Wohnmobilstellplatz wurde 54 Prozent teurer – und ist für manche jetzt „inakzeptabel“

Stand: 06.08.2026, 17:59 Uhr

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Wohnmobilstellplatz nahe der Ammerschule / Au in Weilheim, Juli 2026

Weniger Wohnmobile als früher sind derzeit oft auf dem Stellplatz neben der Ammerschule in Weilheim zu sehen. © Magnus Reitinger

Über stark erhöhte Gebühren und Baulärm ab frühmorgens klagen Nutzer des Wohnmobilstellplatzes in Weilheim.

Weilheim – Genau 17 Jahre ist es her, dass Christa und Franz Hucklenbruch zum ersten Mal auf dem Wohnmobilstellplatz in Weilheim übernachtet haben. Und damit begann für das Paar aus Bad Honnef in Nordrhein-Westfalen eine richtige Beziehung zu dieser Stadt. „Immer wieder sind wir nach Weilheim gekommen (nach Auskunft meines Bordbuchs insgesamt 34 Mal), weil uns die Stadt so gut gefällt“, schreibt Franz Hucklenbruch in einer E-Mail an die Stadtverwaltung, den Bürgermeister und die Heimatzeitung. „Gerne haben meine Frau und ich die vielfältigen Einzelhandelsangebote und die gastronomischen Möglichkeiten genutzt.“ Den „wenig ansprechenden Stellplatz, der von einem Großparkplatz abgezwackt ist und hinter den Glascontainern nun wirklich keinen Charme entfaltet“, habe man dabei in Kauf genommen.

Nun ist die Liebe der beiden Rheinländer zu Weilheim jedoch heftig erkaltet. Mit einem beigefügten Foto, das eine überquellende Mülltonne samt danebenliegendem Abfall zeigt, verweisen sie auf den „ungepflegten Zustand des Stellplatzes“, der zwischen dem großen Parkplatz neben der Ammerschule und einem angrenzenden Feld liegt. „Dazu kommt der Baulärm, der morgens um 4.30 Uhr mit schwerem Gerät und großen Erdbohrern begann“, heißt es in der Mail weiter. Bekanntlich wurde vor einigen Wochen mit den Bauarbeiten für die Erweiterung der Ammerschule begonnen, dafür sind aufwendige Bohrpfahlgründungen nötig.

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Der Stellplatz, resümiert das Paar, sei damit „inakzeptabel schlecht“. Zugleich habe die Stadt „verblüffenderweise“ die Nutzungsgebühr von 13 auf 20 Euro pro Tag erhöht, ohne die angebotene Leistung zu verbessern. Für die Hucklenbruchs bedeutet all das: Weitere Besuche auf diesem Platz schließen sie für sich aus. Und dass dies auch andere Wohnmobilfahrer tun, zeigten Kommentare in den einschlägigen Foren.

Tatsächlich haben sich etwa auf dem Onlineportal des Magazins „Promobil“ die Bewertungen für den Weilheimer Stellplatz in den vergangenen Monaten deutlich verschlechtert. „Mit 20 Euro überteuert. Ab 6.30 Uhr Baulärm von der Großbaustelle gegenüber. Lärm und Staub den ganzen Tag“, heißt es da von einem Nutzer Anfang Juni. Seit über zehn Jahren sei man gerne auf diesen Stellplatz gekommen, schreibt ein anderer Mitte Juli, doch nach der Preiserhöhung „fahren wir lieber weiter nach Peißenberg, da hat man für 12 Euro sogar eine Toilette dabei“. In Weilheim gibt es hingegen „nur“ die Möglichkeit zur Trinkwasserentnahme, Tankentsorgung sowie Stromanschluss.

Kritik am Weilheimer Stellplatz gab es in diesem Forum auch in den vergangenen Jahren immer wieder mal – etwa an der Enge der Plätze, an einem „seit Monaten“ fehlenden Wasserhahn und auch an früheren Preiserhöhungen. Aber das Lob hatte bis dato überwogen: Es sei „alles vorhanden, was ein Stellplatz benötigt“, hieß es da mehrfach, das Areal liege „im Grünen und doch stadtnah“ und sei ein guter „Ausgangspunkt für Radtouren entlang der Ammer oder in der Umgebung“.

Augenscheinlich deutlich weniger Nutzer auf Wohnmobilstellplatz

Weilheims Bürgermeister Tillman Wahlefeld räumt auf Anfrage ein, dass es neben der Mail des Paars aus Bad Honnef im Rathaus eine weitere Beschwerde wegen der Preiserhöhung für den Wohnmobilstellplatz gegeben habe. Diese hatte der Stadtrat im Januar im Zuge der allgemeinen neuen Parkgebührenordnung für die Stadt beschlossen (wir berichteten). Wegen des Vorwurfs der Vermüllung habe er sich gleich an die Stadtwerke gewandt, so der Rathaus-Chef. Diese hätten den Auftrag, dort „sehr regelmäßig“ die Behältnisse zu leeren. Gegen den Lärm von der Schulbaustelle freilich kann keiner was tun: „Da sind sie aktuell am Spunden“, weiß Wahlefeld, „das ist brutal laut, und das tut mir auch leid – aber es ist nicht zu vermeiden“.

Ob wegen der aktuellen Umstände und der Gebührenerhöhung mittlerweile weniger Wohnmobilfahrer auf dem Weilheimer Platz übernachten, dazu gibt es keine Zahlen. 2024 und 2025 lagen die Einnahmen durch Gebühren auf dem Stellplatz bei gut 20.000 Euro jährlich, erklärt die Stadtkämmerei gegenüber der Heimatzeitung; für heuer gibt es noch keine Aufstellung. Auch Gerhard Bäck, der Leiter der städtischen Verkehrsbehörde, hat keine Statistik vorliegen. Doch augenscheinlich sei die Nutzung zurückgegangen. Er komme fast täglich an dem Stellplatz vorbei, so Bäck im Gespräch mit unserer Zeitung, und stelle fest, dass dort jetzt deutlich weniger Wohnmobile stünden als in früheren Jahren: „Derzeit wird der Platz wenig genutzt, das ist wirklich auffällig.“