Evenepoel: “Will die beste dritte Woche meines Lebens fahren“ | radsport-news.com

Red Bull-Kapitän blickt aufs Zeitfahren und Alpen

Von Tom Mustroph aus Cluses und Jan Zesewitz

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Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) hat am Ruhetag seinen zweiten Tagessieg bei der Tour de France fest im Blick | Foto: Cor Vos

20.07.2026  |  (rsn) – Remco Evenepoel (Red Bull – Bora -hansgrohe) startet in bester Ausgangslage in die dritte Woche der Tour de France. Als frischgebackener Etappensieger bei einer schweren Bergankunft geht er von Gesamtrang zwei als Topfavorit in das anspruchsvolle Einzelzeitfahren am Genfer See. Während der Pressekonferenz am Ruhetag gab sich der Belgier entsprechend selbstbewusst und in sich ruhend.

“Ich habe am Anfang der Tour gesagt, dass ich gerne eine Etappe gewinnen möchte, die kein Zeitfahren ist“, sagte er der Medienrunde. “Das, das Zeitfahren und das Podium waren meine Ziele, und ich denke, ich bin auf einem guten Weg. Aber es gibt keinen Grund abzuheben, ich muss den Fokus behalten und meinen Platz im GC behalten. Das ist das Hauptziel. Es wäre überragend, wenn ich Zweiter hinter einem der besten Radfahrer aller Zeiten werden könnte.“

Eine dieser drei Ziele konnte er schon abhaken, in der Gesamtwertung ist er auf einem guten Weg – bliebe das Zeitfahren. Der amtierende Weltmeister in dieser Disziplin hat sich das 26 Kilometer lange Teilstück mit 500 Höhenmetern im Vorfeld genau angeschaut. “Es ist also eine schöne Strecke“, sagte der Doppel-Olympiasieger. “Ich finde, die Abfahrt ist für ein Zeitfahren etwas grenzwertig – sehr schnell und sehr technisch, auch ein bisschen gefährlich, aber das gilt für alle. Man muss also von Anfang an eine gute Grundlage legen und auch gut ins Ziel kommen, denn das Finale ist nicht einfach.“

Del Toro, Seixas und Teamkollege Lipowitz als Konkurrenten ums Podium

Mit dem Schub in Sachen Selbstvertrauen nach seiner beeindruckenden Leistung am Plateau de Solaison hat Evenepoel den Sieg im Kampf gegen die Uhr fest im Blick. Zudem hat er die einmalige Möglichkeit, viel Abstand zwischen sich und seine Verfolger im Kampf um Platz zwei zu legen. Darauf achtet der 26-Jährige aber nicht: “Bei jedem Zeitfahren denke ich vor dem Start nicht an die Abstände. Ich konzentriere mich darauf, zu versuchen, die Etappe zu gewinnen, und danach schaue ich mir die Ergebnisse an.“

Einen kleinen Hinweis ließ er sich auf flämisch aber doch entlocken: "Ein Anstieg von 4 Prozent kann überraschend große Abstände herbeiführen." Die ersten zehn Kilometer des Zeitfahrens steigen in durchschnittlich dieser Neigung an. Für Evenepoel eigentlich perfekt zugeschnitten.

Ein weiterer Vorteil für den Belgier, der auch über seine Konkurrenten in der Gesamtwertung sprach: “Da gibt es einige. Ich denke, Isaac (Del Toro), Paul (Seixas), sogar mein Teamkollege Florian ist vom Podium gar nicht so weit entfernt. Man muss also auf alle achten, die noch relativ nah dran sind. Ich glaube, ich muss mich darauf konzentrieren, meine zweite Position zu halten. Ich werde mich also zu hundert Prozent auf mich selbst konzentrieren und versuchen, die beste dritte Woche meines Lebens zu fahren.“

Wenn Evenepoel das gelingt, dürfte ihm der zweite Platz kaum zu nehmen sein.

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