„Es war schwer“: Münchner verbringen die Nacht am Oktoberfest-Gelände – um die ersten zu sein

Stand: 19.09.2026, 07:37 Uhr

Kommentare

Uns auf Google folgen

Bereits in der Nacht stehen hunderte Wiesn-Fans am Oktoberfest-Gelände an. Die ersten waren bereits am Vorabend da und haben die Nacht an der Straße verbracht.

München – Wer am Samstagmorgen einen der begehrten Plätze im Schottenhamel-Zelt ergattern wollte, musste früh aufstehen – oder gar nicht erst schlafen. Bereits seit 16 Uhr des Vortages hatten sich die ersten Wiesn-Fans am Haupteingang der Theresienwiese postiert, um beim traditionellen Wiesn-Run ganz vorn dabei zu sein.

Alles zum Anstichtag finden Sie in unserem Live-Ticker.

Junge Münchner verbringen die Nacht am Wiesn-Gelände

Die Nacht verlief für viele alles andere als gemütlich. Kälte und Schlafmangel prägten die Stunden bis zum Morgen. Wer clever war, teilte sich die Wartezeit mit Freunden auf: Gruppen wechselten sich in Schichten ab, lösten sich gegenseitig ab und hielten so den Platz in der Schlange. „Wir haben die anderen um 2 Uhr abgelöst, sie waren seit 16 Uhr am Freitag da“, erzählt ein 18-jähriger Münchner, der mit seiner Gruppe in der ersten Reihe am Eingang an der Theresienhöhe steht. „Wir haben die ganze Nacht Spiele gespielt.“

Eingepackt mit Rettungsdecke gegen die Kälte: Die 18-jährigen Münchner sind die ersten in der Schlange am Eingang an der Theresienhöhe.

Eingepackt mit Rettungsdecke gegen die Kälte: Die 18-jährigen Münchner sind die ersten in der Schlange am Eingang an der Theresienhöhe. © tkip

Schlafsäcke, Campingstühle und Rettungsdecken gehörten zur Grundausstattung der erfahreneren Wartenden – wer ohne gekommen war, merkte schnell, dass er sich besser hätte vorbereiten sollen. „Wir sind seit 19 Uhr hier und haben die ganze Nacht versucht zu schlafen, aber es war schwer“, sagt ein 16-Jähriger, der in der ersten Reihe am Haupteingang steht. Er wirkt müde. „Wir versuchen, durch den Tag zu kommen.“ Das Ziel der meisten Gruppen: einen guten Tisch im Schottenhamel.

Die drei 16-jährigen Münchner sind die ersten in der Schlange am Haupteingang.

Die drei 16-jährigen Münchner sind die ersten in der Schlange am Haupteingang. © tkip

Für Stimmung und Versorgung sorgte auch die Münchner Brauerei Giesinger Bräu. Mitarbeiter verteilten in der Warteschlange Pullover mit Aufdrucken sowie Bier und Semmeln – kostenlos und ohne Gegenleistung. Das Ziel dahinter: möglichst viele der markanten Pullis auf dem ersten großen Wiesn-Foto des Tages zu platzieren, das beim Run entsteht. Fünf verschiedene Sprüche zierten die Kleidungsstücke, rund 100 Stück wurden ausgegeben. „Es soll zeigen, dass wir von hier für hier sind und das Giesinger auf die Wiesn will“, sagt einer der Mitarbeiter. Der Chef der Brauerei, Steffen Marx, ist auch vor Ort. Er sagt zur möglichen Kritik, welche auf die Aktion folgen könnte: „Wir haben ein breites Kreuz.“ (Quelle: Reporterin vor Ort) (tkip)