Fachgeschäft findet keinen Nachfolger und muss schließen: „Es will ja keiner mehr richtig arbeiten“

Stand: 18.08.2026, 20:49 Uhr

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Ein Dortmunder Schuhfachgeschäft macht Ende Oktober dicht. Der Grund ist nicht die Nachfrage, sondern fehlendes Personal. Der Geschäftsführer findet dafür klare Worte.

Dortmund – Fachkräftemangel, Nachfolgeprobleme, unbesetzte Stellen: Was viele Unternehmen in Deutschland derzeit beschäftigt, bekommt jetzt auch ein Traditionsgeschäft in Dortmund zu spüren. Weil sich für eine ausscheidende Mitarbeiterin kein Ersatz finden ließ, muss ein bekanntes Schuhfachgeschäft in der Innenstadt schließen. Der Geschäftsführer findet dafür deutliche Worte.

In Dortmund macht das Schuhgeschäft Bio-Line in der Innenstadt dicht. Bis Ende Oktober läuft noch ein Räumungsverkauf.

In Dortmund macht das Schuhgeschäft Bio-Line in der Innenstadt dicht. Bis Ende Oktober läuft noch ein Räumungsverkauf. © Marvin K. Hoffmann

Betroffen ist die Filiale von Bio-Line an der Hansastraße 14, nahe des Hauptbahnhofs und gegenüber dem Museum. Wer derzeit am Schaufenster vorbeikommt, sieht ein großes rot-gelbes Plakat mit der Aufschrift „Unser letzter Sommer-Räumungsverkauf in Dortmund. Alles stark reduziert“. Bio-Line ist auf Schuhe für Einlagen, Barfußschuhe und vegane Sneaker spezialisiert und führt Marken wie Ganter, Finn Comfort, Hartjes, Joya und Wolky. Im Schaufenster sind bereits reduzierte Modelle ausgestellt.

Schuhgeschäft in Dortmund schließt: Räumungsverkauf bis Oktober

Auf Nachfrage von wa.de bestätigt Geschäftsführer Guido Schulze-Arendt, dass es sich tatsächlich um das endgültige Aus für den Standort handelt: „Ende Oktober ist Feierabend.“ Bis dahin läuft der Räumungsverkauf, dann schließt die Tür in Dortmund für immer.

Auslöser für das Ende ist keine schwache Nachfrage oder die Konkurrenz durch den Onlinehandel, sondern ein personelles Problem: Die langjährige Verkäuferin des Geschäfts geht in Rente, ein Nachfolger für die Stelle wurde nicht gefunden. Im Gespräch mit wa.de wird Schulze-Arendt dabei sehr direkt: „Wir haben keinen Nachfolger gefunden. Es will ja keiner mehr richtig arbeiten.“ Eine Aussage, die vermutlich ein Problem beschreibt, das sich nicht nur auf Dortmund beschränkt. Immer wieder müssen Läden schließen, weil sie Personalprobleme haben.

Dass der Schritt vielen Kunden schwerfällt, weiß auch der Geschäftsführer. „Unsere Stammkunden finden das sehr schade. Da ist natürlich Bedauern dabei“, berichtet Schulze-Arendt. Immerhin bleibt Kundinnen und Kunden aus der Region eine Alternative: Die zweite Filiale des Unternehmens in Hagen ist von der Schließung nicht betroffen.

Wer jetzt noch ein Schnäppchen machen möchte, sollte sich beeilen: Bis Ende Oktober gibt es die Ware in Dortmund zu reduzierten Preisen. Ähnliche Gelegenheiten bieten sich derzeit auch anderswo in der Region – etwa in Wuppertal, wo ein Gartencenter schließt und Hobbygärtner beim Räumungsverkauf zugreifen können, oder bei Roller, wo eine Filiale ebenfalls mit Rabatten geräumt wird.