Stand: 03.10.2026, 17:06 Uhr
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9:0 gegen Schwachhausen: Bremen-Ligist Brinkumer SV feiert am Tag der Deutschen Einheit einen Kantersieg im Pokal. Vincent Reppel glänzt mit drei Toren – zuletzt gelang ihm das nach eigenen Worten in der E-Jugend.
Brinkum – Wenige Sekunden vor Schluss hätte es Hamza Cilgasit sogar zweistellig machen können. Doch der Joker schob den Ball haarscharf am langen Pfosten vorbei. So blieb es bei einem Ergebnis, das noch immer als imposant bezeichnet werden darf. Mit 9:0 (3:0) gewann der Brinkumer SV sein Pokal-Achtelfinale gegen Bremen-Liga-Konkurrent TuS Schwachhausen – und zelebrierte am Feiertag zur Deutschen Einheit seinen ganz persönlichen Ballertag.
Entsprechend zufrieden war hinterher Dominik Schmidt. „Heute habe ich wirklich nur wenig zu meckern“, sagte der BSV-Coach. Sein Trainerkollege Dennis Richter hingegen wirkte „ein bisschen sprachlos“ und konsterniert: „Brinkum ist eine der besten Mannschaften Bremens und hat uns heute klar die Grenzen aufgezeigt. Dass es aber so deutlich wird, tut natürlich weh.“
Aus seinem starken und von Beginn an aggressiven, spielfreudigen Kollektiv wollte Schmidt niemanden herausheben. Besonders auffällig war allerdings die Darbietung von Vincent Reppel. Der linke Brinkumer Schienenspieler glänzte mit drei Toren und einer Vorlage – und staunte selbst über die eigene Treffsicherheit: „So etwas ist mir, glaube ich, zuletzt in der E-Jugend gelungen.“ Der Schlüssel zum Erfolg: Eher schieben statt draufknallen. Klappte gleich zweimal. Und Reppel meinte mit einem Schmunzeln: Mir wird immer gesagt: Nutz die Innenseite. Jetzt habe ich mal überlegter abgeschlossen – und es hat ganz gut funktioniert. Die Leute haben eben Ahnung.“ Einer dieser „Leute“ ist Schmidt, der am Vortag noch mit Reppel gesprochen hatte und sich dann freute, „dass er sich so belohnt hat“.

Beim Weg ebnenden und frühen 1:0 (9.) traf Reppel flach ins lange Eck. Vor dem Abstauber-2:0 von Nico Poplawski hatte Schwachhausen-Keeper Severyn Stefanowski Reppels Schuss nur unzureichend und nach vorne abgewehrt (13.). Und kurz darauf erhöhte Malik Memisevic auch schon auf 3:0 – und wie! Ansatzlos schweißte er den Ball aus etwa 22 Metern und mit gefühlten 150 k/h in den rechten Winkel. Das Traumtor begeisterte die knapp 100 Zuschauer am Brunnenweg – inklusive des Zwischenrufs: „Malik, ich will ein Kind von dir!“
Die beruhigende Pausenführung sorgte allerdings nicht dafür, dass Brinkum den Fuß vom Gas nahm. Nach einer zunächst abgewehrten Freistoßflanke von Josip Tomic war schon wieder dieser Reppel zur Stelle. Flachschuss ins lange Eck – 4:0 (51.). Dominic Pereira, nach längerer Zeit mal wieder in der Startelf des BSV und stark in der Mittelfeld-Zentrale, legte nach (56.). Und im Nachschuss langte Reppel zum dritten Mal zu (61). Schmidt konnte es sich im zweiten Durchgang erlauben, Stammkräfte wie Ikrami Olatunji, Poplawski, Memisevic und Tomic auszuwechseln und zu schonen. Kein Problem, dann machten die Joker eben weiter. Leonit Berisha (77./per Kopf) und Cilgasit (78./satter Linksschuss) erhöhten auf 8:0. Pereira setzte dann nach schöner Kombination über Leon Hansemann und Connor Mucchetti den Schlusspunkt (82.). Und Schmidt resümierte: „Wir waren sehr dominant und eiskalt vor dem Tor. Aber: Wir bleiben demütig – auch nach so einem Sieg.“