AUDIO: Wieso ein junger Mann Pfarrer werden wollte (3 Min)
Glaube
Stand: 23.08.2026 20:35 Uhr
Mit 30 Jahren ist Lukas Hennecke der jüngste Pfarrer, den die St. Josef-Gemeinde in Mühlhausen bisher hatte. Warum er diesen Weg eingeschlagen hat, was ihn antreibt und wie er über Menschen in seinem Alter denkt.
von Vanessa Clobes, MDR THÜRINGEN
Es ist kurz vor 10 Uhr am Sonntag in der St. Josef Kirche in Mühlhausen. In den letzten Minuten vor den Glockenschlägen füllen sich die Reihen. Die Kirche ist sehr gut besucht. Die Gemeindemitglieder sind neugierig auf ihren neuen Pfarrer Lukas Hennecke.
Der Pfarrer erzählt währenddessen in der Sakristei noch mit den jungen Ministrantinnen und Ministranten. Immer wieder sprechen sie ihn an. Sie fühlen sich wohl. Lukas Hennecke sagt, dass sie heute einen großen Einzug von hinten in der Kirche machen. Ein Junge sagt: "Ja, machen wir sonntags immer." Hennecke lächelt. Und so wird es gemacht.
Die erste Messe von Pfarrer Lukas Hennecke in Mühlhausen kam gut bei der Gemeinde an.
"Glauben an Gott weitergeben"
Bis August war der 30-Jährige noch Kaplan in Leinefelde. Dort hat er sich überwiegend um die Jugendarbeit gekümmert. Dokumentiert hat er das auch auf seinem Instagram-Account kpl.lukas. Der 30-Jährige stammt aus Birkungen im Eichsfeld und ist selbst katholisch aufgewachsen.
In der Oberstufe wurde ihm klar, dass er gerne Theologie studieren möchte. Damals noch nicht mit dem Ziel, Priester zu werden. Als er ein Auslandssemester in Jerusalem macht, fasst er dann den Entschluss: "Wenn ich jetzt zurückkomme, dann gehe ich aufs Ganze und möchte diese Botschaft, die mir wichtig ist, und diesen Glauben an Gott mit dem ganzen Leben weitergeben“, erzählt er. Dann trat er ins Priesterseminar ein.
Worte an die neuen Schulanfänger
Seine erste Messe in Mühlhausen richtet sich speziell an die Schulanfänger. Die Gemeindereferentinnen versuchen, die Kinder einzubeziehen. Auch Hennecke geht in seiner Predigt auf sie ein. Er wählt einfache Worte, damit die Kinder ihn verstehen können. Und an der einen oder anderen Stelle wird auch mal gelacht.
Nach der Messe zeigen sich die Gemeindemitglieder begeistert. "Das war großartig. Der bringt Schwung und Leben in unsere Gemeinde. Wir sind angenehm überrascht", sagt Heide Buschmann. "Dass jemand mit schwarzen Haaren hier nach vorne geht, das ist doch was Besonderes“ scherzt Gemeindemitglied Benedikt Winkler. Auch er war von der ersten Messe angetan.
Eine junge Frau meint: "Es sind gute Worte, die er findet. Und er spricht von Jung bis Alt alle an.“ Zwei der jungen Ministrantinnen finden es "cool", dass jetzt so ein junger Pfarrer da ist. Sie hoffen, dass er sie besser versteht.
Wort zum Tag
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Täglich um 6:20 Uhr und um 9:20 Uhr hören Sie bei MDR THÜRINGEN - Das Radio "Die Kirche im Radio". In dieser Woche spricht es Stephan Rhode von der katholischen Kirche aus Erfurt..
Besondere Aufgabe: Hochzeiten von Freunden
Lukas Hennecke ist mit der ersten Messe zufrieden. Mit seiner ersten eigenen Gemeinde und dem Amt als Pfarrer ergeben sich für ihn auch einige neue Aufgaben. Er übernimmt mehr Verantwortung, muss auch finanzielle Entscheidungen treffen und ist für mehr Menschen da. Zur Gemeinde gehören St. Josef in Mühlhausen, St. Bonifatius in Schlotheim und St. Marien in Bad Langensalza.
Sein Antrieb für diese Berufung: "Zu erleben, wie Glauben Menschen verändert, und diesen Glauben, diesen Antrieb, diese Motivation weiterzugeben.“
30 Jahre jung. In dem Alter heiraten viele, bekommen Kinder, gründen eine eigene Familie. Die Frage liegt auf der Hand, ob ihn das beschäftigt: "Natürlich denkt man immer mal: welchen Weg hätte ich eingeschlagen, wenn ich nicht diesen Weg eingeschlagen hätte? Aber es sind keine Gedanken, die mich jetzt ganz stark umtreiben." Außerdem spielt er bei gleichaltrigen Freunden und Bekannten auch eine besondere Rolle: "Die zu verheiraten, die jetzt heiraten, oder die Kinder zu taufen.“
MDR (mm)