Erste Fahrradstraße in Bad Nauheim eröffnet

Stand: 06.08.2026, 17:59 Uhr

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Machen sich ein Bild vom fertiggestellten Radweg (v.l.): Sebastian Schmitt, Klaus Kreß, Elena Korbach und Heiko Heinzel.

Machen sich ein Bild vom fertiggestellten Radweg (v.l.): Sebastian Schmitt, Klaus Kreß, Elena Korbach und Heiko Heinzel. © pm

Die Stadt Bad Nauheim hat ihre erste Fahrradstraße in Betrieb genommen. Laut Heiko Heinzel, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, hat sich die nun realisierte Variante aus mehreren Gründen gegen die Alternativen durchgesetzt.

Bad Nauheim – Vor wenigen Tagen hat die Stadt Bad Nauheim ihre erste Fahrradstraße in Betrieb genommen. Sie führt am historischen Sprudelhofgelände vorbei und stellt die Radwegeverbindung zwischen der Rittershausstraße und der Zanderstraße wieder her – „sicherer, komfortabler und denkmalverträglich“, wie es in einer Pressemitteilung aus dem Rathaus heißt.

Mit dem Bau der „Sprudelhof Therme“ musste der Sebastian-Kneipp-Weg als Radweg weichen. Die Stadt Bad Nauheim hat mit rund 340 Metern ihre erste Fahrradstraße realisiert, die die Radwegeverbindung durch die Stadt wiederherstellt. Sie führt ab der Einmündung Ludwigstraße und der Straße Zu den Sprudeln um das Sprudelhofinnengelände bis zur neu gebauten Rampe. Von dort führt ein Zweirichtungsradweg im Seitenraum der Ludwigstraße bis an die Rittershausstraße. Dort schließt die neue Strecke an den bestehenden Radweg an. „Unsere Gesundheitsstadt wächst und mit ihr das Angebot für alle, die sich nachhaltig durch Bad Nauheim bewegen wollen“, berichtet Bürgermeister Klaus Kreß.

Der neue Radweg sei als wichtige Radhauptnetzverbindung des Wetteraukreises und innerstädtische Radwegeverbindung im Erschließungsstraßennetz eingestuft, heißt es vonseiten der Stadt. „Damit ist die Nord-Süd-Verbindung für den Radverkehr wieder durchgängig befahrbar. Sie ist eine wichtige Verbindung, die auch von Schülerinnen und Schülern stark genutzt wird. Darüber hinaus bietet die erste Fahrradstraße in Bad Nauheim die Gelegenheit, Erfahrungen mit dieser Form der Verkehrsführung zu sammeln“, sagt Stadtrat Sebastian Schmitt, Dezernent zur Förderung von Fahrradinfrastruktur.

Fahrräder nebeneinander erlaubt

Die erste Fahrradstraße in Bad Nauheim beginnt an der Einmündung der Straße Zu den Sprudeln und endet am unteren Ende der neuen Fahrradrampe. Die Besonderheiten einer Fahrradstraße sind mitunter, dass für alle Tempo 30 gilt. Auch das Nebeneinanderfahren auf Fahrrädern ist ausdrücklich erlaubt. Kraftfahrzeuge dürfen die Strecke nur als Anlieger befahren, ohne Radfahrer zu gefährden oder zu behindern. Die Zufahrtsmöglichkeiten zum Parkdeck und zum Sprudelhof bleiben damit erhalten. „Die Fahrradstraße ist konsequent sichtbar gemacht, denn der Einfahrtsbereich in Höhe der Straße Zu den Sprudeln ist neben der Beschilderung mit einer Rotmarkierung und einem Fahrradstraßen-Piktogramm gekennzeichnet. Alle Einmündungsbereiche im Sprudelhof wurden zusätzlich mit einer Bodenmarkierung und einem Radfahrer-Piktogramm sowie Richtungspfeilen versehen“, heißt es weiter in der Pressemitteilung.

Die Stadt Bad Nauheim hat verschiedene Realisierungsvarianten in Abstimmung mit der Denkmalschutzbehörde des Wetteraukreises und der Stiftung Sprudelhof geprüft. Heiko Heinzel, Fachbereichsleiter Stadtentwicklung, erklärt: „Die gewählte Variante hat sich in allen entscheidenden Punkten durchgesetzt: Sie ist die verkehrs- und denkmalschutzverträglichste Lösung und hat in der Kosten-Nutzen-Bewertung am besten abgeschnitten. Vor allem aber trennt sie die verschiedenen Verkehrsteilnehmenden am wirkungsvollsten voneinander – und bietet damit genau denen die größte Sicherheit, die sie am meisten brauchen: Fußgängerinnen und Fußgängern sowie Radfahrenden.“

Farbliche Gestaltung

Der Zweirichtungsradweg entlang der Ludwigstraße ist drei Meter breit und baulich klar vom Fußweg entlang der „Sprudelhof Therme“ abgetrennt. „In Abstimmung mit der Denkmalbehörde wurde der Radweg mit einem Farbasphalt in Grau-Beige ausgeführt, der sich farblich harmonisch in den Sprudelhof als Einzeldenkmal einfügt. Diese Färbung heizt sich gleichzeitig nicht so stark auf wie dunklere Asphaltfarben. Zur eindeutigen Erkennbarkeit als Radweg ist die Fläche mit einer weißen und einer zusätzlichen roten Randmarkierung versehen“, schreibt die Stadt.

„Am Hauptquerungsbereich von Fuß- und Radweg auf der Ludwigstraße an der Einmündung zur Rampe wurde aus Sicherheitsgründen eine Markierung für einen Fußgängerüberweg angebracht und ein Beleuchtungsmast ergänzt – so ist auch die Fußwegeführung eindeutig und sicher. Die Anbindung an die Rittershausstraße ist mit einer roten Bodenmarkierung und Haltelinien für den motorisierten Verkehr in Fahrtrichtung Ludwigstraße ausgeführt und macht den Vorrang der Radfahrenden auch dort klar erkennbar“, erläutert Elena Korbach, Mitarbeiterin im Fachdienst Tiefbau und Verkehrsplanung.