Evenepoel: WM-Enttäuschung “nur eine Momentaufnahme“ | radsport-news.com

Belgier selbstbewusst vor Il Lombardia

Von Jan Zesewitz

Foto zu dem Text "Evenepoel: WM-Enttäuschung “nur eine Momentaufnahme“"
Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) strahlt vor dem Start der Lombardei-Rundfahrt im neuen Trikot. | Foto: Cor Vos

10.10.2026  |  (rsn) – Endlich ist es da: Gerade noch rechtzeitig kam das Europameistertrikot bei Remco Evenepoel (Red Bull – Bora – hansgrohe) an, sodass er bei der Lombardei-Rundfahrt standesgemäß als Kontinental-Champion auftreten kann. Der Belgier geht als einer der großen Favoriten in das letzte Monument des Radsportjahres. Es ist ein besondere Rennen für den 26-Jährigen: Vor sechs Jahren stürzte er im Finale schwer, als er in der Abfahrt vom Colma di Sormano von einer Brücke fiel.

“Wegen der Vergangenheit wird dieses Rennen immer einen speziellen Platz für mich haben“, sagte er auf der Pressekonferenz vor dem Rennen. Bei der Besichtigung kam ich an dem Krankenhaus vorbei, in dem ich damals behandelt wurde. Aber daran denke ich nicht. Mit einem Sieg hier würde sich das alles anders anfühlen. Dann wäre die Geschichte erzählt und man könnte dieses Kapitel schließen. Aber das wird mich im Finale nicht beeinflussen.“

Der Anstieg und die Stelle seines Sturzes werden in diesem Jahr nicht passiert. Wieder geht es – wie in geraden Jahren üblich – von Bergamo nach Como. Das 239 Kilometer lange Rennen sollte Evenepoel entgegen kommen, wie er glaubt. "Es wird ein schwieriger Start mit einigen langen Anstiegen", erklärte er. "Dann gibt es zwei lange Täler und kurze Anstiege am Ende. Es sieht als wie zwei Rennen in einem aus mit einem explosiven Finale. Das sollte mir liegen."

Evenepoel: "EM-Titel gab mir Extra-Motivation"

Der Belgier feierte bei den Weltmeisterschaften überlegen den Titel im Zeitfahren, bevor es im Straßenrennen nicht nach seinen Vorstellungen lief. Bei der EM eine Woche später konnte er sich mit dem Straßen-Titel rehabilitieren. Die Leistung bei der WM wollte er daher nicht überbewerten: "Wenn man nicht so performt, wie man es an Tag X erhofft, dann bekommt man einige Zweifel", gab er bei der Pressekonferenz zu. "Aber ich konnte gut trainieren und habe realisiert, dass die WM nur eine Momentaufnahme war. Der EM-Titel gab mir Extra-Motivation. Ich kann eine Enttäuschung schnell verarbeiten und meinen Fokus wiederfinden, das half mir sicherlich."

Für Evenepoel geht in der Lombardei auch seine erste Saison bei Red Bull – Bora – hansgrohe zu Ende. Mit 13 Siegen (plus dem Mannschaftszeitfahren auf Mallorca zum Auftakt) war es ein erfolgreiches Jahr für ihn und das Team. Auch Platz zwei in der Gesamtwertung der Tour de France – inklusive zwei Etappensiege – war ein Highlight für Evenepoel. Ein Sieg bei der Lombardei-Rundfahrt könnte diese Saison zum Abschluss krönen. Zudem wäre es der erste Sieg im neuen Europameister-Trikot.