Expertin warnt bei Illner vor „Schreckensszenario“ unter AfD-Regierung: „Das will niemand in Europa“
Stand: 24.07.2026, 08:42 Uhr
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AfD in der Regierung? Expertin Fix warnt bei Illner vor einem „Schreckensszenario“ für Europa – und erklärt, warum die Partei gefährlicher ist als Le Pen.
Ob die AfD-Chefin Alice Weidel in 100 Tagen nach Regierungsantritt den Iran-Krieg oder den Ukraine-Krieg beenden würde, wollte Maybrit Illner von Rüdiger Lucassen wissen. Auch wenn der AfD-Politiker im letzten ZDF-Talk vor der Sommerpause auf die Analogie zu einer Äußerung Donald Trumps nicht einging, gab er doch eine Stellungnahme zu den beiden genannten Kriegen ab. Während er im Nahost-Krieg keinen Handlungsbedarf sehe, sei es wichtiger, dass sich Europa in der Ukraine einbringe.
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„Wie beenden wir diesen Krieg, um zu einem stärkeren Europa zu kommen?“, lautete die seiner Ansicht nach die entscheidende Frage. Ziel müsse eine „friedliche Koexistenz“ mit Moskau sein, so Lucassen. Diese Position habe ihm die Rolle als verteidigungspolitischer Sprecher der AfD-Bundestagsfraktion gekostet, warf Armin Laschet ein. Schließlich sei gerade Alice Weidel hinsichtlich des Ukraine-Kriegs anderer Ansicht. „Diese, Ihre Partei, ist außenpolitisch zwei Parteien“, konstatierte Illner. Lucassen hingegen bezeichnete es als „Meinungsvielfalt“, die auf dem Weg zu einer Regierungsbeteiligung zu lösen sei.

Parteiinterne Einigkeit herrsche seiner Ansicht nach hingegen darin, dass Deutschland in der NATO bleiben sollte. Allerdings müsse das Verteidigungsbündnis in eine europäische NATO mit eigener Militärstrategie umgebaut werden, die sich sukzessive aus dem amerikanischen Einfluss löse. Hier komme Deutschland eine wichtige Rolle zu: „Deutschland hat als drittgrößte Wirtschaftsmacht der Welt nicht nur die Potenz, sondern die Verantwortung, in Europa voranzugehen“, betonte er.
„Vor der AfD hat jeder tausendfach mehr Sorge als vor Le Pen“
„Das ist das eine Schreckensszenario, das niemand will in Europa“, warnte die Politikwissenschaftlerin Liana Fix und fügte hinzu: „Vor der AfD hat jeder tausendfach mehr Sorge als vor Le Pen, weil sich die AfD radikalisiert und nicht in den Mainstream übergeht.“

Die Lösung könne aber auch nicht sein, dass Deutschland auf eine weitere Aufrüstung verzichte. Es sei schließlich schwer bestreitbar, dass sich die USA zurückziehe. Deshalb sei es laut Fix entscheidend, in welcher Form die Aufrüstung umgesetzt werde. „Wir müssen noch mehr darauf achten, wie wir es in die europäische Aufrüstung einbetten“, stellte sie heraus: „Ein militärisch starkes Deutschland ist nur so lange akzeptabel, wie es in Europa tief integriert ist – genau das ist das, was die AfD nicht möchte.“
„Sie verwechseln die EU und Europa“, erhob Lucassen Einspruch. Das wiederum brachte Armin Laschet auf die Palme: „Sie reden abstrakt über Europa. Sie sagen es extra so unklar, weil Sie eine schwache EU wollen (...). Solange Sie sich nicht klar zu Europa bekennen, sind Sie eine Gefahr.“
Linken-Politiker Gysi echauffiert sich über vermeintliche Parallele zur AfD
Dass es nicht der einzige emotionale Wortaustausch an diesem Abend blieb, dafür sorgte Gregor Gysi. „2025 haben wir über 113 Milliarden Dollar ausgegeben“, wetterte der Linken-Politiker gegen die Militärausgaben und gigantische Aufrüstung Deutschlands. Man mache Schulden, nehme der Jugend die Zukunft und könne keine Mittel in Gesundheit oder Soziales stecken. „Natürlich müssen wir verteidigungsfähig sein, aber das wird überzogen“, meinte er.
„Das ist auch das Argument der AfD“, intervenierte Moderatorin Maybrit Illner. „Das stimmt gar nicht“, echauffierte sich Gysi. Stattdessen behauptete er, dass die AfD jeder Aufrüstungsausgabe zustimmen würde. „Bei sehr vielen Beschlüssen unterscheiden sich Die Linke und AfD nur marginal“, grätschte dann auch noch Laschet rein. „Ich bin vieles, aber ihm nicht ähnlich“, wies Gysi daraufhin einmal mehr Parallelen seiner Partei zur AfD energisch von sich.