Derby-Eskalation in Mannheim: „Es muss erst einer sterben“ – Rauswurf beider Klubs?

Fußball

Beim Pokal-Derby zwischen Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern kam es zu heftigen Ausschreitungen.
IMAGO / Herrmann Agenturfotografie

Nach dem Skandalspiel im DFB-Pokal zwischen Waldhof und Kaiserslautern gibt es laut Fredi Bobic nur eine Handlungsoption.

Ex-Nationalspieler Fredi Bobic hat kein Verständnis dafür, dass das von massiven Ausschreitungen überschattete Südwest-Derby zwischen dem SV Waldhof Mannheim und dem 1. FC Kaiserslautern nicht abgebrochen wurde.

„So ein Spiel darf nicht weitergespielt werden“, sagte der 54-Jährige der „Bild“: „Schmeißt beide aus dem DFB-Pokal raus! Beide. Und beide kriegen keinen Cent. Das ist hart für die Vereine, weiß ich genau. Aber anders kannst du es nicht schaffen. Du musst konsequent sein. Was sind schon Geldstrafen?“

Bobic fordert harte Konsequenzen für Mannheim und Lautern

Anzeige

Du musst konsequent sein. Was sind schon Geldstrafen?

Fredi Bobic

Auf die Frage, was passieren müsste, damit ein solches Spiel abgebrochen wird, antwortete Bobic: „Es muss erst jemand sterben. Ganz einfach. Es ist hart. Aber die Wahrheit ist auch hart. Ich sage das nicht gern, ich wünsche es natürlich keinem. Wenn das weiter so eskaliert und weiter so ausartet, wenn man diese Bilder gesehen hat - das hat ja mit Fußball nichts mehr zu tun.“

Fredi Bobic sitzt in einer schwarzen Adidas-Jacke vor roten Stadionsitzen in Kielce.
Legia Warschaus Manager Fredi Bobic
IMAGO / ZUMA Press Wire

Nach Polizeiangaben wurden beim Pokalspiel am Freitagabend 35 Beamte verletzt und mehrere Fußballfans vorläufig festgenommen. Insgesamt mussten demnach 85 Personen medizinisch betreut werden und acht von ihnen zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus.

Anzeige

Bobic über Spielabbruch: „Es muss erst einer sterben“

Die Partie wurde nach einem Platzsturm und viel Pyrotechnik unmittelbar nach dem Ende der regulären Spielzeit lange unterbrochen, letztlich aber fortgesetzt. Lautern gewann mit 1:0 nach Verlängerung.

Anzeige

Solche Bilder will kein Mensch sehen.

Fredi Bobic

„Wenn ab und zu mal ein paar Bengalos angehen - alles in Ordnung. Aber Leuchtraketen irgendwo reinschießen, Polizei auf dem Rasen mit Pferden, Jagdszenen, spezielle Gruppierungen, die über den Zaun springen, das haben wir auch bei Dresden gegen Berlin gehabt im letzten Jahr - solche Bilder will kein Mensch sehen“, meinte Bobic.

Der Manager beim polnischen Klub Legia Warschau glaubt, dass die Konsequenzen härter werden müssten und dann auch die Falschen treffen könnten. „Irgendwann wird es harte Beschlüsse geben - und die wirkliche, echte Fankultur wird darunter leiden.“ (dpa/mkw)