Dass es statt vertrockneter Grasstummel frischen, grünen Rasen geben kann, hat im weitesten Sinne die Stadt Aachen ermöglicht. Von ihr stammt der Erlaubnis mit der der Aachen-Laurensberger Rennverein das Wasser aus dem Bach entnehmen darf. Die ist wiederum durch die Untere Wasserbehörde geprüft worden, die die Wasserentnahme regeln, beschränken oder verbieten kann. Kritik an dem Vorgehen war in einem Bericht der "taz" aufgekommen.
Ein Sprecher der Stadt Aachen sagt: "Er wird durch kontinuierliche schüttende Quellen gespeist und weist auch während längerer Trockenperioden eine vergleichsweise stabile Wasserführung auf."
Reitverein weist Kritik zurück
In der Nähe der Reitstrecke sind Rohre in die Erde eingelassen worden, eine Pumpe steht auf einem Anhänger und fördert das Wasser aus dem Bach. "Das dürfen wir", sagt der Aachen-Laurensberger Rennverein. Er verweist auf die Genehmigung der Behörde. Bei den aktuellen Entnahmen handelt es sich um genehmigte Mengen, die schriftlich fixiert und im engen Austausch mit dem Umweltamt zustande gekommen sind.
"Das Wasser wird darüber hinaus als Drainagewasser wieder in den Bach eingeleitet. Es handelt sich also um ein geschlossenes Öko-System, bei dem das Wasser dem Kreislauf wieder zugeführt wird." Aachen-Laurensberger Rennverein
Die Maßnahme ist nach Angaben des Veranstalters der Reit-WM befristet und dient ausschließlich der Durchführung der Prüfungen im Sinne der Pferde. "Die Böden unterliegen strengen Messungen, um dem Tierwohl zu entsprechen und die besten Bedingungen sicherzustellen."
Wasserentnahme durch Ökologen geprüft
Der Naturschutzbund NABU bestätigt, dass der betroffene Wildbach von den Siebenquellen gespeist wird. Das sei eine ergiebige Quelle, die bis jetzt nicht schwächelt. Von anderen Bächen und Gewässern wie der Wurm ist nach Angaben des NABU die Wasserentnahme untersagt. Das Ökologie-Zentrum Aachen hatte zunächst Zweifel und große Sorge um die im Wasser lebenden Organismen. Es ist nach eigenen Angaben dann selber aktiv geworden und hat das Leben im und am Bach untersucht.
"Wir waren selber oft am Wildbach und die Sorge hat sich wohl nicht bestätigt". Birgitta Hollmann, Geschäftsführerin Ökologie-Zentrum Aachen
Außerdem hat das Ökologie-Zentrum mit vielen Anwohnern gesprochen. Auch sie hätten durch das Abpumpen keine Veränderungen festgestellt. Aktuell entnimmt der Aachen-Laurensberger Rennverein nach eigenen Angaben kein Wasser mehr aus dem Wildbach. Das sei derzeit nicht nötig, heißt es. Die Pumpe bleibt aber erstmal noch in der Aachener Soers.