Europas Mieten sind in Städten 23 Prozent teurer – warum Airbnb nur ein Teil des Problems ist

Stand: 14.09.2026, 08:30 Uhr

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Brüssel will härter gegen Ferienwohnungen vorgehen. Doch neue Zahlen zeigen: Europas Wohnungskrise sitzt tiefer – und Deutschland fällt besonders auf.

Die EU-Kommission nimmt Airbnb und andere Kurzzeitvermieter ins Visier. Städte sollen leichter eingreifen können, wenn Ferienwohnungen regulären Wohnraum verdrängen. Klingt nach einer Antwort auf Europas Wohnungskrise. Ist aber höchstens ein Teil davon.

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Denn fast zeitgleich liefert das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) die unangenehmere Zahl: In elf untersuchten EU-Ländern liegen die Mieten in Metropolregionen im Schnitt 23 Prozent über denen außerhalb der Metropolen. In Deutschland stiegen die Mieten im August sogar dreimal schneller als im EU-Durchschnitt.

Europas Städte haben einen 23-Prozent-Aufschlag

Das Problem heißt deshalb nicht nur Airbnb. Es heißt: zu viel Nachfrage, zu wenig Wohnraum – vor allem dort, wo die Jobs sind.

Die Folgen reichen längst bis in die Unternehmen. Wer in München, Berlin oder anderen Wirtschaftszentren Mitarbeiter sucht, konkurriert indirekt um bezahlbare Wohnungen. Hohe Mieten treiben Gehaltsforderungen, erschweren Zuzug und machen Standorte für Fachkräfte unattraktiver.

Die Wohnungskrise wird damit zur Standortkrise.

Brüssel kann Ferienwohnungen bremsen – aber keine Wohnungen herbeizaubern

Der neue Affordable Housing Act soll Kommunen nun mehr Rechtssicherheit geben. In angespannten Märkten könnten sie kommerzielle Kurzzeitvermietungen stärker begrenzen. Dafür müssen sie allerdings nachweisen, dass tatsächlich „Housing Stress“ herrscht und Kurzzeitvermietungen die Lage verschärfen.

Das kann helfen. Nur löst es die entscheidende Gleichung nicht.

Jede Wohnung, die von Airbnb zurück auf den regulären Mietmarkt kommt, entspannt das Angebot. Aber eine regulierte Ferienwohnung ist noch keine neu gebaute Wohnung.

Der Airbnb-Streit lenkt vom teureren Problem ab

Genau deshalb ist die neue IWH-Zahl womöglich wichtiger als die gestrige Brüsseler Ankündigung: 23 Prozent Aufschlag fürs Wohnen in Europas Metropolen zeigen, wie teuer wirtschaftliche Zentren inzwischen geworden sind.

Airbnb lässt sich regulieren. Knappheit nicht.

Wer Europas Städte wieder bezahlbar machen will, muss deshalb mehr tun, als Touristen aus Wohnungen zu bekommen. Er muss dafür sorgen, dass dort, wo Menschen arbeiten wollen, wieder deutlich mehr Menschen wohnen können.

Sonst bekämpft Europa am Ende die Ferienwohnung – und behält die Wohnungskrise.

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