetzt“, verriet van Dongen im Ziel. Bei Kilometer 17 und gutem Vorsprung entschloss er sich aber, doch durchzuziehen. Man gewinnt schließlich nicht alle Tage ein Halbmarathonrennen.
Halbmarathonsieger vom Kloster Kamp: „Ich brauche das Laufen für Geist und Psyche“
Aufhören kommt für den M40-Starter vorerst eh nicht in Frage, auch wenn in absehbarer Zeit eine künstliche Hüfte Thema werden könnte: „Ich brauche das Laufen für Geist und Psyche. Das gibt wir einfach sehr viel.“ Vornehmen kann sich Kalli van Dongen für das neue Jahr unter seinen gesundheitlichen Bedingungen eher nicht viel. In der Mehrzahl werden aber seine Standardstrecken über fünf und zehn Kilometer im Fokus liegen. In Kamp hatte der Alpener den Issumer Eric Dieck (1:27,03) trotz aller Pein um 70 Sekunden distanziert. Beste Frau war die Rheinbergerin Sylwia Szkatula in 1:42,00 Stunde.

Mit einem Lächeln im Gesicht zum Sieg: Über zehn Kilometer liegt Oliver Nehm beim 30. Klosterlauf in Kamp vorn.© Michael Ryberg | Michael Ryberg
Einen unerwarteten Triumph feierte Oliver Nehm neben dem Getränkezelt am Abteiplatz mit seiner Frau und den beiden Kindern. Der Dinslakener war in 42:55 Minuten als Erster über zehn Kilometer, seiner Schokoladendistanz, im Ziel. „Das ist mein allererster Rennsieg, auch wenn ich in der Vergangenheit schon unter 40 Minuten geblieben bin. Ich habe die schöne Atmosphäre hier genossen. Und natürlich auch den kleinen Schlussanstieg bis zum Ziel“, schmunzelte Nehm nach dem offiziellen NRZ-Klosterhauptlauf.
Zehn-Kilometer-Sieger aus Dinslaken distanziert die Konkurrenz
Auch wenn die Zeit und die Konkurrenz, Adrian Gietmann (Borussia Veen) brauchte als Zweiter schon 46:31 Minuten, nicht übermächtig war: Nach einem halben Jahr Zwangspause aufgrund diverser Muskelverletzungen durfte der Dinslakener schon stolz sein. Der lief übrigens unter einem abgewandelten Namen seiner Firma, die demnächst von Oberhausen nach Dinslaken zieht: Kompaco statt Kompaso, ein kleiner Buchstaben-Geck. Beste Frau war übrigens die Kleverin Christina Plügge in 54:16 Minuten.
Nach drei Jahren Pause: Cheforganisator Hannes Hücklekempkes ist zufrieden
Organisator Hannes Hücklekempkes, der bei allen Starts selbst die Pistole bediente, freute sich nach drei Jahren Pause über ein Comeback seines Klosterlaufs. „Wir sind sehr zufrieden, das sonnige Wetter hat auch perfekt mitgespielt. Nur schade, dass weniger Zuschauer da waren als bei der letzten Auflage“, so Hücklekempkes. Der ist seit 1967 erfolgreich in der Leichtathletik beim SV Alemannia Kamp unterwegs und hat diverse Deutsche Meister herausgebracht. Das würdigte natürlich auch Klosterlauf-Sprecher Laurenz Thissen, der die Beobachter wie immer souverän und kompetent durch den Lauftag geführt hatte.