Europa holt bei industriellen KI-Anwendungen auf

Künstliche Intelligenz

Europa holt bei industriellen KI-Anwendungen auf

Europa kann vor allem in spezialisierten Industrie-KIs punkten. Das ist ein Kernpunkt der KI-Strategie, die Christine Lagarde in Wien präsentierte

Eine Frau mit weißem Haar, Brille und rotem Blazer steht an einem Rednerpult mit Mikrofon. Im Hintergrund sind die Flaggen von Österreich und der Europäischen Union zu sehen.
Christine Lagarde fordert mehr private Investitionen in Künstliche Intelligenz. Die klugen Köpfe seien da.

Während Europa bei den KI-Basismodellen sowie den kostenintensiven Plattformebenen den Anschluss zu verlieren droht, holt der Kontinent bei industriellen Anwendungen der Künstlichen Intelligenz auf, geht aus einer Studie der Unternehmensberatung McKinsey und dem Branchennetzwerk Boardwave hervor. So stiegen heuer die Investitionen in Europa in diesem Bereich im ersten Halbjahr auf 6,8 Mrd. Euro - rund 44 Prozent des US-Niveaus. Im Jahr 2018 lag der Anteil erst bei 11 Prozent.

Im gesamten Jahr 2025 beliefen sich die Investitionen der Europäer auf 8,1 Mrd. Euro, verdeutlicht die Studie den Anstieg der Mittelzuflüsse. Vor allem bei Start-ups, die industriespezifische, vertikale KI-Anwendungen entwickeln, konnte Europa aufholen. Diese Start-ups erhielten 67 Prozent dessen, was vergleichsweise US-Start-ups erhielten. 2018 waren dies nur 9 Prozent. Im Bereich industrieller KI bekamen die europäischen Start-ups heuer mit 68 Mio. Euro sogar erstmals mehr als US-Start-ups, die im Schnitt auf 60 Mio. Euro kamen.

Gefragte Branchen

Rund 94 Prozent der Investitionen in europäische Start-ups fließen in sechs Branchen: klassische Industrie, Energie und Klima, Verteidigung und Sicherheit, Transport, Mobilität und Logistik, Recht und Compliance sowie Gesundheit und Life Sciences. Letztlich zählen auch Finanzdienstleistungen und Versicherungen zu den gefragten Branchen.

Unternehmen wie Welsing (Verteidigung), Wayve (Mobilität) und Legora (Recht) zählen im Schnitt nur vier Jahre nach der Gründung zu den 100 wertvollsten Technologieunternehmen Europas, geht aus der Studie hervor. (APA, 17.9.2026)

Die Kommentare im Forum geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Benutzer:innen können diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die STANDARD Verlagsgesellschaft m.b.H. vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.