Bei der ersten Etappe der Sauerlandrundfahrt sind am Donnerstag zwei Privatfahrzeuge auf die abgesperrte Rennstrecke gefahren und haben ein immenses Sicherheitsrisiko für die Radprofis dargestellt. Der deutsche Fahrer Louis Leidert vom Team Lidl-Trek musste beiden Autos ausweichen.
Mitveranstalter Jörg Scherf teilte auf Sportschau-Anfrage mit, es gebe aktuell noch keine Erkenntnisse darüber, wie die Fahrzeuge auf die Strecke gelangen konnten. Laut Scherf sei der Kurs vorschriftsmäßig mit Streckenposten besetzt beziehungsweise abgesperrt gewesen.
Todesfall erst im vergangenen Monat
Immer wieder kommt es im Radsport zu Vorfällen dieser Art. Der Brite Finlay Tarling kam erst im vergangenen Monat bei einem Rennen in Portugal ums Leben, nachdem er frontal mit einem Falschfahrer kollidiert war. Der Fahrer jenes Privatwagens hatte laut aktuellem Ermittlungsstand die Streckensperrungen ignoriert.
ARD-Radsportexperte Fabian Wegmann, selbst Rennveranstalter, sprach nach dem tödlichen Unfall Tarlings im ARD-Podcast Tourfunk über das strukturelle Problem: "Wir sperren das Rennen von vorne bis hinten, aber wir können nicht jede Garagenausfahrt absperren. Es kann immer ein Auto links abbiegen und dann ist es auf der Straße. (…) Es sind dann auch oft Fehler einzelner. Muss nur einer mal nicht aufpassen oder auf Toilette gehen und dann ist es schon passiert."
Weitere Maßnahmen laut Veranstalter nicht möglich
Auf der 13,5 Kilometer langen ersten Etappe der Sauerlandrundfahrt in Brilon wurden laut Veranstalter rund 70 Streckenposten und etwa 50 Sicherheitsfahrzeuge eingesetzt. Die Polizei geht davon aus, dass Absperrungen an mindestens zwei Stellen überwunden wurden, und teilte mit, diese Punkte daraufhin verstärkt kontrolliert zu haben.
Für die folgenden drei Etappen sieht der Veranstalter keine Möglichkeit für weitere Maßnahmen, man tue ohnehin das Maximum. Die Streckenposten seien jedoch für die kommenden Abschnitte nochmals sensibilisiert worden.